URI: Erfreuliches Jahr für Winterhilfe

Die Winterhilfe Uri hat im vergangenen Geschäftsjahr 140 benachteiligte Personen finanziell unterstützen können. Dank vieler Spenden war der Betrag höher als erwartet.

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Der erweiterte Vorstand, von links: Käthi Russi, Geschäftsstellenleiter Hans Gisler, Erika Indergand, Präsident Isidor Baumann, Claudia Tresch-Rey und Max Horat. (Bild Georg Epp)

Der erweiterte Vorstand, von links: Käthi Russi, Geschäftsstellenleiter Hans Gisler, Erika Indergand, Präsident Isidor Baumann, Claudia Tresch-Rey und Max Horat. (Bild Georg Epp)

An der Mitgliederversammlung der Winterhilfe Uri in Bürglen berichtete Präsident Isidor Baumann über ein erfreuliches Jahr mit grosser Spendefreudigkeit. Dank spontaner Beträge konnten im vergangenen Jahr alle Gesuche mit einem Beitrag unterstützt werden. Baumann bedauerte, dass immer weniger Personen direkte Unterstützung von der Winterhilfe suchen, sondern erst über Sozialinstitutionen zu ihr gelangen. Er forderte die Gemeindevertreter auf, auch im Zweifelsfall ein Gesuch einzureichen, denn selten oder nie wird ein begründetes Gesuch abgelehnt. «Ohne Meldung kann nicht geholfen werden», betonte der Präsident.

Jahresergebnis im Plus

Im Jahresbericht des Geschäftsleiters Hans Gisler ist zu entnehmen, dass im Geschäftsjahr 2014/2015 in 45 Fällen (Vorjahr 40) eine Überbrückungshilfe in Form von finanziellen Beiträgen oder Übernahmen von Rechnungen geleistet wurden. Der Totalbetrag an Hilfeleistungen war mit 52 108 Franken dank des guten Spendeneingangs höher als budgetiert. Insgesamt 140 Personen, davon 75 Kinder, konnten sich über Unterstützung freuen. Einmal mehr erwähnenswert ist die Aktion «Das ganze Jahr Weihnachten». Dank der grosszügigen Weihnachtsspende der Merck & Cie in Altdorf von 3000 Franken und dem Beitrag der Winterhilfe von 5000 Franken konnten 50 Einzelpersonen oder Familien beschenkt werden. Für diese Leistungen muss kein Gesuch gestellt werden. «Der Stellenwert der Winterhilfe ist bei Spendern und Empfängern nach wie vor sehr gross», meinte Isidor Baumann.

Die Winterhilfe Uri ist bestrebt, die finanzielle Lage im Gleichewicht zu halten und ab und zu kleine ­Überschüsse in Fonds zu platzieren. Die gute finanzielle Lage erläuterte Kassierin Erika Indergand im Detail. Das Jahresergebnis schliesst mit einem Plus von rund 2900 Franken ab, das frei verfügbare Kapital beträgt knapp 72 000 Franken. Margrit Furrer von der Revisionsstelle bedankte sich beim Vorstand für die freiwillige Arbeit zu Gunsten der Ärmsten.

Vorstand vergrössert sich

Im Wahlturnus für eine weitere Amtsdauer von vier Jahren standen Max Horat, Schattdorf, und Erika Indergand, Erstfeld. Beide zeigten sich motiviert, eine weitere Amtsdauer anzuhängen. Mit Claudia Tresch-Rey, Andermatt, konnte der Vorstand um eine Person vergrössert werden. Die ehemalige Hüttenwartin der Rotondohütte und der Albert-Heim-Hütte freut sich auf den Einsatz für ärmere Mitmenschen. Nicht im Wahlturnus standen Präsident Isidor Baumann, Wassen, Käthi Russi Grisoni, Andermatt, und Geschäftsstellenleiter Hans Gisler, Attinghausen. Hans Gisler kündigte seine Demission auf die nächste Mitgliederversammlung an. Einen neuen Geschäftsstellenleiter zu finden, wird nicht einfach sein. Isidor Baumann forderte die Versammlung auf, mitzuhelfen bei der Suche eines Nachfolgers. Die Revisionsstelle bleibt mit Margrit Furrer und Sandra Walker unverändert.

Die Grüsse des Dachverbandes überbrachte Zentralsekretär Daniel Frei. Er streifte in kurzen Zügen die wichtigsten Baustellen von Winterhilfe Schweiz und gratulierte zur geleisteten Arbeit in Uri.

Wie Armut entsteht

Nach der Mitgliederversammlung berichtete Maria Egli, Stelleleiterin des Hilfswerks der Kirchen Uri, in einem Referat über Armut und private Sozialhilfe. Das Hilfswerk der Kirchen Uri ist eine Fach- und Beratungsstelle zur Ergänzung und Unterstützung des diakonischen Auftrages der beiden Urner Landeskirchen. Diakonie – verstanden als soziales Wirken im kirchlichen Umfeld – begründet sich in der christlichen Nächstenliebe und orientiert sich an der Vision eines solidarischen Zusammenlebens. Das Hilfswerk hilft nicht nur finanziell, sondern bietet auch eine professionelle Anlauf- und Beratungsstelle für Menschen in sozialen Notlagen. Laut Egli kann Armut aus persönlichen oder gesellschaftlichen Gründen entstehen, weitere Gründe sind vielfach auch mangelnde Bildung, fehlendes Einkommen, Beziehungsprobleme oder vererbte Armut. «Mit der Beratungsstelle gelingt es uns oft, die prekäre Situation von Menschen da und dort schrittweise zu entschärfen. Oft schaffen wir es auch, Existenzängste abzubauen und neue Hoffnung aufzubauen», sagte Egli. Sie beurteilt die Zusammenarbeit sozialer Partner in Uri als gut. «Wir brauchen den Zusammenhalt, um Unterstützung leisten zu können.»

Georg Epp