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URI: Für den Berg brauchts Werbung

Die Regierung verspricht, sich auch nach der Inbetriebnahme der Neat für ein gutes ÖV-Angebot ins Oberland einzusetzen. Doch es gibt auch Verschlechterungen.
Markus Zwyssig
Die Regierung setzt sich dafür ein, dass auch nach der Eröffnung der Neat gute SBB-Verbindungen ins Urner Oberland bestehen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Die Regierung setzt sich dafür ein, dass auch nach der Eröffnung der Neat gute SBB-Verbindungen ins Urner Oberland bestehen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Markus Zwyssig

Landratspräsidentin Frieda Steffen (CVP, Andermatt) sorgt sich in einer Kleinen Anfrage an die Regierung um das Angebot im öffentlichen Verkehr nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Ihrer Meinung nach gehören sowohl Pendler als auch die Bevölkerung des Urner Oberlands und des Urserntals nach dem Fahrplanwechsel im Dezember zu den Verlierern. Die Regierung stellt das aber nun in ihrer Antwort klar in Abrede: «Auch nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels wird die Erschliessung des Urner Oberlands beziehungsweise des Urserntals mit einem Grundangebot sichergestellt und teilweise mit Zusatzzügen erweitert.»

In Erstfeld umsteigen

Die Regierung verheimlicht aber nicht, dass es eine Verschlechterung beim künftigen Angebot gibt: Wer künftig mit dem Regio-Express auf der Gotthard-Bergstrecke unterwegs ist, muss in Erstfeld umsteigen. Dafür werden in Göschenen neu raschere Anschlüsse zur Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) geschaffen, welche die Umsteigezeit gegenüber heute verkürzen.

Intensive Verhandlungen nötig

«Zur mittelfristigen Sicherstellung des Bahnangebots wurden intensive Verhandlungen mit den Entscheidungsträgern bei den SBB und beim Bundesamt für Verkehr geführt», schreibt die Regierung. «Dabei konnte erreicht werden, dass SBB Fernverkehr weiterhin für den Vollbetrieb über die Gotthard-Bergstrecke verantwortlich zeichnet und ein integrales Gesamtkonzept zur Verfügung stellt.» Die Finanzierung des Angebots liege bei SBB Fernverkehr. Für den Kanton Uri und die Urner Gemeinden resultierten keine finanziellen Belastungen aus der Bedienung der Bergstrecke.

Die Regierung ist sich bewusst, dass die Nachfrage im öffentlichen Verkehr stark von der benötigten Zeit für die Reise und der Frage, wie oft man umsteigen muss, abhängt. «Die Anliegen sind in den Verhandlungen wiederholt und mit Nachdruck eingebracht worden», versichert die Regierung. Pendler-, Berufs- und Tourismusbedürfnisse würden in erster Linie durchgehende Transportketten mit einem integralen Grundangebot verlangen. «Dies konnte erreicht werden, allerdings mit dem Wermutstropfen des Umsteigens in Erstfeld», so die Regierung. Der Anschlusszug fahre jedoch vom selben Perron ab.

Fernverkehr ist Sache der SBB

Für die konkrete Aufbereitung der Fahrpläne im regionalen Personenverkehr seien Postauto AG Zentralschweiz, Postauto Schweiz und die Matterhorn-Gotthard-Bahn direkt involviert. Dazu werde der Gesamtfahrplan unter den Transportunternehmungen inklusive SBB und Auto AG Uri abgestimmt, und es würden die Bedürfnisse so weit möglich abgedeckt. «Für den Fernverkehr – und darum geht es beim Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke – liegt der Lead bei den SBB», hält die Regierung fest. «Der Kanton tritt dabei nicht als Besteller auf.»

Touristen ins Gotthardgebiet locken

Ob aus dem Angebot eine rückläufige Nachfrage resultiere, hänge in erster Linie davon ab, ob es gelinge, Touristen ins Gotthardgebiet zu locken. «Das Programm San Gottardo 2020 schafft mit einer umfassenden Kommunikationsoffensive mit SBB Railaway die Grundlagen dazu», ist die Regierung überzeugt. Nun stünden besonders die professionellen touristischen Leistungsanbieter in der Pflicht, gemeinsam die gesamte Gotthardregion bestmöglich zu vermarkten. Die Regierung ist aber zuversichtlich, das mit der Kommunikationsoffensive die Grundlagen für den mittel- und langfristig zwingenden, touristischen Mehrverkehr geschaffen werden.

Die Regierung hält aber auch klar fest, dass es keine Möglichkeit gibt, die heutigen Interregiozüge von Zürich respektive Basel nach Locarno über Dezember 2016 hinaus kurzfristig zu erhalten. «Die Verhandlungen zwischen SBB, BAV und den Kantonen Tessin und Uri sind abgeschlossen.» Die Regierung verspricht, die Anliegen der Regionen zu unterstützen. Die Erschliessung im Urner Oberland erfolge auf der Bahn wie auch auf der Strasse; Anschlussfunktionen würden in Erstfeld, Göschenen und Andermatt wahrgenommen.

Als Ergänzung zum Grundangebot werden während den saisonalen Hauptverkehrszeiten einzelne Interregiozüge von Basel und Zürich direkt nach respektive ab Göschenen geführt. Im Weiteren ist im Sommer ein Gotthard-Panorama-Express vorgesehen, in Kooperation mit der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) und der MGB. Das neue Angebotskonzept auf der Gotthard-Bergstrecke sei ausbaufähig. «Wenn es gelingt, touristischen Mehrverkehr zu schaffen und die Nachfrage kontinuierlich zu steigern, kann das ÖV-Angebot weiter ausgebaut werden.»

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