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URI: Deutlich mehr Alkoholverkäufe an Jugendliche

Das Fazit ist ernüchternd: Die Bier- und Spirituosenverkäufe an minderjährige Urner sind massiv angestiegen. Mehr als die Hälfte der getesteten Urner Verkaufsstellen hielten sich nicht an die geltende Gesetzgebung.
Bruno Arnold
Der Verkauf von Bier an Minderjährige ist bei Testkäufen in Uri von 18 auf 43 Prozent angestiegen. Symbolbild: Martin Ruetschi/Keystone

Der Verkauf von Bier an Minderjährige ist bei Testkäufen in Uri von 18 auf 43 Prozent angestiegen. Symbolbild: Martin Ruetschi/Keystone

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Gemäss Gesetzgebung dürfen keine Tabak- und Alkoholprodukte an unter 16-Jährige und keine Spirituosen an unter 18-Jährige abgegeben oder verkauft werden. Das Amt für Gesundheit Uri und die Fachstelle Gesundheitsförderung Uri führen seit einiger Zeit Testkäufe durch, die dem Ziel dienen, die Einhaltung der Verkaufs- und Abgabebestimmungen im Kanton Uri zu erfassen. Im Bereich Tabak gibt es diese Aktionen seit 2014, Alkohol-Testkäufe finden erst seit 2016 statt.

Die jüngsten Tabak- und Alkohol-Testkäufe im Kanton Uri gingen am Samstag, 2. und 9. Dezember, über die Bühne. «Um konkrete Vergleichszahlen zu erhalten, wurden dieselben Lokale festgelegt wie 2016», erklärt der kantonale Beauftragte für Suchtfragen, Bruno Scheiber, auf Anfrage. Allerdings waren einige Verkaufsstellen nicht geöffnet oder überfüllt, so dass die Testkäufer ausweichen mussten.

Insgesamt 21 Urner Verkaufsstellen getestet

Die Testkäufe 2017 geschahen wiederum in Kooperation mit dem Blauen Kreuz, das Jugendliche unter 16 Jahren aus dem Kanton Zürich im Urnerland herumchauffierte. Getestet wurden insgesamt 21 Verkaufsstellen aus den Bereichen Café, Restaurant, Bar, Detailhandel, Kiosk und Tankstellenshop, und zwar in Seelisberg, Sisikon, Flüelen, Altdorf, Bürglen, Schattdorf, Erstfeld, Wassen und Andermatt. Das Fazit: Über die Hälfte der getesteten Verkaufsstellen hielten die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz nicht ein. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich im Bereich Alkohol eine erhebliche Zunahme der illegalen Verkäufe an Minderjährige. Konkret war es bei Bier ein Anstieg von 18 auf 43 Prozent und bei Spirituosen von 7 auf 45 Prozent. Bei der kantonalen Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung kann man keine Gründe für diese negative Entwicklung nennen.

Im Bereich Tabak zeigte sich hingegen eine positive Entwicklung. Waren es 2015 noch 55 Prozent illegal verkaufte Tabakwaren, wurden im Dezember 2017 nur noch 14 Prozent registriert. Der Programmleiter Psychische Gesundheit führt dies darauf zurück, dass bei den bereits seit 2014 durchgeführten Tabak-Testkäufen die präventive Wirkung angestiegen ist. Hinzu komme, dass in diversen Lokalen keine Zigarettenautomaten mehr stünden oder dass Zigaretten nur mittels einem ID-Reader bezogen werden könnten.

Detailhandel schneidet bedeutend besser ab

Negativ aufgefallen sind bei den Testkäufen erneut die Bereiche Gastronomie (Café, Restaurant, Bar), Kiosk und Tankstellenshop. «Im Detailhandel werden die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz deutlich verantwortungsvoller und konsequenter umgesetzt», hat Scheiber festgestellt. Als Hauptgrund sieht er die von den Detailhändlern geforderte rigorose Handhabung der gesetzlichen Vorgaben. «Wer sich nicht daran hält, muss unter Umständen sogar mit einer Kündigung rechnen», sagt Scheiber. Bei den schweizweit organisierten Detailhändlern werden diese Themen aber auch bei internen Schulungen aufgegriffen.

Keine strafrechtlichen Konsequenzen

Sämtliche kontrollierten Verkaufsstellen wurden nach erfolgtem Testkauf mündlich über das Ergebnis informiert. Zusätzlich erhalten sie ein Schreiben zu den Testergebnissen. «Die Testkäufe haben noch keine strafrechtlichen Konsequenzen zur Folge», betont der Mitarbeiter der Gesundheitsförderung Uri. «Die fehlbaren Verkaufsstellen sind nun aber gefordert, ihre Mitarbeiter zu instruieren und konsequente Ausweiskontrollen durchzuführen.»

Ein weiteres Augenmerk gilt gemäss Scheiber speziell auch der Einhaltung der gesetzlichen Verkaufs- und Abgabebestimmungen bei Anlässen und Veranstaltungen, an denen Jugendliche unter 18 Jahren zugelassen sind und Alkohol abgegeben wird. Im Kanton Uri steht die Gesundheitsförderung Uri ( www.gesundheitsfoerderung-uri.ch ) für die Beratung, Schulung und Information von Veranstaltern oder Verantwortlichen und Mitarbeitern von Verkaufsstellen kostenlos zur Verfügung.

«Die Testresultate zeigen, dass es noch weitere Anstrengungen braucht, damit die gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz konsequent umgesetzt werden», betont Scheiber. Durch die regelmässigen Testkäufe könne ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung und Durchsetzung der gesetzlichen Verkaufs- und Abgabeverbote von Tabak und Alkohol an Kinder und Jugendliche auf verschiedenen Ebenen geleistet werden. «Es ist wichtig, dass das Verkaufspersonal nicht toleriert, wenn Kinder oder Jugendliche versuchen, Alkohol- oder Tabakprodukte zu kaufen», so Scheiber weiter. Und es soll selbstverständlich sein, dass nach dem Ausweis gefragt wird, wenn junge Menschen diese Produkte kaufen wollen», lautet ein weiteres Ziel. Wenn Alkohol oder Tabak an unter 16-Jährige respektive unter 18-Jährige verkauft wird, riskiert die verantwortliche Person eine Geldbusse oder ein Strafverfahren.

Hinweis

Weiterführende Informationen gibt es auch unter www.jugendschutz-zentral.ch. Dort stehen unter anderem auch eine Online-Schulung, Hinweise zu den nationalen und kantonalen Gesetzen und Jugendschutzmaterial zur Verfügung.

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