Uri
25 Minuten nach Alarmauslösung war die Mannschaft auf Platz

Am Dienstagabend traf die Feuerwehr Unterschächen zu einer Grossübung beim alten Hotel Klausenpass ein. Die Mannschaft hatte gegen dicken Rauch zu kämpfen.

Christian Tschümperlin
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Eigentlich trank man im alten Hotel Klausenpasshöhe ein frisches Getränk oder genoss eine regionale Speise. Jedenfalls war dies bis vor kurzem so. Doch vergangene Woche verwandelte sich das für den Abriss parate Hotel in einen «heissen» Schauplatz. Es fand eine Grossübung der Feuerwehr Schächental statt. Der Befehl für die Alarmauslösung erfolgte am vergangenen Dienstagabend um 19 Uhr. Das Datum der Grossübung kannte nur das Kader. «Die Übung war aber angekündigt», sagt Christian Arnold aus Bürglen, Koordinator FWKS (Feuerwehr Koordinator Schächental).

Bereits 25 Minuten nach dem Alarm trafen die ersten Feuerwehren auf dem Klausenpass ein. Sofort verteilt Einsatzleiter Martin Arnold die Aufgaben an die anrückenden Feuerwehrmänner.

Bereits 25 Minuten nach dem Alarm trafen die ersten Feuerwehren auf dem Klausenpass ein. Sofort verteilt Einsatzleiter Martin Arnold die Aufgaben an die anrückenden Feuerwehrmänner.

Bild: PD

Das Drehbuch könnte aus einem Film stammen, ist für Feuerwehrleute aber keine Seltenheit: Im alten Hotel Klausenpasshöhe hat sich ein schwerer Arbeitsunfall ereignet. Aufgrund dieses Unfalls entstand eine extreme Rauchentwicklung, es gab verletzte Personen auf mehreren Stockwerken, welche zum Teil eingeklemmt waren.

Das Kader wollte herausfinden, wie lange es dauert, bis ihre Mannschaft auf Platz ist und am Objekt eingesetzt werden kann. Der Atemschutz von allen drei Feuerwehren sollte zum Einsatz kommen. «Ein spezielles Augenmerk haben wir auf die Verkehrssicherheit gelegt», so Arnold. Es erschienen rund 70 Feuerwehrmänner auf dem Klausenpass.

Mitten im dicksten Rauch

Dem Atemschutz wurde der Auftrag erteilt, die unteren beiden Stockwerke nach Wärmequellen abzusuchen und Bergungen vorzunehmen. Es standen zwei Motorspritzen im Einsatz. Der Plan konnte grossmehrheitlich umgesetzt werden. Weil das Übungsobjekt in den nächsten Tagen abgebrochen wird, konnte der Atemschutz sich mit roher Gewalt Zugang zu den mit Rauch überquellenden Stockwerken verschaffen. «Solche Einsätze sind für den Atemschutz härteste körperliche Arbeit unter erschwerten Bedingungen», sagt Arnold. Eingeengt durch die Atemschutzausrüstung, ist die Atmung erschwert. Die Orientierung im dicksten Rauch bei null Sicht auf der Suche nach verletzten Personen und deren Bergung stellen eine Herausforderung dar.

In Folge der extremen Rauchentwicklung im Hotel Klausenpasshöhe hat der Atemschutz eine schwierige Aufgabe zu bewältigen.

In Folge der extremen Rauchentwicklung im Hotel Klausenpasshöhe hat der Atemschutz eine schwierige Aufgabe zu bewältigen.

Pd / Urner Zeitung

Bei der Übungsbesprechung um 21.30 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Hotel dankte Christian Arnold den Betreibern, dass das alte Hotel für die Übung genutzt werden durfte. Er dankte dem Kommando Unterschächen für die Durchführung. Dieses habe belegt, dass die Feuerwehr Schächental einsatzfähig sei. Kobi Imholz, Kommandant der Feuerwehr Unterschächen und Übungsleiter erklärte:

«Bereits 25 Minuten nach Alarmauslösung sind die ersten Feuerwehrmänner beim Brandobjekt Klausenpasshöhe eingetroffen. Der Atemschutz war wenig später einsatzbereit.»

Er lobte den überlegten und ruhigen Einsatz der Mannschaft auf dem Schadenplatz.

Herausforderung mit Tücken

Feuerwehrinspektor Stefan Dahinden gratulierte zur Auswahl des spannenden und grosser Brandlast beinhaltenden Objektes. «Die Herausforderung bestand darin, über die zielgerichteten Einsatzmittel jederzeit die Übersicht und Kontrolle der Abläufe zu bewahren», sagte er. Urs Mock überbrachte den Gruss und den Dank der Sicherheitsdirektion von Regierungsrat Dimitri Moretti und Ignaz Zopp, Chef Führungsstab. Er dankte allen Beteiligten für den Einsatz vor Ort und die damit verbundene Opferung von Freizeit zu Gunsten des Schutzes der Bevölkerung.

Erste Opfer können vom Atemschutz geborgen werden.

Erste Opfer können vom Atemschutz geborgen werden.

Bild: PD

Die Grossübung der Feuerwehren der drei Schächentaler Gemeinden Bürglen, Spiringen und Unterschächen wäre turnusgemäss für das Jahr 2020 geplant gewesen. Die fünfte Auflage musste aber coronabedingt aufs 2021 verschoben werden. Im Jahr 2006 haben sich die drei Schächentaler Gemeinden Bürglen, Spiringen und Unterschächen vertraglich zu einer Zusammenarbeit verpflichtet, und zwar in den Bereichen Ausbildung, Materialbeschaffung und bei Ernstfalleinsätzen. Jede Gemeinde bleibt dabei unabhängig und autonom. Jedes Jahr werden Übungen im Bereich Kader und Atemschutz gemeinsam durchgeführt. Alle drei Jahre findet eine grosse Mannschaftsübung im Verbund statt, um Grossereignisse zu üben.