URI: Gesetz gegen Ärztemangel geht in Vernehmlassung

Der Kanton Uri hat schweizweit eine der tiefsten Ärztedichten. Um die medizinische Unterversorgung abzuwenden, hat die Regierung einen Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung geschickt. Kanton und Gemeinden sollen Massnahmen treffen und Fördermittel sprechen können.

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Der Kanton Uri hat schweizweit die tiefste Ärztedichte. (Bild: Keystone)

Der Kanton Uri hat schweizweit die tiefste Ärztedichte. (Bild: Keystone)

Am 18. Mai 2014 habe das Schweizer Stimmvolk dem Gegenvorschlag zur Volksinitiative "Ja zur Hausarztmedizin" mit 88 Prozent Ja-Stimmenanteil zugestimmt. Damit müssten der Bund und die Kantone für eine allen zugängliche medizinische Grundversorgung von hoher Qualität sorgen, teilte der Urner Regierungsrat am Dienstag mit.

Uri hat schweizweit die tiefste Ärztedichte aller Kantone. 2013 registrierte das Bundesamt für Statistik im Bergkanton umgerechnet 98 Ärzte pro 100'000 Einwohner. Am höchsten war die Dichte in Basel-Stadt mit 425 Ärzten.

Von total 34 Ärzten in Uri sind 26 Grundversorger wie Hausärzte, Gynäkologen oder Kinderheilkundler. In den nächsten zehn Jahren erreicht rund die Hälfte davon das Pensionsalter.

Angesichts der demografischen Alterung und der unterschiedlichen Versorgungssituation von Ballungsräumen und ländlichen Regionen gebe es gesetzgeberischen Handlungsbedarf, schrieb der Regierungsrat. Mit einer Änderung des Gesundheitsgesetzes sollen der Kanton und die Gemeinden die Möglichkeit erhalten, Anreizsysteme gegen eine Unterversorgung zu schaffen.

Last durch Notfalldienste vermindern

Konkret sollen der Kanton und die Gemeinden neue Organisations-, Arbeits- und Betriebsmodelle fördern und die Belastungen von Ärzten durch Notfalldienste vermindern. Zudem soll die Aus- und Weiterbildung ausgebaut werden. Der Regierungsrat schlägt auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für das Gesundheitspersonal vor sowie eine Förderung des Wiedereinstiegs in die Grundversorgertätigkeit.

Vorgesehen ist, dass der Regierungsrat Förderbeiträge bis 250'000 Franken für Anschub- und Teilfinanzierungen oder 2 Millionen Franken für Darlehen eigenmächtig sprechen kann.

Bereits früher gab die Regierung bekannt, dass sie unter anderem im Urserntal den Einsatz von Pflegeexperten mit akademischer Ausbildung plant, die auch komplexe medizinische Probleme lösen können. Daneben sollen im Unterland medizinische Praxisassistentinnen gewisse ärztliche Tätigkeiten erbringen dürfen, die vom zuständigen Arzt verrechnet werden können.

Weiter wird im Kanton Uri die Einführung eines elektronischen Patientendossiers und von Telemedizin, etwa medizinische Ratgeber über das Telefon geprüft. Bereits früher lanciert wurden Massnahmen wie ein Programm für ärztliche Praxisassistenzen und das Gesundheitsnetzwerk Uri, das junge Ärzte motivieren soll, im Kanton Uri zu praktizieren.

Im Wettbewerb mit Nachbarkantonen

Auf der Suche nach qualifiziertem Gesundheitspersonal steht Uri gemäss Regierung im Wettbewerb mit umliegenden Kantonen wie Nidwalden, Luzern oder Schwyz. Uri müsse daher geografische Wettbewerbsnachteile durch attraktivere und bessere Rahmenbedingungen beseitigen, schrieb der Regierungsrat.

Der Gesetzesentwurf ist bis am 20. Mai in der Vernehmlassung. Das Parlament soll im Sommer über die Vorlage entscheiden. (sda)