Uri eröffnet Forschungsinstitut Kulturen der Alpen

Mit dem neuen, in Altdorf domizilierten Institut, geht die Uni Luzern erstmals eine Kooperation mit einem anderen Kanton ein. Rektor Bruno Staffelbach hofft auf weitere Kooperationen.

Markus Zwyssig
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Freuen sich über die Eröffnung des Urner Instituts (von links): Geschäftsführer Romed Aschwanden, Ruth Wipfli Steinegger, Präsidentin von Wissenschaft Uri, sowie Boris Previšić, Direktor des Instituts.

Freuen sich über die Eröffnung des Urner Instituts (von links): Geschäftsführer Romed Aschwanden, Ruth Wipfli Steinegger, Präsidentin von Wissenschaft Uri, sowie Boris Previšić, Direktor des Instituts.

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 29. Februar 2020)

Das neue Urner Institut Kulturen der Alpen stösst auf grosses Interesse. Der Eröffnung am Samstag im Uristiersaal in Altdorf wohnten rund 180 Personen bei. Trotzdem gab sich der Urner Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg bescheiden. «Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen», zitierte er den französischen Philosophen Bernhard von Chartres. Die Universität Luzern sei ein «intellektueller Leuchtturm für die Zentralschweiz».

Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg: «Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen.»

Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg: «Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen.»

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 29. Februar 2020)

Jörg bedankte sich bei der Leitung der Universität Luzern, dass sie den Mut hatte, den Schritt nach Uri zu wagen. «Mögen wir auch alle Zwerge sein, wir sind doch wackere Zwerge», gab sich Jörg überzeugt. Am Institut, das in enger Zusammenarbeit von Kanton Uri und der Universität Luzern aufgebaut wird, werden Forschungsprojekte mit regionalen und gesamtalpinen Fragestellungen im Kontext globaler Herausforderungen durchgeführt.

Uri passt massgeschneidert ins Profil der Uni Luzern

Bruno Staffelbach, Rektor der Universität Luzern, bezeichnet die Eröffnung des Instituts, das in den Räumlichkeiten der Dätwyler Stiftung beheimatet ist, als für Uri wegweisenden und für die Universität Luzern entscheidenden Schritt. Die Universität Luzern wird heuer 20 Jahre alt und zählt inzwischen mehr als 3500 Studenten. «Luzern ergänzt die Universitätslandschaft der Schweiz mit einem klaren, eigenen Profil», gab sich Bruno Staffelbach überzeugt.

Rektor Bruno Staffelbach freut sich über die neue Zusammenarbeit.

Rektor Bruno Staffelbach freut sich über die neue Zusammenarbeit. 

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 29. Februar 2020)

Das Urner Institut passe massgeschneidert ins Profil der Universität Luzern. «Uri profitiert vom Knoten Luzern und kann sich mit dem humanwissenschaftlichen Wissen dieser Welt vernetzen.» Staffelbach wies darauf hin, dass man mit der Eröffnung des Instituts zum ersten Mal eine Kooperation mit einem anderen Kanton eingehe. Er bezeichnete das als sehr bedeutend: «Uri ist ein wichtiger Wegbereiter für weitere Kooperationen.» Denn die Universität Luzern sei noch nicht fertig gebaut.

Für die Präsidentin des Trägervereins Wissenschaft Uri, Ruth Wipfli Steinegger, ist es wichtig, dass mit der Eröffnung des Instituts eine Verbindung des Kantons Uri mit der akademischen Welt entsteht.

Für die Präsidentin des Trägervereins Wissenschaft Uri, Ruth Wipfli Steinegger, ist es wichtig, dass mit der Eröffnung des Instituts eine Verbindung des Kantons Uri mit der akademischen Welt entsteht. 

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 29. Februar 2020)

Ruth Wipfli Steinegger, Präsidentin des Trägervereins Wissenschaft Uri, freute sich, dass mit der Eröffnung des Instituts eine Verbindung des Kantons Uri mit der akademischen Welt entsteht. Sie sagte dies auch vor dem Hintergrund, dass die Urner Maturaquote heute im schweizerischen Vergleich tief ist. Die akademische Bildung bedeute für Urner teilweise den Zwang zur Auswanderung. Das Institut eröffnet nun neue Möglichkeiten. Wissenschaftler erforschen in Altdorf die Geschichte und die Kultur des Kantons Uri sowie des gesamten Alpenraums.

Für Boris Previsic, Direktor des Urner Instituts sind die Alpen keine Brache, vielmehr ein dichter von Menschen geprägter Raum.

Für Boris Previsic, Direktor des Urner Instituts sind die Alpen keine Brache, vielmehr ein dichter von Menschen geprägter Raum. 

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 29. Februar 2020)

«Der Berg kommt», sagte Boris Previsic, Direktor des Urner Instituts. Die Alpen seien keine Brache, vielmehr ein dichter von Menschen geprägter Raum. «Think locally, act globally», so Previsic. «Die Berge sind da, um sie zu erklimmen und in die Ferne zu blicken.» Ein wichtiges Thema ist für Previsic der Strukturwandel im Alpenraum. Ein Fokus bildet dabei Andermatt mit dem Tourismusresort.

Rechtsprofessor Roland Norer zeigte auf, wie die Rechtswissenschaften einen Beitrag zu Kulturen der Alpen leisten können. Er kam, auf die Naturgefahren zu sprechen und die Frage, wie stark der Staat diesbezüglich in die Verantwortung genommen werden kann. Daniel Speich Chassé, Professor für Globalgeschichte, will erforschen, wie der Computer die Innerschweizer Landwirtschaft verändert hat. Seine Projektidee ist, zu erforschen, wie der Computer die Innerschweizer Landwirtschaft verändert hat.

Romed Aschwanden, Geschäftsführer des neuen Instituts: «Wir bemühen uns sehr um den Austausch mit der Bevölkerung.»

Romed Aschwanden, Geschäftsführer des neuen Instituts: «Wir bemühen uns sehr um den Austausch mit der Bevölkerung.»

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 29. Februar 2020)

Geschäftsführer Romed Aschwanden zeigte auf, dass nebst eigenen Projekten auch Kooperationen angestrebt werden. «Wir bemühen uns sehr um den Austausch mit der Bevölkerung», so Aschwanden. Geplant sind wissenschaftliche Tagungen. Nebst Kanton und Universität Luzern unterstützt auch die Dätwyler Stiftung das ehrgeizige Vorhaben. Fördergelder für den Aufbau des Instituts stammen im Sinne einer Anschubfinanzierung aus der Neuen Regionalpolitik NRP.

Packende Unterhaltung bot an der Eröffnung die Formation Vierschret. Fabian Tresoldi, Thomas Planzer, Myriam Planzer und Leza Aschwanden bringen Urner Sagen auf neue Art auf die Bühne.

Packende Unterhaltung bot an der Eröffnung die Formation Vierschret. Fabian Tresoldi, Thomas Planzer, Myriam Planzer und Leza Aschwanden bringen Urner Sagen auf neue Art auf die Bühne.

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 29. Februar 2020)