URI: Forscher bitten Urner um Hilfe bei Meteoritensuche

Nördlich von Unterschächen ist ein Meteor explodiert. Nun werden in einigen Teilen Uris Bruchstücke vermutet.

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Flugbahn und Streugebiet des Meteoriten. (Bild: Grafik Janina Noser/Neue LZ)

Flugbahn und Streugebiet des Meteoriten. (Bild: Grafik Janina Noser/Neue LZ)

AH. Schächentaler, Bristner und Ursch­ner aufgepasst: Vor der Haustüre könnten Meteoritensplitter liegen. Das Gramm kostet 20 bis 50 Franken, je nach Material sogar noch mehr.

Am 15. März um 20.44 Uhr ist ein Meteor von Deutschland her über den Ostrand des Zürichsees in Richtung Leventina gesaust. Rund 30 Kilometer nördlich von Unterschächen explodierte er in einer Höhe von 60 bis 70 Kilometern. Berechnungen ergaben, dass Meteoritensplitter am wahrscheinlichsten rund um Unterschächen, im Maderanertal und auf dem Oberalppass verstreut liegen (siehe Grafik). Deshalb bittet nun ein Team von Wissenschaftlern der Museen Bern und Genf die Urner Bevölkerung, mögliche Fundstücke einzuschicken. Die Forscher rechnen mit Stücken zwischen 1 und 100 Gramm.

Fundstücke nicht berühren

«Die Meteoritenstücke sind klein, ganz schwarz, haben eine glasige Oberfläche und glänzen», sagt Geologieprofessor Edwin Gnos vom Naturhistorischen Museum Genf. Da Meteoriten Eisen enthielten, würden Splitter am Boden vermutlich Rostflecken aufweisen. Wer etwas findet, ist angehalten, folgende Daten zu dokumentieren: Fundort, GPS-Koordinaten und Zeitangabe. «Am besten fotografiert man die Meteoritensplitter am Fundort aus verschiedenen Perspektiven und markiert die Stelle», so Gnos. «Dann sollte die Probe sorgfältig in einen Plastikbeutel verpackt und eingeschickt werden möglichst ohne direkte Berührung.»

Als wissenschaftliche Naturobjekte gehören Meteoriten dem jeweiligen Kanton. Der Finder werde aber angemessen entschädigt, so Gnos. Da der letzte Schweizer Meteoritenfall 87 Jahre zurückliegt, werde sich zeigen, wie genau die Entschädigung aussehe. Die Druckwelle am Boden war nur schwach spürbar. «Das hätte auch anders kommen können», sagt Gnos. 2013 hatte eine vergleichbare Explosion im russischen Tscheljabinsk in der Stadt die Scheiben der Häuser bersten lassen.

Hinweis

Die Bevölkerkung wird gebeten, Infos und Fotos an edwin.gnos@ville-ge.ch und an beda.hofmann@geo.unibe.ch zu senden.