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URI: Ambri bietet ein rollendes Spektakel

Die Ambri-Stars auf ungewohntem Terrain: In Seedorf sind sie gegen ein Rollhockey-Team angetreten. Dabei schwärmten sie auch von ihren Urner Fans.
Sven Aregger
Ambri-Stürmer Adrien Lauper (rechts) versucht, sich gegen Thomas Gisler durchzusetzen. Die Leventiner hatten einen schweren Stand. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Ambri-Stürmer Adrien Lauper (rechts) versucht, sich gegen Thomas Gisler durchzusetzen. Die Leventiner hatten einen schweren Stand. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Ambri-Goalie Sandro Zurkirchen staunte nicht schlecht, als ihm plötzlich Vater Jürg gegenüberstand. Der Zufall wollte es, dass Zurkirchen senior einer der Losgewinner war, die beim Penaltyschiessen gegen seinen Sohn antreten durften. Der Sohn parierte den Schuss des Vaters aber ziemlich locker. «Logisch, dass ich dieses Duell nicht verlieren wollte», sagte er hinterher mit einem Schmunzeln.

Das Penaltyschiessen in der Halbzeitpause gehörte zu den Attraktionen des Plauschspiels zwischen den Eishockeyprofis des HC Ambri-Piotta und dem NLA-Team des Rollhockeyclubs (RHC) Uri. Rund 800 Zuschauer kamen am Freitagabend in die Rollhockeyhalle Seedorf, um das Spektakel zu verfolgen. Sandro Zurkirchen und seine Ambri-Kollegen tauschten die Schlittschuhe für einmal mit Inlineskates oder Rollschuhen – und begaben sich damit auf fremdes Terrain.

RHC ist der Herr in der Halle

«Ohne all die Ausrüstung sind die Ambri-Spieler gar nicht so massig. Die gehen hier mit 0:10 unter», orakelte ein Zuschauer zu Beginn. So schlimm wurde es dann zwar nicht. Doch der RHC Uri zeigte, wer der Herr in der Halle ist. Er entschied das in gemächlichem Tempo vorgetragene Spiel mit 5:3 für sich. Den Ambri-Stars war es vorbehalten, das Publikum mit dem einen oder anderen Kabinettstück zu verzücken. «Als Sportler willst du natürlich jedes Spiel gewinnen», räumte Sandro Zurkirchen ein. «Aber Rollhockey ist komplett anders als Eishockey, allein schon was die Taktik und die Regeln betrifft.»

Nicola Imhof vom RHC Uri lobte derweil seine Gegner: «Wir wussten anfänglich nicht, wie hoch ihr Niveau im Rollhockey ist. Ich bin überrascht, wie schnell sie Fortschritte gemacht und sich an die ungewohnten Gegebenheiten angepasst haben.»

Donatoren gehen neue Wege

Organisiert hat das Showspiel der Donatoren-Club HCAP. Er gehört zu den grössten Gönnern des Vereins aus der Leventina. Seit der Gründung 2002 hat er Ambri bereits mit mehr als 350 000 Franken unterstützt. Zudem versuchen die Donatoren mit Events, das Team den vielen Fans in der Deutschschweiz und insbesondere in Uri näher zu bringen. Zehn Jahre lang haben sie in Altdorf ein Fussballspiel mit Ambri-Beteiligung durchgeführt. «Jetzt war die Zeit reif für eine Veränderung», sagte Michael Gisler, Präsident des Donatoren-Clubs. «Wir sind hoch zufrieden und werden sicher auch in Zukunft einen Anlass in diesem Stil durchführen.»

Lauper: «Das ist unglaublich»

Auch die Zuschauer freuten sich über das Hockey-Spektakel. «Ein Rollhockeyspiel passt besser zu Ambri als ein Fussballspiel, weil Rollhockey und Eishockey verwandte Sportarten sind», meinte etwa der Seedorfer Thomas Gisler. Während er nach Spielschluss an einer Bratwurst kaute, beobachtete er Dutzende Kinder, die auf dem Feld Schlange standen, um hautnah an ihren Idolen zu sein. Die Ambri-Stars schrieben Autogramme und posierten für Fotos. Sie taten es mit einem Lächeln auf den Lippen. «Wir wissen, dass fast der ganze Kanton Uri hinter unserem Verein steht», sagte Ambri-Stürmer Adrien Lauper. «Bei uns im Stadion Valascia sehen wir immer Fahnen mit dem Urner Wappen. Das ist einfach unglaublich.» Lauper schwärmte aber nicht nur von den Fans, sondern auch vom Rollhockeyspiel selber. «Es hat grossen Spass gemacht. Und es ist wichtig, manchmal etwas Neues auszuprobieren.» Torhüter Sandro Zurkirchen sah es ähnlich. «Für uns war es schön, einmal aus dem Trainingsalltag auszubrechen. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir in Uri erhalten.»

So war es an diesem Abend in Seedorf denn auch zweitrangig, dass Ambri rein sportlich das Nachsehen hatte. Auch Zurkirchen, der immer gewinnen will, konnte die Niederlage gut verschmerzen. Immerhin hat er ja das Familienduell gegen seinen Vater gewonnen.

Sven Aregger

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