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Antibiotikaresistenz: Uri ist «ein bisschen heile Welt»

Resistente Bakterien sind ein globales Problem. Der Kanton Uri hat aber «eine sehr gutmütige Antibiotikaresistenz-Lage». Das zeigt die jüngste Statistik für das Kantonsspital Uri.
Im Kantonsspital Uri wird grosser Wert auf einen sorgfältigen Einsatz von Antibiotika gelegt. (Bild: PD)

Im Kantonsspital Uri wird grosser Wert auf einen sorgfältigen Einsatz von Antibiotika gelegt. (Bild: PD)

(pd/bar) Antibiotika sind eine wichtige Waffe im Kampf gegen viele bakterielle Infektionskrankheiten. Ärztinnen und Ärzte können damit nicht nur die häufigsten Infekte behandeln, so beispielsweise Blutvergiftungen oder Lungenentzündungen, sondern auch Menschen schützen, deren Immunsystem aufgrund von chronischen Erkrankungen, Chemotherapien bei Krebserkrankung oder chirurgischen Eingriffen geschwächt ist.

Aber: Bakterien können sich so anpassen, dass Antibiotika nicht mehr wirken. Resistente Bakterien können sich vermehren und auf andere Personen übertragen. Das erschwert, verlängert oder verunmöglicht gar die Behandlung einer Infektion. Resistenzen können dazu führen, dass gewöhnliche Infektionskrankheiten nicht mehr behandelt werden oder gar tödlich verlaufen können.

Sorgfältiger Einsatz als zentraler Faktor

«Es ist wichtig, die Bevölkerung über den richtigen und sinnvollen Gebrauch von Antibiotika aufzuklären und auf mögliche Antibiotikaresistenzen aufmerksam zu machen», erklärt Dr. med. Constantine Bloch-Infanger, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie des Kantonsspitals Uri. Und sie erklärt:

«Es gibt Bakterien, die nicht nur gegen ein Antibiotikum, sondern gegen mehrere Antibiotika resistent sind.»

Der sorgfältige Einsatz von Antibiotika sei also ein zentraler Faktor im Vorhaben, die Resistenzentwicklung zu verlangsamen.

Das Kantonsspital Uri trägt dieser Tatsache seit Jahren Rechnung. Das bestätigt die jüngste Antibiotikaresistenz-Statistik für das Kantonsspital Uri. «Die Zahlen sind sehr positiv», freut sich Constantine Bloch-Infanger. Auch in den Urner Hausarztpraxen werde die Verwendung von Antibiotika sehr aufmerksam und sorgfältig betrieben. Doch auch der vorsichtige Umgang mit Antibiotika wird das Problem der Resistenzen nicht lösen. Denn Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, kommen weltweit immer häufiger vor. «Sehr gut ist die Situation beispielsweise in Holland mit entsprechend wenig Resistenzen», erklärt Constantine Bloch-Infanger. «Die Schweiz kommt Holland relativ nahe. Ein bisschen heile Welt. Und Uri, in der Schweiz gesehen, ist nochmals ein bisschen heile Welt. Was auffällt: Italien steht schlecht da, ebenso – innerhalb der Schweiz – der Kanton Tessin. Und trotzdem hat Uri eine sehr gutmütige Antibiotikaresistenz-Lage.»

Antibiotika-Verbrauch nimmt schweizweit ab

Seit 2004 überwacht das Schweizerische Zentrum für Antibiotikaresistenzen die Resistenzsituation in der Schweiz. Zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit werden die Ergebnisse alle zwei Jahre publiziert. In der Schweiz nimmt der Antibiotikaverbrauch ab. Bei ambulanten Behandlungen wurden 5 Prozent weniger eingesetzt als noch vor zwei Jahren. Im Spital nahm der Verbrauch sogar um 10 Prozent ab. Hausärztinnen und Hausärzte verschrieben 2017 auf 1000 Konsultationen in 29 Fällen Antibiotika. Einige Jahre zuvor sind noch in bis zu 40 Fällen Antibiotika verordnet worden.

«Antibiotika sind Medikamente, die mit Bedacht angewendet werden müssen. Sie sollten nur dann verschrieben werden, wenn sie medizinisch unbedingt nötig sind», betont die Fachärztin des Kantonsspitals Uri. «So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Es braucht den Einsatz der Ärztinnen und Ärzte in der Behandlung ebenso wie die Einsicht der Patientinnen und Patienten.»

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