URI: Anstieg von Asylgesuchen im Sommer erwartet

Im Kanton haben sich per Ende März 479 Personen im Asylprozess befunden. Im Sommer wird die Zahl wohl wieder ansteigen. Die Regierung legt bei der Betreuung besonderes Augenmerk auf die Jüngsten unter ihnen.

Matthias Stadler
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Solche Szenen wird es laut dem Bund im Sommer an der Schweizer Grenze wieder öfter zu sehen geben. (Bild: Francesca Agosta/Keystone (Chiasso, 12. Juli 2016))

Solche Szenen wird es laut dem Bund im Sommer an der Schweizer Grenze wieder öfter zu sehen geben. (Bild: Francesca Agosta/Keystone (Chiasso, 12. Juli 2016))

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Seit dem Eklat um den Einzug von sechzig Asylbewerbern in Seelisberg vom vergangenen September publiziert die Urner Regierung in regelmässigen Abständen Neuigkeiten zum Asylwesen im Kanton. Gestern erschienen mit der dritten Ausgabe die jüngsten «Asyl-News». Fokussiert wird dabei auf unbegleitete minderjährige Asylbewerber (UMA). So wird etwa aufgezeigt, wie unbegleitete Minderjährige im Kanton Uri begleitet werden.

«Es ist auch künftig nicht mit einer Abnahme der Zuweisungen von Minderjährigen zu rechnen», heisst es in der Publikation. 50 Kinder und Jugendliche leben als Asylbewerber oder vorläufig Aufgenommene im Kanton. Davon sind die Hälfte schulpflichtig. 66 Junge sind anerkannte Flüchtlinge, wovon 29 schulpflichtig sind. Für UMA brauche es in Zukunft neue Herangehensweisen im Bereich der Unterbringung und der altersgerechten Betreuung. Deswegen werde das bestehende Konzept derzeit überarbeitet, heisst es im Bericht. Regierungsrätin Barbara Bär erklärt, dass «das rasche Erlernen unserer Sprache, Kultur und Regeln für diese Kinder und Jugendlichen besonders wichtig» sei.

Asylzahlen momentan einigermassen stabil

In den «Asyl-News» werden auch die aktuellsten Zahlen veröffentlicht. So befanden sich Ende März dieses Jahres 479 Personen im Asyl- und Flüchtlingsbereich (siehe Grafik). Davon waren 229 anerkannte Flüchtlinge, 158 Asylbewerber und 92 vorläufig Aufgenommene. Die Zahlen sind seit einem Jahr relativ stabil. Im März 2016 etwa lag die Anzahl Personen im Asylwesen bei 462. Im Dezember befanden sich 483 Personen im Asylprozess.

Die Zahlen zeigen auch, dass die meisten Asylbewerber und vorläufig Aufgenommenen aus Afghanistan stammen (82 Personen), gefolgt von Eritreern mit 65 Personen. Als drittgrösste Gruppe sind Sri-Lanker mit 28 Personen auszumachen.

Altdorf als Zentrum von Asylbewerbern

Die mit 207 Personen im Asylprozess grösste Gruppe lebt momentan in Altdorf. 120 Asylbewerber und vorläufig Aufgenommene sowie 87 anerkannte Flüchtlinge sind hier untergebracht. An zweiter Stelle liegt Erstfeld. Hier leben 27 Asylbewerber und vorläufig Aufgenommene sowie 46 anerkannte Flüchtlinge. An dritter Stelle liegt Bürglen mit total 51 Personen.

Im April dürfte die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz deutlich unter 2000 liegen, heisst es in der Publikation. Der Anstieg dürfte laut dem Bund im Mai einsetzen, je nach Witterung auf dem Mittelmeer auch erst im Juni. Für den Sommer sei mit deutlich mehr als 2000 Asylgesuchen pro Monat zu rechnen. Davon muss Uri laut dem nationalen Verteilschlüssel 0,5 Prozent aufnehmen.

Asylzahlen März 2016 und März 2017. (Bild: Isi)

Asylzahlen März 2016 und März 2017. (Bild: Isi)