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URI: Der Teufelsmaler wird zum Filmhelden

Bücher wurden über ihn einige geschrieben. Nun entsteht erstmals ein Film über den Urner Künstler Heinrich Danioth – das bringt sogar dessen Töchter zum Staunen.
Markus Zwyssig
Filmemacher Felice Zenoni mit den Danioth-Töchtern Madeleine (vorne) und Cilli. Im Hintergrund das Danioth-Gemälde «Die Föhnwacht». (Bild Urs Hanhart)

Filmemacher Felice Zenoni mit den Danioth-Töchtern Madeleine (vorne) und Cilli. Im Hintergrund das Danioth-Gemälde «Die Föhnwacht». (Bild Urs Hanhart)

Der rote Teufel mit dem Ziegenbock in der Schöllenen, «Die Föhnwacht» im Wartsaal des Bahnhofs Flüelen oder das Wandbild an der Fassade des Bundesbriefarchivs in Schwyz – den Werken Heinrich Danioths (1896–1953) begegnet man heute noch an zahlreichen Orten. Der Urner Filmemacher Felice Zenoni trug schon lange den Gedanken mit sich herum, einen Film über den bekannten Urner Künstler zu drehen. «Danioth ist der kulturelle Übervater Uris im 20. Jahrhundert und prägt den Alltag bis heute», ist Zenoni überzeugt. «Sein Leben gibt eine spannende Geschichte für einen Film.»

Kran hievt Filmteam 50 Meter hoch

Es gibt zwar einige Bücher über Leben und Werk Danioths. Ein Film wurde aber bisher nicht gedreht. Bei der Zürcher Firma Mesch & Ugge, für die Zenoni arbeitet und die sich auf Film-Biografien spezialisiert hat, stiess er auf offene Ohren. Porträtiert wurden bereits Paul Burkhard, General Guisan, Charlie Chaplin oder Yehudi Menuhin. Nun sind die Arbeiten für den Dokumentarfilm über das Leben von Heinrich Danioth angelaufen. Spektakuläres spielte sich diese Woche beim Bahnhof Flüelen ab, wo die Eröffnungssequenz des Films gedreht wurde. Um die Landschaft filmisch einzufangen, kam ein Spezialkran zum Einsatz, der das Kamerateam 50 Meter in die Höhe steigen liess.

Der Film nähert sich Danioth auf zwei Ebenen: einerseits über den Kontakt mit Zeitzeugen, andererseits durch die Auseinandersetzung mit seinen Texten. Im Film kommen Danioths Töchter zu Wort, aber auch Personen, die ihm Modell gesessen sind, oder der Urner Unternehmer Max Dätwyler, einer seiner grossen Förderer, sowie verschiedene Kunsthistoriker und Künstler.

«Der Universalkünstler schlechthin»

«Danioth ist für mich der Universalkünstler», sagt Hanspeter Müller-Drossaart. Der in Erstfeld aufgewachsene Schauspieler leiht dem Film seine Stimme – spricht Hochdeutsch, aber auch Urner Dialekt. Danioth war Autor, Dichter, Karikaturist, Zeichner und Maler. Zudem mischte er sich auch politisch ein. Neben ausführlichen Tagebüchern verfasste er Schnitzelbänke für die Fasnacht und satirische Verse. Seine Arbeiten prägten die Innerschweizer Kunstszene wesentlich mit. In späteren Jahren entstanden verschiedene literarische Texte. Sein bekanntestes Werk ist das «Urner Krippenspiel», das 1945 als Marionettentheater aufgeführt wurde.

Heute setzt die in Altdorf beheimatete Dätwyler-Stiftung die Pflege des Werks Heinrich Danioths fort. Insbesondere im Danioth-Pavillon beim Haus für Kunst Uri wird das umfassende Werk immer wieder neu der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nun sollen weitere Bevölkerungsschichten Leben und Werk kennen lernen. «Der Film soll Danioth endlich in der ganzen Schweiz bekannt machen», hofft Müller-Drossaart. Denn das, so ist der Schauspieler überzeugt, hätte er längst verdient.

«Alles, nur nicht Künstler»

Durch die Dreharbeiten lernen Cilli und Madeleine Danioth ihren Vater neu kennen. Sie waren noch Kinder, als er starb. «Wir kannten den Vater von seiner Arbeit im Atelier und konnten ihm über die Schulter schauen.» Während sie mit dem Spätwerk ihres Vaters vertraut sind, kannten sie die früheren und insbesondere die literarischen Arbeiten weniger. Vieles befindet sich in Privatbesitz. «Erst jetzt erfahren wird, was im Kopf unseres Vaters vor sich ging», sagt Cilli Danioth. Er sei ein guter Vater gewesen, auch wenn das Geld knapp war. «Er hat uns immer gesagt, wir könnten alles werden, nur nicht Künstler», erinnert sich Madeleine Danioth.

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