URI: Kanton plant eine Begegnungszone in Altdorf

Mit der West-Ost-Verbindeungsstrasse soll die Bevölkerung entlang der Gotthardstrasse von Luft- und Lärmimmissionen entlastet werden. Dazu sind flankierende Massnahme wie beispielsweise eine Begegnungszone in Altdorf geplant.

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Der Dorfkern von Altdorf soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden. (Bild Urs Hanhart)

Der Dorfkern von Altdorf soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden. (Bild Urs Hanhart)

Der Grossteil der Autos, die im Urner Talboden verkehren, benützt heute die Strecke auf der Hauptstrasse zwischen dem Kreisel Flüelen, dem Zentrum von Altdorf und Schattdorf. Die Bevölkerung, die entlang dieser Strasse wohnt und arbeitet, muss daher seit Jahren massive Lärm- und Luftbelastungen hinnehmen. Das soll sich ändern: Ab 2021 soll der Durchgangsverkehr die dicht besiedelten Gebiete verschonen, heisst es in einer Medienmitteilung der Baudirektion Uri vom Dienstag. Möglich machen das der Bau der West-Ost-Verbindungsstrasse (WOV) und der neue A2 Halbanschluss Altdorf Süd (im Gebiet Eyschachen).

WOV: Direkt zur A2

Die WOV entlastet die Bevölkerung entlang der Gotthardstrasse in Altdorf und Schattdorf von den übermässigen Luft- und Lärmimmissionen. Aber auch für Gemeinden wie Attinghausen, Bürglen, Spiringen, Unterschächen und Seedorf bringt die neue Erschliessung viele Vorteile: Der A2 Halbanschluss Altdorf Süd bietet einen direkten Zugang zur Autobahn. Die Fahrt durch das überlastete Zentrum von Altdorf entfällt. Davon profitieren auch die zahlreichen Betriebe im Industriepark Ruag und im Industriegebiet Schattdorf sowie die neu entstehenden Betriebe im Entwicklungsschwerpunkt Eyschachen; sie alle haben neu praktisch direkten Zugang zur A2.

Der Urner ÖV gewinnt

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind zeigte am Montagabend an einer Informationsveranstaltung in Altdorf auf auf, wie parallel zum Bau der WOV mit dem Regionalen Gesamtverkehrskonzept Unteres Reusstal (rGVK UR) auch das ÖV-Angebot in Uri stark ausgebaut wird. Die Entlastung der bestehenden Strassen vom motorisierten Individualverkehr lässt in Zukunft mehr Raum für schnellere, bessere und dichtere Busverbindungen.

Gleichzeitig entsteht mit dem Kantonalbahnhof Altdorf mitten im Talboden ein neuer hochwertiger und zentraler Umsteigeknoten. Unter anderem werden im Kantonalbahnhof Altdorf ab 2021 täglich 14 Intercity-Züge halten, die durch den Gotthard-Basistunnel verkehren.

In einem ersten Ausbauschritt wird das Busangebot für Bürglen, Attinghausen und Seedorf erweitert. Schon im kommenden Dezember werden diese drei Gemeinden neu mit einem Halbstundentakt bedient.

Begegnungszone für das Zentrum

Damit die West-Ost-Verbindung ihre volle Wirkung entfalten kann, braucht es in den Dörfern flankierende Massnahmen (FlaMa). Sie helfen mit, den Durchgangsverkehr über die WOV zu lenken. Gleichzeitig schaffen die FlaMa mehr Raum für Gewerbe sowie mehr Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer.  So gibt es ab 2021 es im Dorfzentrum von Altdorf eine Begegnungszone (Bereich Schmiedgasse bis Ankenwaage), ergänzt mit vorgelagerten Bereichen, auf denen Tempo 30 gilt.

pd/zim