URI: Berlin-Atelier für Thomy Truttmann

Das Kuratorium der Urner Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth spricht das Berlin-Atelier dem Urner Theaterkünstler Thomy Truttmann zu.

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Thomy Truttmann geht 2016 nach Berlin. (Bild: Archiv Neue LZ)

Thomy Truttmann geht 2016 nach Berlin. (Bild: Archiv Neue LZ)

Erst am späten Mittwochabend fiel der Entscheid des Kuratoriums der Urner Kunst- und Kulturstiftung Heinrich Danioth – unter der neuen Leitung von Elisabeth Fähndrich, nachdem dieses sich tagsüber intensiv mit den 30 Bewerbungen auseinandergesetzt hatte. Das Berlin-Atelier für das Jahr 2016 sprach das Kuratorium Thomy Truttmann zu, wie die Kunst- und Kulturstiftung am Freitag mitteilte. Das künstlerische Werk des in der freien Szene wirkenden Urner Theaterschaffenden ist weit über die Zentralschweiz hinaus bekannt.

Die Jury sei beeindruckt von der Arbeit als Verfasser hervorragender Stücke, als talentierter Regisseur, aber auch als Schauspieler mit hoher Stimmigkeit und Präsenz. Als profunder Theaterpädagoge präge Truttmann das Zentralschweizer Laientheater seit Jahrzehnten. Bei vielen Jugendlichen und in den Urner Schulen habe er mit seiner ernsthaft-humorvollen Präsenz nachhaltige Spuren hinterlassen.

Mit dem Berlin-Atelier erhält der Künstler nun den inspirierenden Freiraum für seine grossen Pläne in den Bereichen Inszenierung, Dramaturgie, Musik, Tanz, Choreografie, Bühnenbild, Lichtdesign und Bühnenbild.

Drei Förderbeiträge

Drei Förderbeiträge von je 4000 Franken gehen an eine Künstlerin und zwei Autorinnen mit «eindrücklichen künstlerischen Werken».

Die in Bürglen aufgewachsene und in Walenstadt wohnhafte Lisa Elsässer erhält den Förderbeitrag für ihre Prosa, die eine eigene Sprache erschafft und lokale Alltäglichkeiten mit inneren Vorstellungswelten verbindet.

Das prosaische Werk von Leonore Gnos beeindruckte die Jury durch die präzise, formbewusste Sprache, die auch den gekonnten Umgang mit Leerstellen beinhaltet.

Ein Förderbeitrag erhält auch die in Luzern geborene und in Basel lebende Pia Gisler an ihre geplante Videoinstallation. Sie wird im nächsten Jahr an der Ausstellung «Grenzfall» im Museum Bruder Klaus in Sachseln gezeigt.

Drei Projektbeiträge

Franz-Xaver Brun entwickelte mit Marion Sauter das Projekt «Saumpfad – Liini – Speedway». In Bild und Text wird ein historischer und künstlerischer Diskurs zum fotografischen Werk der Fotodynastie Aschwanden angeregt, wobei mit «Liini» die heutige Klausen-Passstrasse bedeutet.

Die in Bürglen aufgewachsene und in Basel lebende Eveline Truttmann präsentiert der Jury ein Kinderbuch- Projekt, das die Geschichte zwischen der ungewöhnlichen Freundschaft des kleinen Paul und dem Fuchs- Welpen Mimi erzählt. Die Jury war beeindruckt von der zeichnerischen Qualität, die die kindliche Wahrnehmungswelt trifft.

Schliesslich zeichnet die Jury den experimentierfreudigen Urner Musiker Mario Schelbert (Band Boes Anthill) für ein CD-Projekt aus. Die eigenwilligen Kompositionen beeindruckten und zeigen interessante Perspektiven für die Zukunft auf.

pd/zim