URI: «Das negative Bild korrigieren»

Gestern wurde der neue Korporationsrat vereidigt. Die Mitglieder mussten danach über das negative Betriebsergebnis des «Rosenbergs» befinden.

Elias Bricker
Drucken
Teilen
Nach der Vereidigung: Vizepräsident Peter Ziegler, Weibel Martin Aschwanden und Präsident Rolf Infanger (von links) schreiten voraus. (Bild Elias Bricker)

Nach der Vereidigung: Vizepräsident Peter Ziegler, Weibel Martin Aschwanden und Präsident Rolf Infanger (von links) schreiten voraus. (Bild Elias Bricker)

Elias Bricker

«Wir sind mit der Tradition verbunden, aber der Zukunft verpflichtet», mit diesen Worten eröffnete gestern Morgen Präsident Rolf Infanger die neue Legislatur der Korporation Uri. Denn der neu bestellte Urner Korporationsrat traf sich gestern im Rathaus in Altdorf zu seiner ersten Sitzung. Darunter sassen auch neun neu gewählte Ratsmitglieder. Zudem wurde der Rat auf die Legislatur 2016–2020 hin von 44 auf 32 Mitglieder verkleinert (siehe Ausgabe von gestern).

Gleichgültigkeit als Krankheit

Nach der Eröffnung der Sitzung marschierten die Mitglieder des Korporationsrates und des Engeren Rates hinauf zum ehemaligen Kapuzinerkloster. Pfarrresignat Arnold Furrer vereidigte die Behördenmitglieder. «Ich bin stolz, Korporationsbürger zu sein», sagte der Pfarrer. «Doch für viele Leute ist die Korporation eine rückständige und unbewegliche Organisation.» Er appellierte an die Räte, dass es auch zu ihren Aufgaben gehöre, dieses negative Bild zu korrigieren. Gleichzeitig dankte er ihnen, dass sie Verantwortung für die Allgemeinheit übernehmen. Das sei nicht selbstverständlich. «Gleichgültigkeit gehört heute zu den grössten Krankheiten», so Furrer.

Seedorfer Alpstrasse wird saniert

Nach der Vereidigung genehmigten die Korporationsräte die Jahresrechnung und den Jahresbericht 2015 des Alters- und Pflegeheims Rosenberg in Altdorf. Die Rechnung schloss mit einem Verlust von 156 600 Franken ab – dies bei einem Aufwand von rund 11,83 Millionen Franken. Budgetiert war ein Plus von 4700 Franken. Die Grund- und Pflegetaxen schlossen viel tiefer ab als veranschlagt. Denn im vergangenen Jahr verstarben im «Rosenberg» viele Personen mit einer sehr hohen Besa-Einstufung. Dafür resultierten tiefere Personalkosten. Aus dem Jahresbericht geht hervor, dass das Heim bald umfassend saniert werden muss.

Zudem hiess der Korporationsrat den Sanierungskredit für die Gitschental­strasse in Seedorf einstimmig gut. Die Strasse ins Gitschental wurde zwischen 1980 und 1999 in verschiedenen Etappen erstellt. «Jetzt muss die Strasse unbedingt umfassend saniert werden», sagte Verwalter Kurt Schuler. Deshalb wird die Strasse nun umfassend saniert. Die Bauarbeiten starten noch in diesem Jahr und werden im kommenden Jahr abgeschlossen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 500 000 Franken. Der Kanton Uri übernimmt 70 Prozent der Kosten. Die Korporation Uri soll nun maximal 8 Prozent der Kosten tragen – also höchstens 40 000 Franken.

Flüeler brauchen mehr Platz

Die Korporationsbürgergemeinde Flüelen plant zudem einen neuen Forstwerkhof im Gebiet Ruozig (oberhalb des Ausserdorfs). Für den Bau wird die Korporation Uri den Flüelern nun 980 Quadratmeter Allmendboden kostenlos im Baurecht abtreten. Der Korporationsrat hiess das entsprechende Gesuch der Bürgergemeinde gestern gut. Das heutige Forstgebäude im Oberen Winkel genügt mit seinen 60 Quadratmetern längst nicht mehr den Platzanforderungen. «Der Werkhof in Flüelen gleicht heute eher einer Forsthütte als einem Werkhof», sagte Allmendaufseher Karl Marty. Der Neubau soll rund 580 000 Franken kosten. Der Kanton übernimmt 70 Prozent der Kosten. Der Bürgergemeinde Flüelen verbleiben somit Restkosten in der Höhe von 265 000 Franken. Die Flüeler Stimmbürger hatten den entsprechenden Baukredit bereits an der Bürgergemeindeversammlung vom 12. Mai gutgeheissen.

Honegg-Älpler kann bauen

Weiter hiess der Korporationsrat gestern ein Allmendvergabungsgesuch eines Ratsmitglieds gut. Der Schattdorfer Korporationsrat Josef Gisler will auf der Alp Honegg ob Seedorf einen neuen Stall bauen. Denn der alte Stall ist rund 100 Jahre alt. Um den Neubau realisieren zu können, muss ihm die Korporation aber 160 Quadratmeter Allmendboden im Baurecht abtreten.

Kommissionen neu bestellt

Zur Eröffnung der neuen Legislatur musste der Korporationsrat respektive der Engere Rat auch einige Wahlgeschäfte tätigen. Folgende Vertreter wurden gewählt: Anlagekommission: Kurt Schuler, Altdorf (Präsident); Karl Marty, Altdorf; Paul Bissig; Schattdorf; Franz Dittli, Schattdorf (Rechnungsführer Korporation), und Urs Schillig, Seedorf (neu). Strahlnerkommission: Kurt Schuler, Altdorf (Präsident); Werner Walker, Amsteg, und Toni Furrer, Erstfeld (neu). Stimmenzähler: Nathalie Barengo Arnold, Altdorf, und Claudia Arnold, Bürglen (neu). Beschwerdekommission: Bruno Arnold, Seedorf (Präsident); Rebekka Mattli, Altdorf, und Anton Furger, Erstfeld (neu). Rechnungsprüfungskommission: Beat Zgraggen, Schattdorf (Präsident); Fredy Furger, Göschenen; Manuela Herger, Bürglen; Lukas Wyrsch, Attinghausen, und Robi Gisler, Altdorf (neu).Vertreter in der Rechnungsprüfungskommission des Alters- und Pflegeheims Rosenberg: Barbara Furger, Altdorf (neu), und Lukas Wyrsch, Attinghausen (neu). Vertreter in der Reussdeltakommission: Rolf Infanger, Silenen; Bruno Arnold, Seedorf, und Hermann Herger, Flüelen (neu).