URI: Das Hüttenprojekt wird abgespeckt

Die Hüfihütte soll später als geplant und in kleinerem Rahmen saniert werden. Dafür wird nun der Weg von der Chelenalp- zur Damma­hütte neu angelegt.

Markus Zwyssig
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Die Hüfihütte im Maderanertal soll im Innern für mehrere hunderttausend Franken saniert werden. (Bild: PD)

Die Hüfihütte im Maderanertal soll im Innern für mehrere hunderttausend Franken saniert werden. (Bild: PD)

Markus Zwyssig

Der Aufstieg ist lang und anstrengend. Trotzdem ist die Hüfihütte auf 2337 Metern über Meer am Ende des Maderanertals beliebt. Erbaut wurde die Hütte 1873. Sie gehört der Sektion Pilatus des Schweizerischen Alpen-Clubs (SAC). Die Wanderer werden von der Aussicht und Abgeschiedenheit angezogen. Damit die Hüfihütte den heutigen Anforderungen wieder entspricht, will die SAC-Sektion Pilatus nun investieren.

Ein geplantes Projekt in der Höhe von 1,3 Millionen Franken wird jetzt aber nicht ausgeführt. «Das wäre schlichtweg zu teuer und würde unsere finanziellen Möglichkeiten bei weitem übersteigen», sagt Peter Erni von der SAC-Sektion Pilatus. Die Hüfihütte bietet Platz für bis zu 60 Personen. Ausgebaut wurde die Hütte insbesondere in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. «Noch einige unserer SAC-Mitglieder haben dort einen Teil ihrer militärischen Ausbildung erlebt», so Erni. Mittlerweile ist der Bedarf an Übernachtungsplätzen aber nicht mehr so hoch wie früher. «Bergsteigerisch hat die Hütte keine grosse Bedeutung», erklärt Erni. «Die Hütte ist aber weiterhin das Ziel vieler Wanderer.» Dafür genügen jedoch 30 Übernachtungsplätze.

Sanierung neu aufgegleist

Das ursprüngliche Projekt soll jetzt entsprechend abgespeckt werden. Unter dem am Wochenende neu gewählten Präsidenten der SAC-Sektion Pilatus, Andreas Müller, wird die Sanierung frisch aufgegleist. Bereits wurde eine neue Arbeitsgruppe gebildet. «Das Projekt soll nun deutlich weniger als eine Million Franken kosten», sagt Peter Erni. Äusserlich will der SAC das Traditionsgebäude möglichst unverändert lassen. Die Hütte sei optimal in die Landschaft integriert, ist man beim SAC überzeugt. Erneuert werden müssen aber die Infrastruktur und die Wasserfassung, denn diese sind veraltet. So stehen den Gästen heute nur zwei Toiletten zur Verfügung, die nicht nach Geschlechtern getrennt sind. Hinzu kommt, dass die Leitungen im ganzen Gebäude alt sind.

Vorwärts geht es aber mit einem anderen Projekt. Der Sektion Pilatus des SAC gehört auch die Dammahütte in der Göscheneralp. Diesen Sommer plant die Sektion mit knapp 8000 Mitgliedern, den Verbindungsweg zwischen der Damma- und der Chelenalphütte, der unterhalb des Moosstockes verläuft, komplett zu sanieren und neu anzu­legen. «Der heutige Weg ist gefährlich, und es hat bereits Unfälle gegeben», sagt Erni. Aus Sicherheitsgründen sei die Strecke den Wanderern nicht mehr länger zumutbar. Der geplante neue Weg wird denn auch teilweise frisch angelegt. Zudem ist dieser integraler Bestandteil des Höhenwegs Salbithütte–Voralp­hütte–Bergseehütte–Chelenalphütte– Damma­hütte.

Uri hat Unterstützung zugesichert

Die Sektion Pilatus hat Bergführer Toni Fullin und dessen Unternehmen, die Work & Climb GmbH, mit der Sanierung des Wegs beauftragt. Fullin ist auch Hüttenwart der Bergseehütte. «Damit ist sichergestellt, dass die Arbeiten professionell und ortskundig ausgeführt werden», gibt sich Erni überzeugt. Die Arbeiten sind so weit aufgegleist, dass sie am 15. Juni beginnen können. Ziel ist es, dass diese zum 100-Jahr-Jubiläum der Dammahütte im Sommer abgeschlossen sein werden. «Wir haben zum Jubiläum der Hütte kein grosses Fest geplant», sagt Erni. «Mit dem neuen, anspruchsvollen Weg soll jedoch die Attraktivität der Dammahütte gesteigert werden.» Und natürlich hofft man beim SAC auch darauf, dass vermehrt Wanderer in der Hütte übernachten werden. Motivierte Arbeitsteams der Sektion Pilatus mit Peter Schuster, René Huber, Peter Nissen und Peter Erni erarbeiten eine gezielte Planung und koordinieren die verschiedenen Tätigkeiten. Somit hofft man auf eine breite Abstützung des Projekts in Bezug auf die touristische Attraktivität im Göschernalptal. «Frau Landammann Heidi Z’graggen hatte eine Unterstützung durch den Kanton zugesichert», zeigt sich Erni erfreut. Gemäss Kostenvoranschlag belaufen sich die Arbeiten auf 26 000 Franken. Zudem werden SAC-Mitglieder für Frondienstarbeiten am neuen Weg eingesetzt.