URI: Diese Urner Extrembergsteiger kennen keine Grenzen

Drei Urner berichten über Erstbesteigungen aus aller Welt. Für sie ist kein Berg zu hoch und keine Wand zu steil.

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Dani Arnold meisterte beim Eisklettern in Schottland einige gefährliche Routen. (Bild: PD)

Dani Arnold meisterte beim Eisklettern in Schottland einige gefährliche Routen. (Bild: PD)

AH. Ein falscher Griff, ein unbedachter Tritt – und schon könnte das Leben vorbei sein. Denn auch die Sicherheitsseile garantieren keinen absoluten Schutz vor einem Sturz aus mehreren hundert Metern Höhe. «Ein Alpin-Kletterer muss deshalb immer konzentriert sein. Er darf nie sein Ziel aus den Augen verlieren, sonst geschehen Fehler», sagt Jürgen Bissig aus Altdorf. Gemeinsam mit den zwei Urner Kletterern Ivan Tresch und Dani Arnold hält Bissig am 19. März in Unterschächen und am 25. März in Erstfeld eine Präsentation zum Alpin-Klettern. Sie zeigen atemberaubende Bilder aus der Schweiz, aus Chile und Schottland. Die Vorträge sollen den Besuchern einen Einblick in eine unbekannte Welt der Extreme ermöglichen.

Unbezwingbar? Nicht mehr

2011 sorgte Bissig in der Kletterszene für Aufsehen. Zusammen mit Tresch und dem Zürcher Pascal Siegrist bestieg er als Erster die Südostwand des Chalchschijen ganz hinten im Maderanertal (siehe unsere Zeitung vom 24. November 2011). Bis dahin galt die Route als unbezwingbar. Sie ist beeindruckende 650 Meter lang und teilweise überhängend. Die Wand ist derart schwierig zu klettern, dass die Bergsteiger vier Versuche benötigten, um die Wand zu bezwingen. Sie hatten den Berg unterschätzt. Das Wetter dort kann blitzartig umschlagen. Dann wird der Hochsommer zum gefühlten Winter. Die Bergsteiger kämpften gegen Regen, Schnee und Lawinen, die gefährlich nahe ins Tal donnerten. Am 11. August 2011 klappte die Erstbesteigung endlich. Insgesamt 14 Tage lang hingen die Extremsportler im Seil. Sie schliefen in Hängezelten an den unmöglichsten Stellen mitten im Felsmassiv. «Gegessen wird nur aus Tüten. Couscous, Reis und Polenta sind auf einer Tour die Hauptnahrungsmittel», sagt Bissig.

Herausforderung im Dschungel

Der renommierte Kletterer Ivan Tresch wird an der Präsentation auch von einer Erstbesteigung aus Chile ­berichten. Mitten im Dschungel kletterte er 2009 den Cochamo hoch, ein Plateau aus Granitwänden. Die Aktion dauerte mehrere Wochen. Dabei hatte Tresch nicht nur mit dem Felsen, sondern auch mit der Vegetation zu kämpfen. Im Februar 2011 reiste zudem Dani Arnold zum Eisklettern nach Schottland. Dort meisterte er kurze, aber äusserst gefährliche Routen. Arnold hatte sich 2011 mit einem Speedrekord an der Eigernordwand einen Namen gemacht.

Hinweis

Die Präsentationen der drei Urner Alpin-Kletterer finden wie folgt statt: Dienstag, 19. März, um 19.30 Uhr in der Aula Unterschächen; Mittwoch, 27. März, um 19.30 Uhr im Casino Erstfeld.

Der Eintritt kostet 20 Franken.

Vorverkauf: Walterli Freak Shop, Altdorf; Just for Freaks, Altdorf; Imholz-Sport, Bürglen; Gasthof Alpenrose, Unterschächen.