URI: Kantonspolizei prüft bald Anschaffung von Sturmgewehren

Wegen der Terroranschläge in Deutschland und Frankreich wächst auch die Nervosität bei den Kantonspolizeikorps. Der Mediensprecher der Kapo Uri, Gusti Planzer, sagt nun, welche Überlegungen sich der Kanton Uri in dieser Hinsicht macht.

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Die Rede ist von zwei Millionen Waffen in der Schweiz, die nicht registriert sind. Im Bild ein Sturmgewehr 90. Sie müssen nun nicht nachregistriert werden, entschied der Nationalrat. (Bild: Keystone)

Die Rede ist von zwei Millionen Waffen in der Schweiz, die nicht registriert sind. Im Bild ein Sturmgewehr 90. Sie müssen nun nicht nachregistriert werden, entschied der Nationalrat. (Bild: Keystone)

Die Kantonspolizeikorps Bern, Aargau und St. Gallen haben Sturmgewehre angeschafft, die auch von normalen Streifenpolizisten getragen werden sollen, wie das Schweizer Fernsehen Ende November berichtete. Nun sollen auch die Schweizer Grenzwachtkorps aufrüsten. Dies, um der erhöhten Terrorgefahr entgegenzuwirken und «gleich lange Spiesse» zu schaffen, wie sich der Kommandant der Berner Kantonspolizei in unserer Zeitung zitieren liess.

Er begründete die Anschaffung mit der teils sehr professionellen Bewaffnung von Terroristen. Doch könnte dies auch für den Kanton Uri ein Thema werden? Auf Anfrage unserer Zeitung nimmt der Mediensprecher der Urner Kantonspolizei, Gusti Planzer, Stellung. «Für diesen Entscheid beobachten wir derzeit unter anderem die Entwicklung in den Kantonen Bern und Aargau», erklärt er.

Spezialeinheit besitzt schon Langwaffen

Bis detaillierte Erkenntnisse vorliegen, mache die Kantonspolizei Uri sicherlich keine Anträge zur Anschaffung und auch keine Budgetierung. «Es ist aber gut möglich, dass wir demnächst die Einführung von weiteren Langwaffen prüfen werden», meint Planzer. Die ungefähren Kosten für die Anschaffung der Sturmgewehre sind aber bekannt. Planzer bestätigt, dass für eine Langwaffe, wie es das Sturmgewehr ist, inklusive Zubehör mit rund 5000 Franken gerechnet werden muss. Würde die Kantonspolizei nun – wie der Aargauer Korps – 50 Sturmgewehre kaufen, würden sich die Kosten auf rund 250 000 Franken belaufen. Allerdings würde die Kapo Uri wesentlich weniger Gewehre als der Aargau benötigen. Dazu komme die Ausbildung der Polizisten im Umgang mit der neuen Waffe. Sie würden in Anwendung, Taktik und Anwendungsvorschriften geschult, erklärt Planzer. «Von der Bedrohung her ist der Kanton Uri nicht mehr oder weniger gefährdet als die anderen Schweizer Kantone», glaubt Planzer. Die Kantonspolizei verlässt sich deshalb auf die Situationsanalyse des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) und die Erfahrungen anderer Korps, um über eine mögliche Aufrüstung zu entscheiden. Der NDB schätzt die terroristische Bedrohung im Moment als «erhöht» ein.

Schutzausrüstung ist auf dem neusten Stand

Bereits jetzt besitzt die Kantonspolizei Uri verschiedene Langwaffen. So gehören bei den Patrouillenfahrzeugen Maschinenpistolen zur Ausrüstung. Auch die Interventionseinheit Luchs benutzt Langwaffen, darüber möchte Planzer aber keine weitere Auskunft geben. «Wir veröffentlichen grundsätzlich nicht, wie viele Waffen und welche Typen wir verwenden», sagt der Mediensprecher. Als ebenso wichtig wie die angemessene Bewaffnung stuft der Mediensprecher die Schutzausrüstung ein. Dort ist die Kantonspolizei Uri auf dem neuesten Stand: «Wir be­sitzen – wie viele andere Polizeikorps auch – Amok-Ausrüs­tungen, die vor Langwaffen und Explosivmitteln schützen.»

 

Jessica Bamford

redaktion@urnerzeitung.ch