URI: Bildungskommission lehnt Kantonsgeschichte ab

Die Geschichte Uris wird möglicherweise nicht neu geschrieben. Die vorberatende Landratskommission lehnt das Projekt der Regierung für eine neue Kantonsgeschichte ab und beantragt dem Parlament, den beantragten Kredit von 725'000 Franken nicht zu genehmigen.

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Der Kantons Uri soll eine Kantonsgeschichte bekommen. (Bild: Urs Hanhart/Neue UZ)

Der Kantons Uri soll eine Kantonsgeschichte bekommen. (Bild: Urs Hanhart/Neue UZ)

Landrat Max Baumann (SVP), Präsident der landrätlichen Bildungs- und Kulturkommission, führte am Freitag auf Anfrage finanzielle Gründe für die ablehnende Haltung zum Projekt "Kantonsgeschichte Uri 2025" an. Das Kantonsparlament behandelt die Vorlage am 16. März.

Der Regierungsrat befasst sich seit 2009 mit der Idee für ein neues Geschichtsbuch. Geplant sind fünf Bände mit total 1250 Seiten. Als Herausgeber zeichnen der Regierungsrat sowie der Historische Verein Uri.

Die geschätzten Kosten für das Projekt belaufen sich auf 2,9 Millionen Franken. Rund die Hälfte davon will die Regierung mit Lotteriegeldern decken. 725'000 Franken sollen aus Kantonsgeldern aufgewendet werden. Hinzu kommen 550'000 Franken an geplanten Sponsorengeldern. Der Verkauf von geplanten 1500 Exemplaren soll 225'000 Franken einbringen.

In Uri ist erst Mitte November 2015 ein neues Buch zur Kantonsgeschichte erschienen. Es handelt sich um den zweiten und letzten Band der "Geschichte des Landes Uri", der die Zeit vom 16. bis 20. Jahrhundert behandelt. Autor ist der einheimische Historiker Hans Stadler-Planzer.

Für die Urner Regierung gibt es allerdings keine umfassende, wissenschaftlich breit abgestützte Kantonsgeschichte. Der Regierungsrat bezeichnet eine historische Gesamtdarstellung des Kantons als wichtige staats- und bildungspolitische Grundlage. (sda)