Uri
Klimaaktivisten machen auf ihrer Fahrradtour halt in Altdorf

Die «Tour de Climat» führt Klimaschützer durch die ganze Schweiz. Ihr Ziel: Die Finanzdirektoren der Kantone sollen die Schweizer Nationalbank dazu auffordern, nicht mehr in Fossile Energieträger zu investieren.

Manuel Kaufmann
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«Tour-de-Climat»-Petition vor dem Willhelm-Tell-Denkmal auf dem Ratshausplatz in Altdorf.

«Tour-de-Climat»-Petition vor dem Willhelm-Tell-Denkmal auf dem Ratshausplatz in Altdorf.

Bild: Manuel Kaufmann (Altdorf, 14. September 2021)

Im Rahmen der «Tour de Climat» der Organisation Campax fahren Klimaaktivisten auf ihren Fahrrädern durch die ganze Schweiz. In 39 Tagen radeln sie von Kanton zu Kanton, im Gepäck befinden sich 26 Petitionen, eine für jeden Kanton. Ihr Anliegen: Laut den Aktivisten verdoppelt die Schweizer Nationalbank SNB die Schweizer CO2-Emissionen durch Investitionen in fossile Energieträger. Die Kantone sollen die Nationalbank in die Pflicht nehmen und dafür sorgen, dass in andere Projekte investiert wird. «Die Mehrheitsaktionäre der Nationalbank sind die Kantone, die 60 Prozent der Stimmrechtsaktien besitzen», so Andreas Freimüller, Geschäftsführer der Campax. Der Einfluss der Aktionäre sei zwar klein, da die Nationalbank unabhängig sei, doch mit politischem Druck könnte ein Umdenken der SNB Direktion erreicht werden.

Die «Tour de Climat» begann vor einem Monat, am 14. August in Zürich. Altdorf ist das viertletzte Etappenziel. Die knapp zehn Aktivisten stellen sich vor das Tell-Denkmal und zeigen einen Banner mit der Aufschrift «Decarbonize the National Bank». Anschliessend wird die Petition an Roman Balli, dem Generalsekretär des Landammannamtes des Kanton Uri, überreicht. Man sei etwas enttäuscht, dass man die Petition dem Finanzdirektor nicht persönlich überreichen konnte, sagt Andreas Freimüller.

«Die Finanzdirektoren könnten Einfluss auf die Investitionen der Schweizer Nationalbank nehmen, doch sie denken noch zu wenig darüber nach.»

Die Reaktionen der Regierungsräte der bisherigen Kantone seien durchaus positiv gewesen. In einigen Kantonen haben die Finanzdirektoren die Petition auch persönlich entgegengenommen.

Übergabe der Petition von Andreas Freimüller an Roman Balli, Generalsekretär des Landammannamtes des Kantons Uri.

Übergabe der Petition von Andreas Freimüller an Roman Balli, Generalsekretär des Landammannamtes des Kantons Uri.

Bild: PD

Allgemein sei man mit der Tour sehr zufrieden. Auf jeder Etappe waren 7 bis 30 Leute dabei. «Es ist schön, dass sich so viele Leute die Zeit für diese Aktion nehmen», sagt Freimüller. Einer dieser Personen ist Silvan Schmid aus Magglingen. Der 26-Jährige studiert Sport und ist bei fast allen Etappen mit dabei, mehr als jeder andere Teilnehmer. Aufgrund einer Knieverletzung kann Silvan Schmid die Tour nicht auf einem gewöhnlichen Fahrrad mitmachen, sondern musste sich ein Handrad ausleihen. Dieses wichtige Thema sei ihm die Anstrengung wert. Der Sportstudent sei allgemein aktiv im Klimaschutz, doch diese Aktion gefalle ihm besonders: «Normalerweise bin ich skeptisch bei Petitionen und deren Wirksamkeit, doch mit dem Fahrrad von Ort zu Ort zu gehen, das hat mich überzeugt.»

Die nächste Etappe führt die Aktivisten nach Stans. Die «Tour de Climat» endet am 19. September in Zürich.

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