Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

URI: Fall Walker: Das Obergericht begründet sein Urteil auf 88 Seiten

Am 22. Januar hat das Urner Obergericht Ignaz Walker schuldig gesprochen, im November 2010 einen Auftragskiller auf seine damalige Ehefrau angesetzt zu haben. Nun liegt das begründete Urteil vor. Die Parteien haben jetzt 30 Tage Zeit, Berufung einzulegen.
Ignaz Walker gab den Medien nach der Urteilsverkündung Interviews. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Januar 2018))

Ignaz Walker gab den Medien nach der Urteilsverkündung Interviews. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. Januar 2018))

Das Obergericht des Kantons Uri hat das begründete schriftliche Urteil im Fall Ignaz Walker an die Parteien verschickt. Es ist mittlerweile vom Beschuldigten, von der Staatsanwaltschaft und von der Zivilklägerin entgegen genommen worden. Damit beginnt für die Parteien die 30-tägige Frist, um allenfalls beim Bundesgericht Beschwerde gegen das am 22. Januar 2018 mündlich eröffnete Urteil des Obergerichts des Kantons Uri einzureichen.

Das Obergericht hatte sich im November 2017 zum dritten Mal mit dem Fall Ignaz Walker befasst, nachdem das Bundesgericht den Fall zweimal an die höchste Urner Behörde zurückgewiesen hatte. Im ersten Anlauf vom September 2013 war Walker vom Obergericht Uri wegen versuchter vorsätzlicher Tötung im Fall des Holländers Johannes P. und wegen versuchten Mordes in Mittäterschaft im Fall seiner damaligen Ehefrau Nataliya K. zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt worden. Im April 2016 sprachen ihn die Richter aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf frei, einen Auftragskiller auf seine damalige Frau Nataliya K. angesetzt zu haben, im Fall Johannes P. wurde Walker der Gefährdung des Lebens schuldig gesprochen. Das Strafmass wurde damals auf 28 Monate reduziert. Das Urteil im Fall von Johanners P. ist mittlerweile rechtskräftig.

Im Januar 2018, beim mittlerweile dritten Anlauf, kam das Obergericht des Kantons Uri zum Schluss, dass Walker nun doch wieder schuldig sei respektive dass es als erwiesen erscheine, dass er einen Auftragskiller auf seine damalige Frau angesetzt habe. «Nach einer erneuten Würdigung aller Indizien gebe es keine relevanten Zweifel an Walkers Tatbeitrag», begründete Obergerichts-Vizepräsident Thomas Dillier damals die Kehrtwende. Das Obergericht des Kantons Uri verurteilte Walker deshalb wegen versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren. Walker ist nach wie vor auf freiem Fuss, da das Gericht die Fluchtgefahr als gering beurteilt.

Nun liegt das schriftliche begründete Urteil vor. Es umfasst 88 Seiten. Dem bestrittenen Vorfall vom 12. November 2010, als Walkers damalige Ehefrau in Erstfeld angeschossen wurde, widmet das Gericht 19 Seiten. Dabei folgt das Obergericht im Wesentlichen den Argumenten des Bundesgerichts in dessen Urteil vom April 2017 – und kommt zu folgendem Schluss: «Auch wenn einzelne Indizien nur mehr oder weniger stark für die Beteiligung von Walker sprechen», würden diese gesamthaft betrachtet «derart wiegen», dass sie nur zum Schluss führen können, dass Walker zusammen mit Sindelic den Entschluss zur Tötung seiner damaligen Ehefrau gefasst, die Tat mit ihm geplant, ihm die Tatwaffe dafür verschafft und ihm ein Entgelt dafür versprochen hat.

Hinweis

Das begründete Urteil kann auf www.ur.ch (Rechtsprechung des Obergerichts Uri; OG S 17 3) heruntergeladen werden.

bar/eca

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.