URI: Fall Walker wird im November frisch verhandelt

Am 16. November findet die Berufungsverhandlung des Falls Walker statt. Dies gab das Obergericht am Montag bekannt.

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Ignaz Walker (rechts) verlässt mit seinem Anwalt Linus Jaeggi nach der Urteilsverkündigung das Rathaus. (Bild: Pius Amrein (Altdorf, 18. April 2016))

Ignaz Walker (rechts) verlässt mit seinem Anwalt Linus Jaeggi nach der Urteilsverkündigung das Rathaus. (Bild: Pius Amrein (Altdorf, 18. April 2016))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Der Fall Walker geht in die nächste Runde. Mittlerweile liegen die Taten sieben Jahre zurück. Walker wird vorgeworfen, im Januar 2010 ausserhalb seiner Nightbar Taverne in Erstfeld auf den holländischen Gast Johannes Peeters geschossen zu haben. Zudem soll Walker den Kroaten Sasa Sindelic beauftragt haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Nataliya K. zu töten. Die aus der Ukraine stammende Frau wurde im November 2010 durch drei Schüsse schwer verletzt. Bei beiden Taten wurde dieselbe Waffe verwendet.

Achteinhalb und zehn Jahre

Im September 2012 befand das Landgericht Uri Sindelic des versuchten Mordes in Mittäterschaft schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren. Walker fasste wegen Gefährdung des Lebens (Fall Peeters) und versuchten Mordes in Mittäterschaft (Fall Nataliya K.) eine Strafe von zehn Jahren.

Sindelic akzeptiert Urteil

Der Kroate hat das Urteil akzeptiert und zwei Drittel der Strafe abgesessen. Am 11. Juli 2017 ist er bedingt entlassen und nach Kroatien ausgeschafft worden. Die Schweiz hat gegen ihn eine Einreisesperre verhängt.

Ignaz Walker legte gegen das Urteil des Landgerichts Berufung ein. Das Obergericht Uri verschärfte das Strafmass aber noch und verurteilte ihn im September 2013 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und versuchten Mordes in Mittäterschaft zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Im Dezember 2014 hiess das Bundesgericht eine Beschwerde Walkers teilweise gut, hob das Urteil auf und schickte den Fall zur Neubeurteilung ans Obergericht Uri zurück.
Die zweite Berufungsverhandlung vor dem Obergericht Uri begann am 19. Oktober 2015. Sie wurde am 30. Oktober unterbrochen, am 22. Februar 2016 wieder aufgenommen und am 24. Februar beendet. Am 18. April sprach das Obergericht Walker aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf des versuchten Mordes in Mittäterschaft an Nataliya K. frei. Schuldig gesprochen wurde er aber im Fall Johannes Peeters. Walker wurde zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt. Bis heute hat er allerdings fast vier Jahre und sieben Monate abgesessen.

Sowohl Walker als auch der Oberstaatsanwalt gelangten im Sommer 2016 erneut ans Bundesgericht. Dieses hob das Urteil des Obergerichts im April 2017 auf und wies es zur Neubeurteilung nach Uri zurück. Am 16. November geht der Fall Walker somit in die dritte Runde vor Obergericht Uri.