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URI: Kantonspolizei Uri: Einsatzzentrale wird digital

Die Zeiten von Checklisten und Ablaufplänen in Papierform sind bald vorbei: Die Kantonspolizei Uri arbeitet in einem Jahr mit einem Einsatzleitsystem. Der Landrat hat einen Verpflichtungskredit gutgeheissen.
Carmen Epp
Das Einsatzleitsystem Avanti wird die Arbeit in der Einsatzzentrale Flüelen erleichtern und beschleunigen. (Bild: Urs Hanhart / Archiv «Urner Zeitung»)

Das Einsatzleitsystem Avanti wird die Arbeit in der Einsatzzentrale Flüelen erleichtern und beschleunigen. (Bild: Urs Hanhart / Archiv «Urner Zeitung»)

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Uri in Flüelen ist die einzige Melde-, Koordinations- und Aufgebotsstelle mit einem 24-Stunden-Betrieb. 365 Tage im Jahr nimmt sie Notrufe entgegen, empfängt Ereignismeldungen, überwacht Tunnelsysteme, leitet Meldungen an die richtigen Stellen weiter und ist für Anfragen aus der Bevölkerung erreichbar.

Dies alles machen die Mitarbeiter der Einsatzzentrale noch immer mit Bleistift und Papier. Das wird sich nun ändern: Gestern hat der Urner Landrat einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 630000 Franken für die Beschaffung des Einsatzleitsystems (ELS) Avanti durch die Kantonspolizei Uri einstimmig gutgeheissen. Sofern kein Referendum ergriffen wird, soll das System nach diversen Schulungen im vierten Quartal 2018 in den produktiven Betrieb gehen.

«Wichtige Anschaffung mit grossem Mehrwert»

Dass die Kantonspolizei Uri nachrüsten muss, war im Landrat unbestritten. Nicht nur, weil Uri faktisch der einzige Kanton ohne ELS ist. Alle Landratsfraktionen kamen zum Schluss, dass das heutige System langsamer, fehleranfälliger und auch weniger ­sicher sei. «Zudem ist das ma­nuelle System auch, ohne jemandem Böswilligkeit zu unterstellen, einfach manipulierbar», hielt Michael Arnold (CVP, Altdorf) namens aller Landratsfraktionen fest. Der Einsatz eines ELS für die Kantonspolizei Uri sei eine «wichtige Anschaffung mit grossem Mehrwert», so Arnold.

Claudia Schuler (CVP, Seedorf), Präsidentin der Sicherheitskommission, zeigte den konkreten Nutzen auf, den ein ELS mit sich bringt. Anlässlich ihrer Sitzung hat die Sicherheitskommission Mitte November die Einsatzzentrale in Flüelen besucht. Dort wurde anhand eines fingierten Verkehrsunfalls mit Todes­folge aufgezeigt, wie der Einsatz ohne ELS in Uri abgehandelt wird: «Der Urner nahm den Notruf entgegen und war dann lange Zeit damit beschäftigt, Karten, Dienst- und Telefonlisten hervorzunehmen, die richtigen Organisationen und Personen zu eruieren und diese anzurufen», schilderte Schuler das Vorgehen.

Das alles habe der Mitarbeiter der Einsatzzentrale von Hand auf einem Block notiert. «Nach zirka 20 Minuten waren alle aufgeboten, und er hätte Zeit gehabt, die Handnotizen in ein Protokoll zu übertragen – wenn nicht erneut das Telefon geklingelt hätte», führte Schuler weiter aus.

Schwyz braucht mit ELS nur wenige Minuten

Im Anschluss besuchte die Kommission die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Schwyz, wo anhand desselben Falles gezeigt wurde, wie mit einem ELS gearbeitet wird. Durch den Antennenstandort des Anrufers sei bereits der ungefähre Standort des Melders ersichtlich. Ruft dieser vom Festnetz an, erscheine sogar dessen Name und Adresse.

Auf der digitalen Karte zeige das ELS an, wo das Ereignis ist. «Dank der Ortung sieht er auch sofort, wo die nächste freie Pa­trouille ist. Mit einem Klick kann er diese aufbieten», so Schuler. Ebenfalls nur mit einem Mausklick kann der Mitarbeiter der Einsatzzentrale den Rettungsdienst, die Strassenrettung, den Kriminaltechnischen Dienst, den Pikettoffizier, den Dienstchef, ­ die Staatsanwaltschaft, den Abschleppdienst und so weiter aufbieten. Jede dieser Handlungen werde automatisch protokolliert. «Für dasselbe Aufgebot, für das der Urner fast 20 Minuten gebraucht hat, benötigte der Schwyzer wenige Minuten», hielt Schuler fest. Das sei nur ein kleines Beispiel für den Mehrwert, den ein ELS mit sich bringe.

Das ELS Avanti eröffnet der Kantonspolizei Uri ausserdem Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit den Zentralschweizer Polizeikorps: Mit demselben ELS wie Schwyz, Zug, Ob- und Nidwalden kann Uri beim Projekt «Gelz-Service» mitmachen, bei dem eine virtuelle gemeinsame Einsatzleitzentrale der Zentralschweizer Polizeikorps angestrebt wird. Damit können sich die Korps zu Spitzenzeiten und bei Ausfällen gegenseitig unterstützen.

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