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Urner Talboden ist seit 100 Jahren den Sumpf los

Zum 100-Jahr-Jubiläum der Melioration des Urner Talbodens findet ein Tag der offenen Tür statt.
Anfang der 1920er-Jahre wurde der Giessen als Entwässerungskanal zwischen Altdorf und Flüelen gebaut. Bild: PD

Anfang der 1920er-Jahre wurde der Giessen als Entwässerungskanal zwischen Altdorf und Flüelen gebaut. Bild: PD

(jb) Der Urner Talboden ist heute der wichtigste Lebens- und Wirtschaftsraum des Kantons Uri. Dabei war die Reussebene zwischen Erstfeld und dem Urnersee einst eine sumpfige Riedlandschaft, durchzogen von Tümpeln und Wassergräben.

Das änderte sich aber vor hundert Jahren schlagartig: Seither sorgt ein 75 Kilometer langes Netz aus unterirdischen Entwässerungsrohen für trockene Böden. Zum Entwässerungssystem gehören auch die künstlich angelegten Bachläufe, wie der Giessen zwischen Altdorf und Flüelen, der Walenbrunnen im Rynächt und die Stille Reuss in Schattdorf. Zudem hält ein Pumpwerk in Flüelen den Grundwasserpegel in der Ebene von Altdorf und Flüelen stets möglichst tief.

Broschüre bald erhältlich

Die Broschüre «Das vergessene Jahrhundertbauwerk. Die Melioration der Urner Reussebene (1919-1925)» ist am Tag der offenen Tür im Pumpwerk an der Allmendstrasse in Flüelen erhältlich. Die 60-seitige reich bebilderte Publikation ist nach dem Tag der offenen Tür am 19. Oktober in der Buchhandlung Bido an der Schmiedgasse 6, Altdorf zu erwerben.

Landschaft innert sechs Jahren neu geordnet

Vor genau hundert Jahren, im Herbst 1919, begannen die Bauarbeiten zur Melioration (Verbesserung) der Urner Reussebene. Innert sechs Jahren wurde die Landschaft komplett umgestaltet, die nassen Böden überhaupt erst intensiv nutzbar gemacht. Gleichzeitig wurde auch die Meliorationsgenossenschaft Reussebene Uri gegründet, die bis heute für den Unterhalt des Entwässerungssystems zuständig ist, welches für den Kanton Uri so bedeutsam ist.

Zum Jubiläum öffnet die Meliorationsgenossenschaft Reussebene Uri das Pumpwerk an der Allmendstrasse in Flüelen. Das auffällige, rosarote Gebäude mit dem Elektrizitätstürmchen kann am Samstag, 19. Oktober, von 13 bis 16 Uhr besichtigt werden. Die Vorstandsmitglieder der Meliorationsgenossenschaft erklären den interessierten Personen, wie das Pumpwerk funktioniert und was es mit dem Kanal auf sich hat, der parallel zum Giessen verläuft. Gleichzeitig präsentiert die Meliorationsgenossenschaft anlässlich des Tages der offenen Tür eine 60-seitige Broschüre, die aufzeigt, wie sich der Urner Talboden vor hundert Jahren innert kürzester Zeit komplett verändert hat. Der Flüeler Historiker Elias Bricker hat die Geschichte des gigantischen Meliorationsprojekts aufgearbeitet. Zudem hat er für die Broschüre verschiedenste Fotos und Landkarten zusammengetragen, welche die enorme Landschaftsveränderung festhalten.

Talboden sollte Uris Kornkammer werden

«Auslöser für das Projekt war der Erste Weltkrieg», weiss Elias Bricker. Weil während des Krieges die Lebensmittelimporte stark zurückgingen, wurde die Versorgungslage in der Schweiz prekär. Der Bundesrat versuchte deshalb mit verschiedenen Massnahmen, den Anbau von Getreide und Kartoffeln zu fördern. Unter anderem sprach er Geld, um aus sumpfigen Böden ertragreiches Kulturland zu machen. Schweizweit wurden unzählige Meliorationsprojekte in Angriff genommen. «Ziel war es, aus dem Urner Talboden eine Kornkammer zu machen», sagt Bricker. «Die damaligen Planer glaubten gar, dass sich der Kanton Uri dank der Melioration künftig selbst mit Lebensmittel versorgen könnte.»

Um die Talflächen optimal zu nutzen, bauten die Verantwortlichen neben den Entwässerungssystemen auch mehrere noch heute bestehende Strassen und Wasserleitungen.

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