Uri laut Studie besonders stark von Kurzarbeit betroffen

Keiner der Deutschschweizer Comparis-Nutzer rief den Kurzarbeitsrechner so häufig auf wie die Urner. Die Zahlen der Volkswirtschaftsdirektion gehen jedoch von wenig Kurzarbeit in Uri aus.

Matthias Piazza
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Uri ist besonders stark von Kurzarbeit wegen der Coronapandemie betroffen. Diesen Schluss lässt zumindest die Auswertung des Internetvergleichsportals Comparis zu, welche im Zuge der Pandemie einen Kurzarbeitsrechner lanciert hat. Zwischen Ende März und dem 20. April haben 7,1 Prozent der Urner, welche die Comparis-Website besucht haben, den Kurzarbeitsrechner aufgerufen, welcher den Lohnausfall berechnet. Damit liegt Uri in der Deutschschweiz an der Spitze, gefolgt von Appenzell Innerrhoden mit 6,6 Prozent und Nidwalden mit 6,1 Prozent. Die Schlusslichter bilden die beiden Basel mit je 4,3 Prozent und Graubünden mit 4,1 Prozent.

«Die grossen regionalen Unterschiede in der Nutzung des Kurzarbeitsrechners deuten darauf hin, dass die Kantone unterschiedlich schwer von Kurzarbeit betroffen sind», werden in der Comparis-Medienmitteilung die Autoren der Studie zitiert, welche die Universität Basel erstellt hat. Die lokal unterschiedlichen Zugriffszahlen auf comparis.ch würden stark mit dem Lockdown-Index der Uni Basel zusammenhängen. Dieser misst, wie sehr ein Kanton auf Berufe angewiesen ist, die eine grosse physische Nähe erfordern und somit aktuell in der Tätigkeit eingeschränkt sind. «In Basel-Stadt sind wegen der grossen Bedeutung der Pharmabranche und des Gesundheitswesens wenig Berufe in ihrer aktuellen Tätigkeit eingeschränkt», wird Mitautor Kurt Schmidheiny weiter zitiert. Dasselbe gelte für den Kanton Zug, in dem Finanzdienstleistungen und Grosshandel überwiegen. «Demgegenüber sind Uri und Appenzell Innerrhoden am stärksten durch den Lockdown eingeschränkt.»

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind.

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind.

Bild: PD

Etwa 30 Prozent der Urner Arbeitnehmer sind von Kurzarbeit betroffen

Mit diesen Studienergebnissen konfrontiert, reagiert der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind (CVP) überrascht: «Wir haben keine Erklärung für diesen hohen Zugriff auf den Kurzarbeitsrechner.» Denn die Zahl der Kurzarbeitszeit-Bewilligungen würde eine andere Sprache sprechen. Rund 5900 Mitarbeiter in etwa 550 Betrieben seien in Uri aktuell von Kurzarbeit betroffen. «Das entspricht etwa 30 Prozent. Damit liegen wir gar unter dem gesamtschweizerischen Schnitt von 42 Prozent», hält Urban Camenzind fest. Warum Uri nicht so stark von Kurzarbeit betroffen ist, erklärt er sich damit, dass handwerkliche Berufe einen grossen Stellenwert haben im Kanton. Und in diesem Segment sei die Auftragslage noch gut.