Uri beteiligt sich finanziell an Umweltschutz auf der Göscheneralp

Der Kanton Uri kann 480'000 Franken an die Landschaftsentwicklung der Göscheneralp beisteuern. Das Umweltprojekt ist eine Kompensationsmassnahme für den Bau des Gotthard-Strassentunnels und wird in den kommenden neun Jahren umgesetzt.

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Die Aussicht von der  Dammahütte auf der Göschnerenalp.

Die Aussicht von der Dammahütte auf der Göschnerenalp.

Bild: Eveline Beerkircher (19. September 2019)

(sda) Der Urner Landrat bewilligte am Mittwoch einen Verpflichtungskredit mit 51 zu 6 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Es handelt sich laut der Regierung um einen Maximalbetrag, der sich aufgrund von Beiträgen noch auf 150'000 bis 200'000 Franken reduzieren könnte.

Das gesamte Projekt mit dem Titel «Landschaftsentwicklung Göscheneralp» sieht verschiedene Fördermassnahmen vor, die der Landschaftserhaltung, aber auch der Landschaftsentwicklung dienen. Es wird nötig, weil der Bau des Gotthard-Strassentunnels laut einem Umweltverträglichkeitsbericht auf der Urner Seite negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft hat und Ausgleichsmassnahmen nötig sind.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,43 Millionen Franken, den Grossteil übernimmt das Bundesamt für Strassen. Sieben Massnahmen sind vorgesehen, darunter die Förderung seltener Tier- und Pflanzenarten wie Orchideen oder Alpenlangohr-Fledermäuse, die Sanierung von Trockenmauern, traditionellen Heuställen oder Kaltkellern sowie die Aufwertung historischer Verkehrswege.

Landwirtschaft an Bord

Das Projekt stiess bei sämtlichen Fraktionen im Landrat auf Zustimmung. Auch die Bauern seien an Bord, sagte Rafael Keusch (CVP). Alois Arnold (SVP) bekräftigte, die Landwirtschaft scheine nicht als Verliererin vom Platz zu gehen sondern könne vom Projekt profitieren. Für die Alpbewirtschaftung gebe es keine Einschränkungen, sagte Justizdirektorin Heidi Z'graggen (CVP).

Das Göscheneralptal sei eine landschaftliche Perle und auch ein Lebensraum für Familien. Das Projekt biete eine willkommene Unterstützung für ein Tal, das im Sommer zwar vom Tourismus sehr gut frequentiert werde. Die lokalen Landwirte aber müssten unter erschwerten Bedingungen im Berggebiet arbeiten. Die Zufahrt ist in der Regel von November bis Mai geschlossen.

Ob der Kanton sich wirklich am Projekt beteiligen müsse, wollte Ruedi Cathry (FDP) wissen. Z'graggen antwortete, es handle sich um ein Gesamtkonzept mit Themen, wie etwa der touristischen Aufwertung im Bereich Wanderwege, die nicht vom Bund finanziert werden. Als Gesamtkonzept sei es aber einfacher, bei Stiftungen um Unterstützung zu ersuchen.

Mit Blick auf die finanzielle Lage des Kantons Uri, empfehle er den Betrag abzulehnen, sagte Alois Zurfluh (CVP). «Es tut niemandem weh, wenn wir dieses Geld nicht sprechen.»

Das Göscheneralptal stellt ein regional bedeutendes Landschaftsschutzgebiet dar und ist im kantonalen Richtplan Uri festgesetzt. Wegen der rückläufigen landwirtschaftlichen Bevölkerung sind viele land- und alpwirtschaftliche Flächen nicht mehr genutzt worden und deshalb verbracht oder gar verwaldet, was einen landschaftlichen und ökologischen Qualitätsverlust mit sich bringt.