Uri
Grüne wollen Stimmrechtsalter 16 als Ausgleich zur alternden Bevölkerung

Junge müssen länger mit politischen Entscheiden leben. Deshalb sollen sie auch mitbestimmen dürfen, fordert die Partei.

Nathan Keusch
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Die Grünen Uri haben am Freitag an ihrer Mitgliederversammlung die Parolen für die kommenden Abstimmungen gefasst. Die Anschubfinanzierung für die Wäscherei der Stiftung Behindertenbetriebe Uri warf dabei keine hohen Wellen, teilt die Partei mit. Man erachte es als sinnvoll, dass die Wäsche des Kantonsspitals weiterhin in Uri gewaschen werde und damit lange Transportwege vermieden werden können. Die Partei begrüsst es, dass damit weitere 20 Arbeitsplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung geschaffen werden. Die Ja-Parole für die kantonale Abstimmung vom 13. Juni war deshalb schnell beschlossen.

Positive Voten für Stimmrecht 16

Im Hinblick auf die Volksabstimmung vom September wollte der Vorstand auch die Meinung der Mitglieder zum Stimmrechtsalter 16 erkunden. Dabei konnte er grossmehrheitlich positive Voten vernehmen. Das Stimmrechtsalter 16 wird in der Partei als Ausgleich zum wachsenden Gewicht der älteren Bevölkerung wahrgenommen. Schliesslich müssten die Jungen ja auch länger mit einem gefassten Entscheid leben als der ältere Teil der Bevölkerung.

Dass nur ein Teil der Jugendlichen das Stimmrecht nutzen wird, spreche nicht dagegen, ist die Stimmabstinenz doch eine Erscheinung bei allen Altersklassen. Zudem: Wer mitreden kann, interessiert sich auch eher für die Angelegenheiten von Kanton und Gemeinde. Wichtig ist den Mitgliedern der Grünen Uri auch, dass die Schule nicht nur politische Bildung vermittelt, sondern Demokratie auch lebt. Es wurde in diesem Zusammenhang aber auch auf das fehlende Stimmrecht für Ausländerinnen und Ausländer hingewiesen, das einen wachsenden Teil der Bevölkerung von der Demokratie ausschliesst.

Ein Stadtpark für Altdorf?

Die Coronakrise hat darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig Begegnungsorte in Freien sind. Was andernorts bereits ausprobiert wurde, die Schaffung von temporären Aufenthaltsräumen im Freien, sogenannten Pop-up-Parks, soll deshalb nach Meinung der Grünen auch in Altdorf thematisiert werden. Längerfristig wünsche man sich für Altdorf einen eigentlichen Stadtpark. Die Fläche dafür müsse baldmöglichst gesichert werden, da nicht mehr viele zentrumsnahe und unbebaute Flächen mit der nötigen Grösse vorhanden sind.