URI: Andermatterin wirbt mit Promis für Quellwasser

Marja Nieuwveld hat schon Ueli Maurer und Samih Sawiris von der Qualität des Trinkwassers aus dem Gotthardgebiet überzeugt. Jetzt erhofft sie sich Unterstützung vom holländischen Königshaus.

Markus Zwyssig
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Marja Nieuwveld füllt eine Glaskaraffe mit Wasser aus einem Brunnen. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 23. Mai 2017))

Marja Nieuwveld füllt eine Glaskaraffe mit Wasser aus einem Brunnen. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 23. Mai 2017))

Für die Hotelgäste ist es ein Aha-Erlebnis. «Viele, vor allem ausländische Touristen, denken zuerst nicht im Traum daran, dass sie das Wasser, das aus dem Hahn fliesst, trinken können», sagt Marja Nieuwveld. Die gebürtige Holländerin mit Schweizer Pass hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem gemeinnützigen Verein Gotthard Connects Aufmerksamkeit auf das Wasserschloss Europas zu lenken. Dazu werden Projekte initiiert, die nachhaltig sein sollen. Eines davon sind Glaskaraffen, mit denen für Trinkwasser aus dem Gotthardgebiet geworben werden soll.

Die 47-Jährige hat prominente Gäste für ihr Projekt gewonnen. So durfte Nieuwveld bei Bundesrat Ueli Maurer vorsprechen und erhielt 15 Minuten Zeit, ihr Projekt vorzustellen. «Nach dreissig Minuten waren wir immer noch am reden», erinnert sie sich. Maurer fand Gefallen an der Idee. «Zum Schluss hat er mir sogar das Du angeboten», sagt sie und schmunzelt. Zum Patronatskomitee gehören auch der Sportlehrer und Trainer Ernst Brom­eis, der als Wasser-Botschafter unterwegs ist, sowie Unternehmer Samih Sawiris.

Gewinn wird in den Schutz der Quellen investiert

Aufgewachsen ist Nieuwveld in Rotterdam in Holland. Inzwischen ist sie aber längst Schweizerin geworden. Zwanzig Jahre war sie mit einem Andermatter verheiratet. Der Anziehungskraft des Gotthards kann sie sich bis heute nicht entziehen. Sie lebt seit 2011 in Andermatt.

Sie sei Botschafterin aus Leidenschaft, sagt Nieuwveld. Dank ihrem Enthusiasmus findet die Idee der Glaskaraffen in der Bevölkerung und bei Unternehmen Anklang. Zudem hat sie das Andermatter Luxushotel Chedi und das Hotel 3 Könige sowie das Sportresort Fiesch im Wallis auf ihrer Seite. Bereits sind 350 Karaffen abgesetzt. Mit dem Verkauf verdient Nieuwveld kein Geld. Mit dem erzielten Gewinn werden vielmehr Projekte für den Schutz der Quellen unterstützt. Nieuwveld gerät ins Schwärmen: «Wir haben das beste Trinkwasser der Welt.» Mit ihrem Projekt will sie zum Umdenken anregen. Statt Mineralwasser aus PET-Flaschen sollen die Menschen «Hahnen-Burger» trinken. Die Marketingfrau ist sich bewusst, dass Mineralwasserhersteller, die ihre Flaschen sogar mit dem Lieferwagen direkt nach Hause bringen, keine Freude haben werden. Trotzdem lässt sie sich nicht von ihrer Idee abbringen. «Quellwasser ist besser als Mineralwasser geeignet, den Körper zu reinigen. Es ist über Stock und Stein und durch mineralienhaltigen Boden geflossen und weist eine feine Struktur auf. Das Wasser kann von unserem Körper gut aufgenommen werden.»

Nieuwveld, die auch leidenschaftlich gerne wandert, beschäftigte sich im vergangenen Jahr noch mit einem anderen Projekt. Zur Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels lancierte der Verein Gotthard-Connects zusammen mit touristischen Organisationen den Gotthard-Tunnel-Trail, der über den Neat-Tunnel hinweg führt. Die in fünf oder sechs Etappen zu bewältigende Wanderung erstreckt sich über 2448 Höhenmeter und eine Distanz von rund 100 Kilometern. Mit den Einnahmen eines Wanderbuchs, das in drei Sprachen erschienen ist, wurde der Weg beschildert. Vor allem auch dank dem Buch ist der Weg weit herum bekannt geworden. «Grossen Anklang findet die Wanderung insbesondere bei holländischen Touristen», sagt Nieuwveld.

2018 verfolgt sie mit dem Velo den Weg des Rheins

Jetzt gilt Nieuwvelds voller Einsatz dem Trinkwasser aus dem Gotthardgebiet. Bereits hat sie ein neues Ziel: Sie will in 30 Tagen von der Quelle im Gotthardgebiet bis zur Mündung des Rheins fahren – und das mit einem Velo. Die grosse Tour ist für den Juni 2018 geplant. Am 1. Juni will Nieuwveld bei der Rheinquelle im Gotthardgebiet starten. Dann geht die Fahrt in 30 Tagen bis an die Meeresmündung in Rotterdam – hoffentlich auch mit prominenter Unterstützung. Angefragt hat sie Bundesrat Ueli Maurer. Er soll sie ein Teilstück begleiten. Kontakt hatte sie auch mit dem holländischen Königshaus. «Es wäre toll, wenn der König von Holland, der ja als Wassermanager gilt, mitmachen würde.»

 

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Informationen finden Sie unter www.quellwasser.ch