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URI: Jetzt steigt auch die Korporation Uri aus

Am Freitag stimmte der Korporationsrat Uri der neuen Trägerschaft des Alters- und Pflegeheims Rosenberg in Altdorf zu. Gleichzeitig wählte der Rat einen neuen Korporationsweibel.
Elias Bricker
Die letzte Tätigkeit im Amt: Der abtretende Korporationsweibel Martin Aschwanden (links) bereitete gestern noch die Vereidigung seines Nachfolgers Alois Gisler (rechts) vor. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 23. Juni 2017))

Die letzte Tätigkeit im Amt: Der abtretende Korporationsweibel Martin Aschwanden (links) bereitete gestern noch die Vereidigung seines Nachfolgers Alois Gisler (rechts) vor. (Bild: Elias Bricker (Altdorf, 23. Juni 2017))

«Der heutige Entscheid wird in die Geschichtsbücher der Korporation Uri eingehen», freute sich Korporationspräsident Rolf Infanger. Denn der Korporationsrat genehmigte an seiner gestrigen Sitzung im Rathaus in Altdorf einstimmig den Austritt der Korporation Uri aus der Trägerschaft des Alters- und Pflegeheims Rosenberg.

Konkret soll der Rosenberg in Altdorf per 1. Januar 2018 eine neue Trägerschaft erhalten. Heute betreiben die Korporation Uri, die Korporationsbürgergemeinde Altdorf und die Gemeinde Altdorf das Heim gemeinsam als einfache Gesellschaft. Doch diese Organisation stammt aus einer Zeit, also noch die Bürgergemeinde für das sogenannte Armenwesen zuständig war. Das Sozialwesen ist heute aber längst Sache der Gemeinde. Deshalb wollen sich Korporation und Bürgergemeinde nun aus dem Betrieb zurückziehen.

«Wir haben mehrere Jahre daran gearbeitet»

Dabei sollen die Eigentumsverhältnisse mit einem Landabtausch statt mit Ausgleichszahlungen geregelt werden. Heute steht das Heim auf Boden, der je zur Hälfte der Korporation und der Bürgergemeinde gehört. Jetzt soll die Bürgergemeinde den Baugrund übernehmen. Dafür übergibt sie den rund 10 Hektaren umfassenden Landwirtschaftsbetrieb Byfang an der Seedorferstrasse in Altdorf der Korporation Uri. Der Korporationsrat hiess die entsprechende Absichtserklärung gestern diskussionslos gut. «Wir haben jetzt mehrere Jahre an diesem Geschäft gearbeitet», sagte Rolf Infanger. «Offenbar wurde alles gesagt, was es zu sagen gab.»

Die Bürgergemeinde Altdorf hat der neuen Organisation des Rosenbergs und dem damit verbundenen Landabtausch bereits Ende April zugestimmt (unsere Zeitung berichtete). Die Gemeinde Altdorf wird an einer Urnenabstimmung im Herbst darüber befinden.

Auslastung des Altersheims ist stark rückläufig

Gleichzeitig befand der Korporationsrat wohl zum letzten Mal über eine Rechnung und einen Jahresbericht des Rosenbergs. Das Heim konnte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 113000 Franken verbuchen – dies bei einem Aufwand von rund 12,148 Millionen Franken. Damit fiel das Jahresergebnis rund 105000 Franken besser aus als budgetiert. Zwar verzeichnete das Heim 2016 mit 44966 Aufenthaltstagen eine leicht tiefere Belegung als im Vorjahr. Da jedoch die Pflegebedürftigkeit der Bewohner zunehmend steigt und der Rosenberg auch die Pflegekosten leicht erhöhen konnte, resultierte dennoch ein Gewinn.

«Leider ist die Auslastung des Heims seit einigen Jahren stark rückläufig», bilanzierte Korporationsvizepräsident Peter Ziegler gestern. Dies würde sich auch aufs Betriebsergebnis auswirken. Denn heute würden die Leute erst ins Altersheim gehen, wenn es wirklich nicht mehr anders gehe. Deshalb beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Rosenberg heute noch lediglich 14 Monate.

«Diese Sanierung ist jetzt einfach nötig»

Der Rat verabschiedete gestern zudem eine neue Verordnung. Mehrere Mitglieder des Engeren Rates und des Korporationsrates sitzen als Vertreter der Korporation in verschiedenen Verwaltungsräten und Kommissionen. Dabei können sie die Sitzungsgelder selber behalten, müssen jedoch alle übrigen Entschädigungen der Korporation Uri abliefern. Verwaltungsangestellte der Korporation Uri, die solche Mandate während der Arbeitszeit ausüben, müssen hingegen auch die Sitzungsgelder der Korporation abliefern. «Eigentlich wird diese Regelung in der Praxis bereits heute gelebt», sagte Korporationsverwalter Kurt Schuler. «Doch mit der neuen Verordnung soll nun klar festgeschrieben werden, was Sache ist.»

Der Korporationsrat sprach an seiner gestrigen Sitzung überdies einen Kredit von maximal 113 400 Franken. Die Korporationsbürgergemeinde Seelisberg plant, den bestehenden Erschliessungsweg auf die Alp ­Matten in Bürglen für rund 630000 Franken zu sanieren und auszubauen. Der bestehende Viehtriebweg ist in einem schlechten Zustand, droht an einem Ort gar einzustürzen und entspricht überzeugt nicht den Anforderungen für eine Zufahrt mit Fahrzeugen. «Diese Sanierung ist jetzt einfach nötig», sagte der Flüeler Korporationsrat Hermann Herger.

Wendelin Loretz sitzt neu in der RPK

Zudem wählte der Rat gestern einen neuen Korporationsweibel. Martin Aschwanden aus Altdorf übte das Amt seit 2009 aus. Als Nachfolger wurde der frühere Korporationsrat Alois Gisler-­Herger aus Schattdorf gewählt.

Weiter bestimmte der Korporationsrat die Rechnungsprüfungskommission per 2018. RPK-Präsident Beat Zgraggen aus Schattdorf trat zurück, und Fredy Furger aus Göschenen übernahm das Präsidium. Neben den bisherigen Mitgliedern Manuela Herger aus Bürglen, Lukas Wyrsch aus Attinghausen und Robert Gisler aus Altdorf wurde Wendelin Loretz aus Silenen zum neuen RPK-Mitglied ernannt.

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

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