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URI: Abschaffung der Hunde-Kurse freut Experten nur bedingt

Das eidgenössische Parlament in Bern hat entschieden: Hundehalter sollen in der Schweiz künftig keinen obligatorischen Kurs mehr besuchen müssen. Urner Experten vertreten unterschiedliche Meinungen.
Kilian Küttel
In Zukunft müssen Hundehalter keine Kurse mehr absolvieren. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 2012)

In Zukunft müssen Hundehalter keine Kurse mehr absolvieren. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 2012)

«Es bringt nichts, ein Gesetz einzuführen, dessen Einhaltung erst dann kontrolliert wird, wenn es schon zu spät ist», sagt Beat Arnold. Der Urner SVP-Nationalrat hat Anfang dieser Woche einer Motion zugestimmt, welche die Aufhebung der obligatorischen Hundekurse erreichen wollte – zusammen mit 92 anderen Nationalräten. Auf der Gegenseite standen 87 Abgeordnete, die sie hätten beibehalten wollen. Zu wenig. Die grosse Kammer schloss sich dem Ständerat an. Und besiegelte so das Schicksal der Hundekurse. «Das Problem ist, dass Halter nicht systematisch darauf kontrolliert werden, ob sie den Kurs tatsächlich absolviert haben. Das geschieht immer erst dann, wenn es schon zu einem Zwischenfall gekommen ist», so Arnold.

Dass die Kurse in Bälde nicht mehr besucht werden müssen, freut Kantonstierarzt Andreas Ewy überhaupt nicht: «Ich bedaure den Entscheid. Auch wenn statistisch nicht belegt wurde, dass die Kurse einen Einfluss auf die Hundebisszahlen haben, denke ich, dass sie sich positiv ausgewirkt haben», sagt er auf Anfrage unserer Zeitung. Er glaubt, dass hiesige Hundehalter sensibilisiert wurden: «Halter konnten sehr viel darüber lernen, worauf es im Umgang mit Hunden ankommt. Sei es über die Psyche des Tieres, das Verhalten eines Hundes gegenüber Artgenossen und nicht zuletzt auch über grundsätzliche Verhaltensmassregeln.»

Es sei spürbar gewesen, dass Hundehalter deutlich mehr Rücksicht und Sorgfalt gezeigt hätten – gegenüber dem eigenen Hund, fremden Tieren oder Fussgängern und Velofahrern. Ewy hätte den Vorschlag des Bundesrates begrüsst. Dieser sah eine Lockerung des Gesetzes vor: In Zukunft hätten nur diejenigen einen Kurs absolvieren müssen, die sich zum ersten Mal einen Hund angeschafft haben.

Kurse wären wichtig für Ersthalter

Dass genau diese Ersthalter die Kurse am ehesten nötig hätten, davon ist Esther Gamma überzeugt. Sie ist Präsidentin des Kynologischen Vereins (KV) Uri, der regelmässig diese obligatorischen Hundekurse durchführt. Auch sie selber stand auf dem Platz und unterrichtete Halter im richtigen Umgang mit dem Tier: «Es gibt sehr viele Dinge, die wichtig sind und die nicht alle Ersthalter kennen.» Gamma bedauert, dass dieses Wissen nach der Abschaffung der Kurse nicht mehr vermittelt werden kann. Gamma sagt, das Obligatorium sei zwar für die Halter, die schon viel Erfahrung mit Hunden hatten, mühsam gewesen. Doch auch diese hätten profitiert. Zudem seien die Teilnehmer nach anfänglicher Skepsis meist sehr zufrieden gewesen: «In den fünf Jahren, in denen wir die Kurse angeboten haben, habe ich genau eine Person unterrichtet, die dem Ganzen überhaupt nichts abgewinnen konnte. Die grosse Mehrheit aber hat sicher etwas mitgenommen.»

Vermehrte Bissattacken unwahrscheinlich

Doch wie geht es nun weiter, wenn die Kurse nicht mehr obligatorisch sind? «Ich glaube nicht, dass es zu mehr Bissattacken kommen wird. Aber es wäre vorstellbar, das die Hundehalter in Zukunft weniger sensibilisiert sind als heute», sagt Kantonstierarzt Ewy.

Auch Nationalrat Arnold geht davon aus, dass sich die Anzahl der Zwischenfälle nicht erhöhen wird: «Wenn es zu Problemen gekommen ist, waren meist sowieso Halter verantwortlich, die den Kurs nicht absolviert hatten.»

Kynologischer Verein schaut nach vorne

Für Esther Gamma ist klar: Der Kynologische Verein will Interessierte weiter mit Wissen versorgen: «Unser Verein wird seine Mitglieder und auch alle interessierten Nichtmitglieder nicht im Stich lassen und ein Konzept erarbeiten, um weiterhin ähnliche Kurse anbieten zu können. Es ist uns ein Anliegen, Hundehalter und ihre Hunde nach dem Besuch der Welpenspielgruppe und des Junghundekurses weiter zu begleiten und ihnen so die Möglichkeit zu bieten, auf dem gelernten aufzubauen.»

Kilian Küttelkilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

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