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URI: Bürolisten schwitzen im Bergwald

18 Freiwillige packen im Wald tatkräftig mit an. Die meisten sitzen sonst vor dem Computer und reisen für ihren Einsatz zum Teil weit – einer kommt sogar von Holland.
Urs Hanhart
Sie setzen sich für die Natur ein: Teilnehmerinnen des Bergwald­projekts. (Bild Urs Hanhart)

Sie setzen sich für die Natur ein: Teilnehmerinnen des Bergwald­projekts. (Bild Urs Hanhart)

Urs Hanhart

Aus dem Bannwald oberhalb von Bürglen erklingen laute, stampfende Töne. Diese stammen von schweisstreibenden Arbeiten, die in einem extrem steilen Waldstück erledigt werden. Sechs Freiwillige aus verschiedenen Landesteilen der Schweiz sowie eine Deutsche und ein Holländer sind damit beschäftigt, einen Zaun zu reparieren, der das Wild davon abhalten soll, die jungen Bäume anzuknabbern. Dazu müssen zunächst mit einem rund 15 Kilogramm schweren Spezialhammer Holzpfähle in den Boden gerammt werden. Daher rührt das ohrenbetäubende Gehämmer. Anschliessend wird der zum Teil arg beschädigte Maschendrahtzaun wieder auf Vordermann gebracht, zumindest dort, wo es nötig ist.

Vielfältige Arbeitseinsätze

«Die Reparatur und Erneuerung dieses Wildzauns hier ist nur eine von diversen Arbeiten, die wir heuer in den Schutzwäldern von Bürglen und Schattdorf erledigen», erklärte Jörg Eberhart, Förster und Projektleiter bei der Stiftung Bergwaldprojekt, gestern Nachmittag. «Während der zwei Einsatzwochen, in denen wir eng mit dem lokalen Forstteam zusammenarbeiten, unterhalten wir einen Begehungsweg, kümmern uns um die Jungwaldpflege, mähen Waldwiesen und besorgen den Unterhalt von Forststrassen.» Von den erwähnten 18 Freiwilligen sind diese Woche deren acht im Einsatz. Nächste Woche werden sie durch zehn neue Frondienstler ersetzt.

Hoch motivierte Laien

Bei den Freiwilligen, die in den Bannwäldern von Bürglen und Schattdorf schuften, handelt es sich praktisch durchs Band um forstliche Laien, die im normalen Leben Bürojobs verrichten, an der Uni die Schulbank drücken oder sonst wie ihre Brötchen verdienen, aber eben nicht mit Waldarbeiten. «Ich staune immer wieder darüber, wie schnell die Freiwilligen dazulernen. Man kann sie nach kurzer Anleitung in der Regel schnell für fachlich recht anspruchsvolle Arbeiten einsetzen. Und die Arbeit, die sie abliefern ist qualitativ durchaus hochstehend», sagte Eberhart. «Das hat mit dem hohen Motivationsgrad zu tun. Wer hier mitmacht, ist überzeugt und will etwas für den Schutzwald tun.» Begeistert vom Einsatzwillen der Forstneulinge zeigte sich auch der Schattdorfer Forstwart Ruedi Philipp. «Die Freiwilligen leisten in den zwei Wochen, in denen sie mit anpacken, wertvolle Arbeit für uns», sagte er überzeugt. Wichtig sei, dass man jeden gemäss seinen individuellen Fähigkeiten einsetze. «Nicht zuletzt erleben diese Leute den Bergwald hautnah, was die persönliche und ökologische Bewusstseinsbildung fördert. Das ist ein wertvoller Zusatzeffekt.»

Das Bergwaldprojekt, 1987 gegründet, ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Trun, die hauptsächlich durch Spenden, Legate und Mitgliederbeiträge finanziert wird. Sie hat den Zweck, die Erhaltung, Pflege sowie den Schutz des Waldes und der Kulturlandschaft im Berggebiet zu fördern, insbesondere durch Pflege- und Sanierungsarbeiten in Arbeitseinsätzen und durch die Förderung des Verständnisses der Öffentlichkeit für die Belange des Waldes. In Uri, schwerpunktmässig im Raum Bürglen/Schattdorf, führt die Stiftung bereits seit über 20 Jahren alljährlich Arbeitseinsätze für Freiwillige durch. Diese finden meistens im Juni statt und dauern zwei Wochen. Schweizweit organisiert das Bergwaldprojekt heuer an 35 Orten insgesamt 73 Einsatzwochen.

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