URI: Gerücht dementiert – Rennen findet statt

Lange war unklar, ob das Klausenrennen wieder zu Stande kommt. Organisatoren sind nun aber dabei, ein Konzept zu erarbeiten, das sogar zwei Rennen umfasst.

Anian Heierli
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Rennwagen aus den 1910er- bis 1930er-Jahren lassen alte Zeiten am Klausenrennen aufleben. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

Rennwagen aus den 1910er- bis 1930er-Jahren lassen alte Zeiten am Klausenrennen aufleben. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

Anian Heierli

Für Oldtimer-Fans auf der ganzen Welt ist es ein Spektakel: Das Klausenrennen- Memorial. Jeweils an die 300 Auto- und Töfffahrer bezwingen am Memorial den Urner Pass von Glarner Seite her und erreichen Tempi von 140 Kilometern pro Stunde und mehr. Bislang steht aber noch nicht fest, wann und ob es am Klausen ein nächstes Mal nach Benzin und Motorenöl riecht. Geht man nach dem historischen Vier-Jahres-Turnus, müsste das internationale Rennen 2017 zum 12. Mal durchgeführt werden. In Uri machen jedoch Gerüchte die Runde, dass dies nicht der Fall sein wird.

Über 300 Helfer sind nötig

Der frühere OK-Präsident Fritz Trümpi (66), der den Anlass zuletzt 2013 und 2006 geleitet hat, dementiert die Gerüchte: «Das Klausenrennen soll wieder stattfinden.» Er sei bereit, ein drittes Mal das Steuer zu übernehmen, sagt der Glarner Bauunternehmer. «Der Kern vom Organisationskomitee möchte das 12. internationale Klausenrennen 2017 oder 2018 durchführen.» Gearbeitet werde an einem Konzept, dass das Rennen mit dem übernächsten Memorial von 2022 verbinden soll. Dann feiert der Rennmythos am Klausen sein 100-jähriges Bestehen. «2017 respektive 2018 soll der Vorlauf aufs 100-Jährige sein», so Trümpi. «Wir wollen für beide Anlässe dieselben Hauptakteure wie Sponsoren, Mitorganisatoren und Rennleiter ins Boot holen.»

Finanzielle Schwierigkeiten

Aktuell laufen zwischen Trümpi, dem noch unvollständigen Organisationskomitee und den Technikern erste Abklärungen. «Am Anlass selber brauchen wir rund 15 Leute im OK und 300 bis 400 Helfer», weiss er aus Erfahrung. Das Team werde er im Laufe der weiteren Organisation sukzessive aufbauen. «Der Wille und das Bedürfnis für eine 12. Durchführung des Klausenrennens sind auf jeden Fall da», sagt Trümpi. Für ihn wäre es vor allem schade, wenn der Anlass aufs Jubiläum hin eingestellt würde. Er hält auch fest, dass die vergangenen Durchführungen 2006 und 2013 unter seiner Leitung ein «Erfolg gewesen sind». Damals hatte Trümpi gegenüber unserer Zeitung eine positive Bilanz gezogen: «Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ablauf. Fast alles hat wie geplant funktioniert», so sein Fazit vor zwei Jahren.

Dennoch hatten die Organisatoren damals finanziell ein Defizit geschrieben. Laut Trümpi ist es fast unmöglich, an einem Klausenrennen alle Ausgaben zu erwirtschaften. «Im Nachhinein habe ich das Defizit selber gedeckt», sagt er. Ihm liege eben viel am Klausenrennen, auch wenn er selber weder ein Oldtimer- noch ein Autofan sei. «Als lokaler Unternehmer möchte ich mit dem Klausenrennen der Region wieder etwas zurückgeben», sagt Trümpi.

Rennen mehrmals verschoben

Ein erstes Mal hatte Fritz Trümpi 2006 das Klausenrennen-Memorial geleitet. Eigentlich wollte er daraufhin das Rennen turnusgemäss im September 2010 ein zweites Mal durchführen. Im Herbst 2009 wurde die Veranstaltung von ihm aber auf 2011 verschoben und dann nochmals auf 2013. «Wir haben wenig Sponsoren gefunden», begründete Trümpi die Absagen jeweils.

Im Vorfeld zum vergangenen Rennen vor zwei Jahren hatte die Erstfelderin Karin Gaiser deshalb Druck auf Trümpi ausgeübt, indem auch sie Interesse an der Durchführung zeigte und sogar ein eigenes OK auf die Beine gestellt hatte. Heute hat die Urnerin aber kein Interesse mehr, das Klausenrennen zu organisieren, wie sie auf Anfrage bestätigt. Grundsätzlich erwarte sie aber, «dass Fritz Trümpi den Event turnusgemäss durchführt».

Unterschiedliche Vorstellungen

Eine allfällige Zusammenarbeit mit Trümpi kommt für Gaiser allerdings nicht Frage: «Unsere Vorstellungen über die Durchführung des Events sind zu unterschiedlich», sagt sie. Ein Grossanlass wie das Klausenrennen mit Zehntausenden Besuchern müsse frühzeitig aufgezogen werden. «Wenn man das Rennen für 2017 organisieren will, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, die Vorbereitungsarbeiten zu starten», so Gaiser. Die früheren Austragungen hätten gezeigt, dass ein Vier-Jahres-Turnus für Fahrer und Sponsoren ideal sei.