URI: Kanton warnt vor Risiken beim Bauen

Beim Bauen muss die Umwelt geschützt werden. Der Kanton Uri informierte am Mittwoch verschiedene Planer und Architekten über die Risiken.

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Baustellenstaub ist lästig und kann die Gesundheit gefährden. (Bild: PD)

Baustellenstaub ist lästig und kann die Gesundheit gefährden. (Bild: PD)

Das Amt für Umweltschutz hat am 13. November die kommunalen Baubehörden sowie Bauplaner und Architekten zu einer Informationsveranstaltung mit dem Thema Umweltschutz bei Bauvorhaben eingeladen. Den Schwerpunkt bildeten die Bereiche Wasser, Abfall, Staub und Lärm.

Bei jedem Bauvorhaben entsteht Lärm, Staub, Abfall und Schmutzwasser. Bauen ist ein Eingriff in die Umwelt und muss daher auch aus Sicht des Umweltschutzes sorgfältig geplant und umgesetzt werden.

Sorgsamer Umgang mit dem Wasser

Bei der Planung kommt der fachgerechten Entwässerung des Bauvorhabens eine zentrale Bedeutung zu. Während das verschmutzte Abwasser in die Kanalisation einzuleiten ist, muss das Regenwasser von Strassen, Vorplätzen sowie von Balkonen und Dachflächen versickert werden. Erst wenn dies aus räumlichen Gründen nicht möglich ist, sind weitere Entwässerungsmöglichkeiten zu prüfen. Das Amt für Umweltschutz zeigte die verschiedenen Möglichkeiten der Liegenschaftsentwässerung auf und verwies auf die neuen technischen Anleitungen für Planer und Architekten.

Baustellenabwässer können Grund- und Oberflächengewässer verunreinigen, Lebewesen gefährden oder Kanalisationen beeinträchtigen. Trübstoffe im Baustellenabwasser führen zudem zu unerwünschten Ablagerungen in Kanalisationsnetzen und belasten die Kläranlagen. Werden Baustellenabwässer direkt in ein Gewässer eingeleitet, können Fischbestände und Wasserorganismen stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Damit das nicht geschieht, müssen die Baugruben trocken sein, die Baumaschinen einwandfrei gewartet, wassergefährdende Flüssigkeiten sachgerecht gelagert und die Baustellenabwässer richtig behandelt werden.

Bauabfälle trennen, entsorgen oder wiederverwerten

Auf jeder Baustelle fallen verschiedenste Abfallarten an. Neben dem Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial sind es unter anderem Betonabfälle, Ziegel, Mauerwerke, Gips, Eternit, Keramik, Papier, Holz, Kunststoffe und sogar Sonderabfälle. Für jede Baustelle gelten drei wichtige Grundsätze: Die Bauabfälle sind getrennt zu sammeln und fachgerecht zu entsorgen. Abfälle dürfen auf der Baustelle nicht vermischt werden. Bei den mineralischen Abfällen wie Stein, Kies, Sand und Betonreste steht zur Schonung der Ressourcen die Wiederverwertung im Vordergrund. Schliesslich dürfen keine Bauabfälle auf der Baustelle verbrannt werden.

Staub vermeiden

Staub gibt es immer auf einer Baustelle und kann gerade bei Föhn zu Problemen führen. Staub stört nicht nur die Arbeitsabläufe auf der Baustelle, sondern er ist auch gesundheitsgefährdend. Betroffen sind vor allem die Personen, die auf der Baustelle arbeiten oder in der Nähe der Baustelle wohnen. Es muss im Sinne des Vorsorgeprinzips darauf geachtet werden, dass sich beim Arbeiten möglichst wenig Staub entwickelt. Massnahmen zur Staubbindung müssen daher möglichst an der Quelle ergriffen werden. In Frage kommen unter anderem die Benetzung von befahrenen Flächen und bearbeitetem Material, die Einrichtung von Radwaschanlagen, die Begrünung von Erddepots, die reduzierten Geschwindigkeiten auf der Baustelle oder die regelmässige Reinigung der Baustellenzu- und -ausfahrten.

Neophyten auf der Baustelle
Fremde Pflanzen, die sich rasch ausbreiten und einheimische Arten verdrängen oder andere Schäden verursachen, sogenannte Neophyten, kommen bei uns immer häufiger vor. Auf Baustellen besteht die Gefahr, dass diese Pflanzen unsachgemäss entfernt und entsorgt werden. So werden Pflanzenteile und Samen an einen neuen Ort verschleppt und verbreiten sich dort von Neuem. Um dies zu verhindern, gibt es ein paar wichtige Regeln bei der Beseitigung, dem Abtransport und der Entsorgung von Pflanzen. zu beachten. Diese Regeln sind je nach Pflanze unterschiedlich. Das Amt für Umweltschutz gab an der Informationsveranstaltung einen Überblick. Es stellt die notwendigen Informationen zu den einzelnen Pflanzen auch auf ihrer Homepage zur Verfügung und gibt gerne direkt Auskunft.

Nutzung von digitalen Umweltdaten
Immer mehr Umweltdaten, die für die Planung und Umsetzung von Bauvorhaben wertvoll sind, sind heute öffentlich in digitaler Form zugänglich. Im Geo-Shop der LISAG Uri finden sich zahlreiche Themen mit Umweltdaten, beispielsweise zum Kataster mit belasteten Standorten, zur Bodenbelastung, zu den Leitungskorridoren und zum Gewässerschutz. Das Amt für Umweltschutz wird dieses Angebot sukzessive ausbauen.

red