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URI: Die Erfolgsgeschichte der Seeforelle im Kanton Uri

Die gefährdete Seeforelle lebt im Urnersee und wandert immer im Herbst zur Fortpflanzung in die Reuss und ihre Seitengewässer hinauf. Für die Fortpflanzung erhalten die Tiere menschliche Unterstützung.
Eine kapitale Seeforelle in der Fischzuchtanlage Flüelen. (Bild: PD)

Eine kapitale Seeforelle in der Fischzuchtanlage Flüelen. (Bild: PD)

In der kälteren Herbstzeit zwischen Oktober und November ist das Fischereiinspektorat Uri mit seinen Helfern in der Nacht wieder an den Ufern der Reuss zwischen Erstfeld und Amsteg unterwegs. Die Lichter der Lampen und das Brummen des Elektrofanggeräts begleiten die eingespielte Truppe. Ihr Ziel ist der Fang von laichreifen Seeforellen, die in der Nacht Einstand an den Ufern suchen. Dieser traditionelle Laichfischfang findet an jeweils drei Abenden pro Woche statt, heisst es in einer Medienmitteilung der Umweltdirektion des Kantons Uri vom Donnerstag.

Die gefangenen Fische werden in der Fischzuchtanlage Flüelen abgestreift. Dabei werden die Eier der Weibchen mit der Milch der Männchen besamt. Die befruchteten Eier entwickeln sich zum Larvenstadium. In der Fischzuchtanlage ist die sensible Larvenentwicklung vor Störungen geschützt. Mit der künstlichen Erbrütung werden die hohen Ausfälle in der Natur somit teilweise überbrückt und ein grosser Beitrag für den Erhalt der Seeforelle im Vierwaldstättersee geleistet. Die eingefangenen Tiere werden danach wohlbehalten wieder in ihre Freiheit entlassen.

Die Seeforelle im Vierwaldstättersee und im Kanton Uri

Die natürlichen Lebensraumbedingungen in den Zuflüssen und Seitengewässern des Vierwaldstättersees sind heute nicht mehr ausreichend gegeben. Dies hat mit dem speziellen Lebenszyklus der Seeforelle zu tun. Die Seeforelle wandert für die Fortpflanzung vom See in die Fliessgewässer und legt dort den Laich ab. Die Jungfische verbringen ihr Leben im Fliessgewässer und wandern im Alter von etwa zwei bis drei Jahren wieder in den See ab. Dort fängt der Zyklus wieder an. Damit also die Fortpflanzung funktioniert, müssen die laichreifen Fische hindernisfrei aufsteigen können, geeignete Laichstellen und möglichst naturnahe, ungestörte Flüsse und Bäche für das Heranwachsen bis zum Jungfisch haben (Kinderstube der Seeforelle).

Im Kanton Uri bestehen Defizite insbesondere am Hauptgewässer der Reuss (Hochwasserschutzverbauungen und Wasserkraftnutzung), des Weiteren gibt es bei Winterhochwassern natürliche Ausfälle in der Laichzeit. Zusätzlich ist auch für den Bestandesaufbau eines revitalisierten Gewässers ein Initialbesatz notwendig.

Revitalisierungen zur Förderung der Seeforelle

Zur nachhaltigen Förderung der Seeforelle sind in erster Priorität die «Kinderstuben» der Seeforellen aufzuwerten, das heisst die Zuflüsse und Seitengewässer zu revitalisieren. Die Revitalisierung der Seitengewässer wurde im Kanton Uri in den letzten 10 bis 15 Jahren mit grossem Einsatz erfolgreich umgesetzt (zum Beispiel mit der Revitalisierung des Giessens zwischen Flüelen und Altdorf, des Klostergrabens in Seedorf, des Walenbrunnens zwischen Schattdorf und Erstfeld und des Schützenbrunnens in Silenen).

Zur Sicherstellung der Seeforellenförderung sind in einigen Gewässern auch Schonmassnahmen (Fischereiverbote) notwendig. Mit der naturbelassenen Schlucht an der Reuss oberhalb Amsteg (im Intschitobel) haben die Seeforellen zudem eine paradiesische Kinderstube (ungestört in Schlucht, gute Wasserqualität, ideales Laichsubstrat).

pd/zim

Nachts werden an Ufern der Reuss zwischen Erstfeld und Amsteg laichreife Seeforellen gesucht. (Bild: PD)

Nachts werden an Ufern der Reuss zwischen Erstfeld und Amsteg laichreife Seeforellen gesucht. (Bild: PD)

Die eingefangenen Seeforellen werden wohlbehalten wieder in ihre Freiheit entlassen. (Bild: PD)

Die eingefangenen Seeforellen werden wohlbehalten wieder in ihre Freiheit entlassen. (Bild: PD)

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