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URI: «Die Musik sorgt sicher für noch mehr Gänsehaut»

Dani Bomatter spielt im Orchester der Tellspiele mit. Noch immer kann er es kaum glauben, dass die Schattdorfer zum Handkuss kamen.
Markus Zwyssig
Der 46-jährige Dani Bomatter spielt im Orchester der Tellspiele mit. (Bild: F. X. Brun)

Der 46-jährige Dani Bomatter spielt im Orchester der Tellspiele mit. (Bild: F. X. Brun)

Ein Streichorchester und eine Rockband: Gross waren Philipp Beckers Pläne für die Musik bei den diesjährigen Altdorfer Tellspielen. Der Regisseur musste aber zurückbuchstabieren und seine ursprünglichen Visionen begraben. Es stellte sich nämlich heraus, dass diese gar nicht realisierbar sind. Dazu wäre im schmalen Orchestergraben vor der Bühne im Theater Uri schlicht zu wenig Platz vorhanden.

Musikanten machen «Wums»

Wuchtig soll die Musik bei den Altdorfer Tellspielen aber trotzdem daherkommen. Dirigent Michel Truniger machte sich im Auftrag des OK auf die Suche nach einem passenden Korps. Er hatte die Musikgesellschaft Schattdorf im Kopf und fragte an. Der Regisseur gab für die Musik nur eine klare Vorgabe: «Es muss Wums machen», sagte er.

Ein wenig ungläubig schauten anfänglich die Musikanten in Schattdorf drein. «Wir haben es zuerst gar nicht geglaubt, dass wir für ein derart grosses Projekt angefragt werden», sagt Dani Bomatter. Der 46-jährige Informatiker ist Dirigent der Musikgesellschaft Schattdorf und spielt Alt-Horn.

«Eine solche Chance bekommt man als Verein, der von der musikalischen Qualität her eher im Mittelfeld spielt, wohl nur einmal im Leben», zeigt sich Bomatter realistisch. Zu verstecken braucht sich die Musikgesellschaft Schattdorf aber nicht. «Wir sind ein attraktiver Verein», ist er überzeugt. «Mit unserer typischen Literatur wollen wir uns als Brassband abheben von Formationen des traditionelleren Sektors.» Und bei den Proben zeigte es sich, dass sich die Schattdorfer Musikanten und die sechs Profis im Orchester sehr gut ergänzen. Der zeitliche Aufwand für die Musiker ist gross. Das Orchester wird bei allen 26 Vorführungen der Tellspiele, die vom 20. August bis zum 22. Oktober stattfinden, live spielen. Die Musiker sitzen jeweils bei den Aufführungen zweieinhalb Stunden lang im Orchestergraben.

Die Musikanten der MG Schattdorf sind zwischen 18 und 65 Jahre alt. Einige sind bei allen Aufführungen, also 26 Mal, immer dabei. Andere wechseln sich ab, spielen also je 13 Mal mit. «Alle engagieren sich so viel, wie es eben Schule, Beruf und Familie zulassen», sagt Bomatter. Er selbst spielt 19 Mal mit. Seine Frau Jeanette, die ebenfalls wie Dani Alt-Horn spielt, sitzt 13 Mal im Orchestergraben.

Schattdorfer schätzen Werbung

Für die Bezahlung der Musiker steht ein Gesamtbudget zur Verfügung. Die Profis werden für jede Probe und jede Aufführung bezahlt. Hingegen erhalten Dani Bomatter und auch die anderen Musikanten der Musikgesellschaft Schattdorf kein Geld für ihre Arbeit. «Mein Lohn ist es, dabei zu sein», sagt denn auch Bomatter. Das Erlebnis zähle und nicht das Geld. Trotzdem hat er einen Wunsch: «Hoffentlich bleibt am Ende der Spielzeit noch etwas übrig für die Vereinskasse.»

Unter der Regie von Philipp Becker präsentieren sich die Tellspiele Altdorf als bildgewaltiges Theaterspektakel. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Walterli alias Gian Luca Barengo (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Wilhelm Tell alias Pan Aurel Bucher (links) zusammen mit Walterli alias Gian Luca Barengo (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Wilhelm Tell alias Pan Aurel Bucher schiesst... (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
... Gessler alias Ariant Sakiri wird von Tell getroffen (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Mit dabei ist auch die Urner Regierungsrätin und Präsidentin der Tellspiel Gesellschaft Altdorf, Barbara Bär. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Walterli alias Gian Luca Barengo (rechts) zusammen mit Gessler alias Ariant Sakiri. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Wilhelm Tell alias Pan Aurel Bucher (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Wilhelm Tell alias Pan Aurel Bucher (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Wilhelm Tell alias Pan Aurel Bucher (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Bild: Keystone / Urs Flüeler
Viel Lob gab es fürs Bühnenbild. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
THEATER, SCHAUSPIEL, VOLKSTHEATER, FOTOPROBE, (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
27 Bilder

Tellspiele Altdorf

Für die MG Schattdorf ist die Teilnahme an den Tellspielen eine willkommene Gelegenheit, um Werbung in eigener Sache zu machen. Sie kommt just zur rechten Zeit. Den Musikanten steht ein Wechsel bevor: Dani Bomatter legt sein Amt als Dirigent auf Ende Jahr nieder. Das Korps ist daher auf der Suche nach einem Nachfolger. «Gute Dirigenten zu finden, ist ein Glücksspiel», ist er überzeugt. Trotzdem gibt er sich zuversichtlich. Als Musikant bleibt er der MG Schattdorf erhalten.

Die Musiker bekommen nicht allzu viel mit von dem, was auf der Bühne geschieht. Es gibt zwar einen Monitor im Orchestergraben, doch dieser dient vor allem dazu, dass der Dirigent das Geschehen auf der Bühne verfolgen und entsprechend die Einsätze geben kann. «Wir bekommen höchstens ein paar Wasserspritzer ab, wenn auf der Bühne getanzt wird.» Was man aber bis in den Orchestergraben hinunter spüre, das sei das Herzblut, das die Spieler versprühen würden.

Manchmal kommen fast die Tränen

Noch wird bei den Tellspielen viel geprobt und ausprobiert. Jedesmal sei es wieder anders. «Das heisst, wir müssen flexibel sein», sagt Bomatter. Johannes Hofmann, der die Musik speziell für die Neuinszenierung geschrieben hat, ist bei den Proben oft dabei und bringt da und dort Präzisierungen an. Die Musik, die Hofmann geschrieben habe, sei modern, aber sehr gehörfällig, sagt Bomatter. Das Spiel auf der Bühne werde damit sehr gut untermalt und verstärkt. «Wir sorgen mit der Musik für noch mehr Gänsehaut bei den Zuschauern», so Bomatter. Besonders eindrücklich sei eine Szene auf dem Rütli. Mit Hofmanns Musik kämen einem fast die Tränen. «Wenn man die durch das Spiel aufkommenden Gefühle zulässt, dann berührt es einen unweigerlich.»

Markus Zwyssig

Hinweis

Die Altdorfer Tellspiele 2016 feiern heute Samstag Premiere. Dazu werden zahlreiche prominente Gäste – unter ihnen Bundesrat Ueli Maurer und Ständeratspräsident Raphaël Compte – erwartet.

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