URI: Erstfeld zieht sich aus Wasserkraftprojekt zurück

Die Gemeindewerke Erstfeld ziehen sich aus dem gemeinsamen Wasserkraftprojekt Erstfeldertal für die Nutzung des Alpbachs zurück. Wie es mit dem Projekt nun weitergeht, ist unklar.

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Der Alpbach im Erstfeldertal. (Bild: Archiv/UZ)

Der Alpbach im Erstfeldertal. (Bild: Archiv/UZ)

Der Alpbach im Urner Erstfeldertal ist das grösste noch nutzbare Gewässer im Kanton Uri. Seit mehreren Jahren arbeiten die Gemeindewerke Erstfeld (GWE), die Elektrizitätswerk Altdorf AG (EWA) und der Kanton Uri an einem Partnerwerk, um die Wasserkraft des Bachs gemeinsam zu nutzen. 2013 hatten die Partner eine entsprechende Absichtserklärung vereinbart.

Nun gaben die GWE an der Erstfelder Gemeindeversammlung vom Mittwoch bekannt, dass sie sich aus dem Kraftwerkprojekt zurückziehen werden. Seit dem Einreichen der ersten Konzessionsgesuche sowie der Unterzeichnung der Absichtserklärung hätten sich verschiedene Rahmenbedingungen verändert, schreiben die Gemeindewerke in einer Medienmitteilung.

Auch habe die Wirtschaftlichkeit der Schweizer Wasserkraft stark gelitten. Der Verwaltungsrat der GWE nahm deshalb eine umfassende Neubeurteilung des Projekts vor und entschied sich danach, das Projekt nicht mehr weiterzuverfolgen.

In die Beurteilung miteinbezogen wurden nebst der Unsicherheit im Strommarkt unter anderem auch die Grösse des Investitionsvolumens, die Risiken in der Ertragslage und die Auswirkungen auf das Trinkwasserkraftwerk Flüe.

Die Urner Regierung nimmt laut einer Medienmitteilung vom Donnerstag diesen Entscheid "mit Bedauern zur Kenntnis". Auch das EWA bedaure den Ausstieg, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Für die Urner Regierung sind die Gründe für den Ausstieg aber "nachvollziehbar und klar dargelegt".

Unklare Zukunft

Wie es mit dem Wasserkraftprojekt im Erstfeldertal weitergeht, lasse sich zurzeit nicht beantworten, schreibt die Urner Regierung. Sie erachtet es mit Blick auf die Gesamtenergiestrategie Uri und das Schutz- und Nutzungskonzept erneuerbarer Energie nach wie vor als sinnvoll, am Alpbach "in irgend einer Form Wasserkraft zu nutzen".

Dabei stehe aber ausser Frage, dass die Wasserkraftnutzung nicht auf Kosten der Trinkwassernutzung gehen dürfe, betont der Regierungsrat.

Zurzeit wird von kantonalen Fachstellen und von den zuständigen Bundesstellen abgeklärt, ob und unter welchen Voraussetzung eine Doppelnutzung möglich wäre. Sollten die Untersuchungen zeigen, dass die Quellen nicht erhalten werden können, müsste das Projekt wohl aufgegeben werden, schreibt die Regierung. (sda)

Das Kraftwerkprojekt im Erstfeldertal. (Bild: Grafik: Janina Noser)

Das Kraftwerkprojekt im Erstfeldertal. (Bild: Grafik: Janina Noser)