URI: Bundesrat setzt auf Gotthard-Bergstrecke

Ein klares Bekenntnis aus Bern: Der Bundesrat ist klar für den Erhalt der Bergstrecke im Kanton Uri. Das geht aus einem Bericht hervor. Für eine Kandidatur der Gotthard-Linie als Weltkulturerbe Unesco will er weitere Abklärungen treffen.

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Ein Lokführer passiert auf der Gotthardstrecke bei Wassen einen Schnellzug der SBB. (Bild: Keystone)

Ein Lokführer passiert auf der Gotthardstrecke bei Wassen einen Schnellzug der SBB. (Bild: Keystone)

Auch nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Ende 2016 soll es für Touristen und Einheimische ein Angebot auf der Bergstrecke geben. Das geht aus einem Bericht zum künftigen Betrieb der Gotthard-Bergstrecke hervor. Ständerat Isidor Baumann hatte ein entsprechendes Postulat eingereicht.

«Der Gotthard-Bergstrecke kommt aus Sicht des Bundesrats aus raumplanerischen, regionalpolitischen und verkehrstechnischen Gründen weiterhin eine hohe Bedeutung zu», heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Verkehr.

Kosten senken

Insbesondere sollen touristischen Orte wie Andermatt wie bis anhin mindestens stündlich auf der Schiene erreichbar sein. Bis zum Auslaufen der SBB-Fernverkehrskonzession Ende 2017 wird das Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke laut Bundesrat von der SBB erbracht. Wie das Angebot anschliessend definiert werden soll, wird derzeit geprüft. Der Bundesrat will aber die Betriebskosten senken.

Die Betriebskosten der Bergstrecke beliefen sich 2013 auf knapp 48 Millionen Franken. Gemäss SBB belaufen sich die jährlichen, ungedeckten Betriebskosten je nach Angebot auf 10 bis 16 Millionen Franken. Da der Verkehr über die Bergstrecke abnehmen wird, ist es laut Bundesrat denkbar, die Abstände für Erneuerungsarbeiten zu vergrössern und nicht mehr benötigte Schienen und Anlagen zurück zu bauen.

Wie gross die Nachfrage auf der Gotthard-Strecke nach Eröffnung des Basistunnels sein wird, kann der Bundesrat aus heutiger Sicht nicht sagen. Ein Fazit könne erst nach Eröffnung des Ceneri-Tunnels gezogen werden, frühestens im Jahr 2025.

Am Gotthard ändert mit der Eröffnung des Basistunnels im Dezember 2016 das Verkehrsregime. Die Bergstrecke wird dabei von den SBB bis mindestens Dezember 2017 als Fernverkehrsstrecke weiterbetrieben. Damit hält stündlich ein Fernverkehrszug in Schwyz, Brunnen, Flüelen, Erstfeld, Göschenen, Airolo, Faido und Biasca.

Kandidatur für Unesco Weltkulturerbe?

Der Bundesrat beurteilt eine Kandidatur für das Weltkulturerbe der Unesco zum jetzigen Zeitpunkt als wenig erfolgsversprechend. Dies, weil das künftige Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke offen ist. Der Bundesrat will deshalb vorläufig darauf verzichten. Die Möglichkeit für eine Kandidatur soll jedoch offen gehalten werden. Zu diesem Zweck wollen die Behörden Grundlagen erarbeiten, um verbindliche Aussagen zu den gesamtwirtschaftlichen Kosten und dem Nutzen einer Welterbe-Kandidatur Gotthard zu machen.

Anfang September hatte sich ein Komitee für die Gotthard-Bergstrecke zu Wort gemeldet. Es fordert auch nach der Eröffnung des Basistunnels direkte Verbindungen und komfortable Züge auf der Gotthard-Bergstrecke. Ebenfalls Anfang September hatte sich bereits die Urner Regierung für ein gutes Angebot nach Ende 2016 eingesetzt.

Hinweis: Der ausführliche Bericht des Bundes zur künftigen Nutzung der Gotthard-Bergstrecke »

Bundesrat und SBB regeln Umsetzung des 4-Meter-Korridors

Die Vereinbarung zwischen dem Bundesrat und der SBB zum Ausbau des 4-Meter-Korridors am Gotthard ist unter Dach und Fach. Das Papier regelt unter anderem Einzelheiten der baulichen Massnahmen in der Schweiz, deren Finanzierung dessen Fertigstellung bis 2020.

Der Bundesrat hat am Mittwoch die Vereinbarung gutgeheissen, wie das Bundesamt für Verkehr mitteilte. Damit kann der Ausbau der Gotthard-Basislinie auf 4-Meter umgesetzt werden. Das Parlament hatte den Bau und die Finanzierung im vergangenen Dezember gutgeheissen; die entsprechende Gesetzesänderung ist in Kraft.

rem/sda