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URI: «Die E-Bikes werden jetzt salonfähig»

Im Kanton gibt es immer mehr Mountainbikes mit Elektromotor. Davon profitieren nicht nur die Velohändler, sondern auch die Bergrestaurants.
Elias Bricker
Mit dem Bike bei Amsteg stotzig bergauf: Um die Bevölkerung zu mehr Bewegung zu motivieren, sollen im Kanton Uri mehrere Ladestationen für E-Bikes aufgestellt werden. (Bild: Boris Bürgisser)

Mit dem Bike bei Amsteg stotzig bergauf: Um die Bevölkerung zu mehr Bewegung zu motivieren, sollen im Kanton Uri mehrere Ladestationen für E-Bikes aufgestellt werden. (Bild: Boris Bürgisser)

Elias Bricker

E-Bikes sind im Trend. Doch längst nicht nur Grosis, die mit dem Velo und dem Körbchen auf dem Gepäckträger ihre Einkäufe erledigen, kaufen sich ein E-Bike. In der Zentralschweiz setzen immer mehr auch Leute zwischen 20 und 60 Jahren auf ein Velo mit Elektromotor. Denn die E-Bikes sind oft nicht mehr herkömmliche Flyer für den Stadtverkehr, sondern immer mehr vollgefederte Mountainbikes, mit denen die Fahrer die steilsten Alpstrassen hochkraxeln können. Zum Teil sind die Bikes sogar mit dicken Pneus ausgestattet, damit sie den Fahrern auf den rasanten Abfahrten einen besseren Halt geben.

Weitere Distanzen in gleicher Zeit

«Das Geschäft mit den E-Bikes wächst enorm», sagt Markus Infanger, Inhaber der Velo Infanger AG in Erstfeld. Denn E-Mountainbikes seien nicht mehr so verpönt wie noch vor wenigen Jahren. «Die Akzeptanz steigt», sagt Infanger. «E-Bikes werden im Kanton Uri jetzt salonfähig.» Zu den E-Bike-Käufern zählt Infanger Jung und Alt. «Oft sind es auch Leute, denen die Zeit für grössere Touren fehlt und nicht einfach jeden Abend die gleiche Runde am See drehen möchten», sagt Infanger. «Dank einem E-Bike könnten sie in der gleichen Zeit viel grössere Distanzen zurücklegen.» Zwar habe der Verkauf von elektrischen Mountainbikes schweizweit zugelegt. Doch in Bergregionen, wie etwa im Kanton Uri, seien sie speziell gefragt.

Schweiz hinkt hinterher

Das bestätigt das Beispiel von Anja Tresch aus Bristen. Die 25-Jährige hat sich erst vor kurzem ein E-Bike gekauft. «Bei uns geht es ja nur rauf und runter», sagt sie. «Da macht Velofahren normalerweise keinen Spass. Ohne E-Bike würde ich deshalb nie aufs Velo steigen.» Und auch Gerdy Walker aus Erstfeld ist begeistert. «Man geht einfach viel mehr aufs Velo, wenn man irgendwo raufkommt. Das beflügelt», sagt die 57-Jährige. «Dank dem Motor bin ich jetzt eigentlich viel trainierter als zuvor.»

Dass die Akzeptanz für Elektrovelos wächst, registriert auch Mike Reichmuth, Inhaber des Outdoor-Shops Just for Freaks in Altdorf. «Als Velohändler kommt man nicht mehr darum herum», sagt Reichmuth. «Das Sortiment wird jedes Jahr noch grösser.» Doch während die E-Mountainbikes in Österreich oder im Südtirol schon seit längerer Zeit richtig boomen, sei es im Kanton Uri ein bisschen länger gegangen, bis der Trend angezogen habe.

Christian Gisler von der Bikewelt Gisler GmbH in Schattdorf ist überzeugt: «Der Anteil E-Bikes wird noch extrem zunehmen». Doch bereits jetzt würden die E-Bikes, die zwischen 2600 und 10 000 Franken kosten, einen beachtlichen Teil des Umsatzes ausmachen.

Auch Trainierte setzen aufs E-Bike

Ob Arni, Isenthal, Kinzigpass, Fleschsee, Unteralp oder Maderanertal: Uri ist ein Eldorado für Biker. Deshalb spüren nun auch die Betreiber der Bergrestaurants entlang der bekannten Urner Bikerouten den E-Bike-Boom – so etwa Tobias Fedier vom SAC-Hotel Maderanertal hinter Bristen. Denn bisher legten nur trainierte Velofahrer die steile und rund 10 Kilometer lange Strecke von Amsteg zum Berghotel zurück. «Die Leute schaffen es mit den E-Bikes eher bis zu mir», sagt Fedier mit einem Schmunzeln. «Zudem konsumieren die Velofahrer mehr, wenn sie nicht so kaputt hier ankommen.» Er ist überzeugt, dass den E-Bikes die Zukunft gehört.

«Wir können sicher noch nicht vom ganz grossen Boom sprechen, doch die Anzahl E-Bikes nimmt spürbar zu», sagt Bärti Gisler vom Kiosk am Fleschsee auf den Eggbergen ob Altdorf. «Mir fällt aber auf, dass vor allem auch gut trainierte Leute mit dem E-Bike kommen», sagt Gisler. Und diese kämen nun nicht mehr nur am Wochenende bei ihm im Kiosk vorbei, sondern dank dem E-Bike immer öfters nach dem Feierabend. Denn mit dem E-Bike sei der Fleschsee vom Talboden aus schneller erreichbar als mit herkömmlichen Bikes. Der Wirt hat sich inzwischen selber ein E-Bike zugelegt. «Ich würde es nicht mehr hergeben», sagt der frühere Spitzenschwinger.

Bergbeizli rüsten auf

Die Velo Infanger AG will nun auf den Boom reagieren. Sie plant mit mehreren Bergbeizli-Betreibern, bis Ende Sommer in verschiedenen Restaurants eine Aufladestation für E-Bikes zu installieren. Dies wäre eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Die Sportler könnten kostenlos ihre Akkus wieder aufladen, im Gegenzug würden sie im Restaurant etwas konsumieren. «Eine halbe Akku-Ladung dauert genau so lang wie ein Mittagessen», sagt Initiant Markus Infanger. Die erste Aufladestation ist beim SAC-Hotel Maderanertal bereits in Betrieb. Weitere Aufladestationen sollen in den nächsten Wochen folgen.

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