URI: Jäger ohne Verständnis für Fotofallen-Verbot

Der Bund will Fotofallen für Jäger verbieten, da die Apparate gegen den Datenschutz verstossen. Anders sehen das die Urner Jäger. Sie haben wenig Verständnis.

Anian Heierli
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Wildhüter Claudio Spadin montiert eine Fotofalle in der Bündner Gemeinde Tamins. (Bild: Keystone / Jakob Menolfi)

Wildhüter Claudio Spadin montiert eine Fotofalle in der Bündner Gemeinde Tamins. (Bild: Keystone / Jakob Menolfi)

Der Bundesrat will nicht mehr tolerieren, dass Jäger im Wald private Fotofallen aufstellen. Mit solchen Geräten lässt sich Wild aufspüren und ablichten. Die Bundesregierung habe Bedenken wegen des Datenschutzes geäussert, schrieb die Nachrichtenagentur SDA gestern in einer Mitteilung. Nun soll das Bundesamt für Umwelt (Bafu) ein Verbot ausarbeiten. Allerdings bleibt der Einsatz für die Wildforschung erlaubt.

«Gesichter sind unkenntlich»

Das künftige Verbot stösst beim Urner Jägerverein auf Unverständnis. «Mit den Fallen werden kaum Menschen fotografiert», sagt Präsident Bruno Planzer. «Und falls doch, ist das Gesicht unkenntlich.» Denn Jäger stellen ihre Apparate in Wildwechselzonen fernab von befestigten Wegen auf Knie- bis Hüfthöhe auf. Im Handel ist eine Fotofalle bereits für wenige hundert Franken erhältlich. Sie werden durch Bewegungsmelder ausgelöst und können Bilder automatisch aufs Handy des Jägers senden.