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URI: Beliebte Skitourenroute ist gefährdet

Der Schweizer Alpen-Club befürchtet, dass die Skiabfahrt durch das Fellital geschlossen wird. Für Diskussionen sorgt auch eine Fotofalle bei einer Berghütte, die ausschliesslich zum Ziel hat, Tourengänger zu zählen.
Matthias Stadler
Schlechte Nachrichten für Skitourengänger: Inwiefern die Abfahrt von der Fellilücke weiter besteht, ist ungewiss. (Symbolbild: Keystone/Arno Balzarini)

Schlechte Nachrichten für Skitourengänger: Inwiefern die Abfahrt von der Fellilücke weiter besteht, ist ungewiss. (Symbolbild: Keystone/Arno Balzarini)

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Sie gehört zu den bekanntesten Skitouren im Kanton Uri: die Abfahrt von der Fellilücke am Oberalppass das Fellital hinunter nach Gurtnellen. Mehr als 1000 Meter Höhendifferenz legt der versierte Skitourenfahrer zurück.

Doch ist mit diesem Klassiker schon bald Schluss? Der Schweizer Alpen-Club (SAC) spricht gegenüber unserer Zeitung von Plänen, wonach die Abfahrt in diesem Wildschutz- und Jagdbanngebiet geschlossen werden soll. Auch neue Wildruhezonen seien geplant. Offiziell publiziert sei noch nichts, aber sobald die Pläne eingereicht sind, werde sich der Alpen-Club gegen die Schliessung wehren, sagt René Michel, Ressortleiter Umwelt beim SAC auf Nachfrage.

«Weitere Einschränkung ist nicht tolerierbar»

Grund für die geplante Schliessung sind gemäss dem Alpen-Club Kompensationen, welche wegen der neuen Skipisten im Skigebiet Andermatt-Sedrun realisiert werden. «Was hier passiert, ist ein Musterbeispiel», sagt René Michel. «Neue Erschliessungen bedeuten für die Tourengänger und damit auch für den naturnahen Tourismus einen doppelten Verlust: das neu erschlossene Gebiet und die angrenzenden Gebiete durch neue Wildschutzmassnahmen.» Der SAC ist entsprechend wenig begeistert über diese Pläne: «Im Fellital sind schon jetzt nur ganz wenige Routen für Skitouren erlaubt. Eine weitere Einschränkung ist aus diesem Grund nicht mehr tolerierbar.»

Um die Pläne für eine Schliessung der Abfahrtsroute vorantreiben zu können, ist laut dem SAC in der Saison 2016 eine Fotofalle bei der Treschhütte installiert worden. Diese befindet sich in der Fellital-Abfahrt. Die Fotofalle dient allerdings nicht dazu, allfällige Wildtiere zu dokumentieren, sondern um zu zählen, wie viele Tourengänger auf der Abfahrt hinunter nach Gurtnellen unterwegs sind.

Abfahrt ist künftig einfacher erreichbar

René Michel kritisiert das Vorgehen scharf: «Die Fotofalle führt zu weit und ist ein absolutes No-Go.» Zudem liege sie am falschen Ort, da auch noch Skifahrer von anderen Touren dort durchfahren würden. Die Andermatt–Sedrun Sport AG (ASS) ist unter anderem in die Diskussion um das Fellital involviert. Dies, weil mit der neuen Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun Anlagen und Pisten zum oberhalb der Fellilücke liegenden Schneehüenderstock gebaut werden. Bis anhin führten keine Transportanlagen in dieses Gebiet.

Die ASS widerspricht der Darstellung des Schweizer Alpen-Clubs: «Es bestehen derzeit keine Pläne, dass die Fellital-Abfahrt gestrichen werden soll», sagt Michel Jeisy, Umweltbeauftragter im Projektteam des ASS. Allerdings sei der Einstiegspunkt in die Abfahrt künftig einfacher erreichbar. Im Rahmen des Bewilligungsverfahrens wurde die ASS deswegen mittels Auflagen des Bundesamts für Verkehr angehalten, Massnahmen vorzusehen, um zusätzliche Abfahrten durch das Fellital zu vermeiden. Hintergrund: der Schutz der Wildruhe. So erklärt Jeisy, dass die Abfahrt durch das Fellital von der ASS etwa nicht als Rundtour vermarktet werden darf. Die weiteren Massnahmen würden derzeit mit den Behörden, Umweltverbänden und anderen Parteien ausgearbeitet.

Michel Jeisy bestätigt jedoch, dass eine Fotofalle installiert wurde. «Um später überhaupt eine zusätzliche Frequentierung feststellen zu können, muss die momentane Situation erfasst werden.» Damit könne nach der Eröffnung der neuen Anlagen am Schneehüenderstock abgeschätzt werden, ob der Skitourenverkehr ins Fellital zugenommen habe oder nicht. Es werde dabei lediglich die Anzahl Skitourengänger ausgewertet und nicht deren Identität.

Fellital nicht übermässig stören

Reinhard Schnidrig, Sektionschef Wildtiere und Waldbiodiversität beim Bundesamt für Umwelt, bestätigt die Aussagen der ASS. Der Urner Jagdverwalter Josef Walker erklärt, das Amt für Forst und Jagd des Kantons Uri habe keine Absicht, die Abfahrt zu schliessen. Die Betreiberin der Skianlagen, also die ASS, müsse aber mit «baulichen, betrieblichen und informellen Massnahmen» dafür sorgen, dass der Schutz des Fellitals vor übermässiger Störung gewahrt bleibe. Zudem würden im Rahmen der vom Anlagenbetreiber zu erstellenden Detailprojekte zum Schutz des Wildlebensraumes Massnahmen diskutiert. Gegenstand etwa ist, ob im benachbarten Riental eine empfohlene Wildruhezone ausgeschieden wird.

Eine Grafik zur Skiroute durch das Fellital.

Eine Grafik zur Skiroute durch das Fellital.

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