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URI: Am Gotthard drücken sie aufs Gaspedal

Die Rallye Gotthard soll wiederbelebt werden. Der Initiant reanimiert nicht zum ersten Mal einen Motorsportklassiker.
Matthias Stadler
Oldtimer wie dieser Jaguar XK120 könnten an der Rallye Gotthard zu sehen sein. Auf der Aufnahme zu sehen ist das englische Ehepaar Appleyard, 1950 an einem Rennen über den Furkapass. (Bild: PD)

Oldtimer wie dieser Jaguar XK120 könnten an der Rallye Gotthard zu sehen sein. Auf der Aufnahme zu sehen ist das englische Ehepaar Appleyard, 1950 an einem Rennen über den Furkapass. (Bild: PD)

Matthias Stadler

Bernhard Brägger ist schlaksig, hat weisses Haar und einen ebenso weissen Bart. Wenn man es nicht wüsste, würde man nicht glauben, dass er 74-jährig ist. Vielleicht liegt das an seinem Lachen, vielleicht aber auch daran, dass der Motorsport ihn jung gehalten hat. Denn Bernhard Brägger ist Autos und den schnellen Rennboliden zeit seines Lebens treu geblieben. Während Jahren war er aktiver Rallyefahrer und Sportkommissar beim Automobil Club Schweiz. Er hat zudem mehrere Bücher über historische Motorsportthemen geschrieben.

Seine Passion für das schnelle Fahren steckt er auch in die Wiederbelebung von Motorsportklassikern. So sorgte er zwischen 1993 bis 2002 dafür, dass das Klausenrennen-Memorial durchgeführt wurde. Dies war eine Hommage an das internationale Klausenrennen, das ursprünglich zwischen 1922 und 1934 durchgeführt worden war. Ausserdem war er als Organisator bei der Jungfrau-Stafette im Jahr 2007 und 2008 tätig. Diese war ursprünglich in den 30er-Jahren als polysportiver Wettbewerb abgehalten worden.

Erlebnisse an den Rallyesport

Und nun soll ein weiterer Klassiker reanimiert werden: die Rallye Gotthard, welche vom 1. bis 4. September durchgeführt wird und ihren Dreh- und Angelpunkt in Andermatt haben soll («Neue Luzerner Zeitung» vom 27. Januar). Zwischen 1972 und 1983 waren in der Gotthardregion waghalsige Männer mit ihren Boliden unterwegs. Bernhard Brägger ist Präsident des Organisationskomitees der Neuauflage. Der Oberwiler (ZG) erklärt sein Engagement mit Erinnerungen an den Sport: «Die Erlebnisse, die ich mit dem Rallyesport gemacht habe, bringe ich nicht mehr aus mir raus. Das hat viel mit einem inneren Enthusiasmus zu tun – es ist einfach in mir drin», lacht er. «Und dies, obwohl ich nicht einmal gerne Autos im normalen Verkehr fahre.»

«Früher war es ein Abenteuer»

Über die alte Rallye Gotthard habe er vor einem Jahr mit Kollegen gesprochen. Dies sei ein Ansporn gewesen, die Rallye erneut durchzuführen. Brägger erklärt, dass der Aufwand für den Anlass «wirklich gewaltig» sei. Bewilligungen seien heute um einiges schwieriger zu erhalten, zudem habe sich der Rallyesport stark verändert: «Als wir fuhren, war es noch ein Taktieren bei Nacht, Nebel und Schnee, ohne elektronische Hilfsmittel, dafür mit abenteuerlichen Bremsen und Fahrwerken. Heute ist es eine knallharte moderne Sportart. Aber sie fasziniert mich trotzdem immer noch.» Er organisiere die Neuauflage dieses Jahr auch mit dem Hintergedanken, dass in Zukunft jemand anderes die Zügel in die Hand nimmt. Denn nur für einmal lohne sich der Aufwand nicht, und wenn man es einmal gemacht habe, könne man eine solche Rallye einfacher erneut durchführen. Mittlerweile seien er und seine Mitstreiter im Organisationskomitee kurz davor, sämtliche Bewilligungen zu erhalten.

«Resonanz in der Szene ist riesig»

An einer Versammlung des OK am Freitagabend in Baar wurde der aktuelle Stand der Dinge mitgeteilt. Die Rallyefahrer werden am Anlass verschiedene Strecken vorfinden. So soll von Göschenen zur Göscheneralp gefahren werden. Auch am Oberalppass sind mehrere Strecken vorgesehen. Und natürlich auch auf dem Strassennetz am Gotthard selber. So wird unter anderem die alte Passstrasse, die Tremola, rauf- und runtergerast.

Es sind mehrere Kategorien vorgesehen, und auch in der Nacht gibt es Wettkämpfe. Neben den «normalen» Rallyeprüfungen sind auch Wettbewerbe mit Oldtimern geplant. So sollen am Gotthard Fahrzeuge aus den 30er-Jahren zu sehen sein. Berichtet wurde am Treffen auch, dass die Bewilligungen aus dem Tessin noch fehlen. Doch sind die Organisatoren rund um den umtriebigen Bernhard Brägger zuversichtlich, dass auch der Tessiner Regierungsrat dem Anlass grünes Licht geben wird.

Die Vorfreude bei den Veranstaltern war am Freitag spürbar. Und auch in der Rallyeszene sorge der Anlass für Vorfreude. Urs Hunziker, professioneller Rallyefahrer, berichtete am Treffen von Pilotenkollegen, die es kaum erwarten können: «Die Resonanz in der Szene ist riesig.»

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