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URI: Korporation Uri: Ist der Bürgernutzen bald Geschichte?

Der Engere Rat prüft, ob der Bürgernutzen abgeschafft und durch eine Bürgeraktion ersetzt werden soll. Zudem sprach der Korporationsrat gestern einen Beitrag an die Sanierung der Luftseilbahn Intschi-Arnisee.
Elias Bricker
Dank des 2016 eingeführten Korporationsausweises könnten die Urner Bürger vielleicht schon bald von Vergünstigungen anstelle des Bürgernutzens profitieren. (Bilder: Elias Bricker (Altdorf, 23. Februar 2018))

Dank des 2016 eingeführten Korporationsausweises könnten die Urner Bürger vielleicht schon bald von Vergünstigungen anstelle des Bürgernutzens profitieren. (Bilder: Elias Bricker (Altdorf, 23. Februar 2018))

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Der Engere Rat der Korporation Uri hat ein neues Mitglied: An seiner gestrigen Sitzung im Rathaus in Altdorf wählte der Korporationsrat Lukas Wyrsch aus Attinghausen als Allmendaufseher. Er wird ab Juni für den Allmendkreis 6 (Attinghausen, Bauen, Isenthal, Seedorf und Seelisberg) zuständig sein und ersetzt somit Beat Infanger aus Attinghausen, der nach zehnjähriger Amtszeit seine Demission eingereicht hat. «Lukas Wyrsch bringt die nötige Erfahrung mit», sagte der Seedorfer Korporationsrat Urs Schillig, der seinen Amtskollegen vorgeschlagen hatte. Immerhin sei der 53-jährige Schreiner und Landwirt mehrere Jahre Gemeinde- und Bürgerrat gewesen. Welcher Attinghauser anstelle von Wyrsch in den Korporationsrat nachrücken wird, ist noch offen.

Die fünf anderen Allmendaufseher wurden wiedergewählt: Matthias Baumann, Intschi, für den Kreis 1 (Göschenen, Wassen, Gurtnellen); Werner Walker, Amsteg, für den Kreis 2 (Silenen, Ersfeld); Josef Schuler, Bürglen, für den Kreis 3 (Bürglen, Schattdorf) Josef Arnold, Unterschächen, für den Kreis 4 (Spiringen, Unterschächen); Karl Marty, Altdorf, für den Kreis 5 (Altdorf, Flüelen, Sisikon). Ebenfalls wiedergewählt wurden die beiden Stimmenzählerinnen Nathalie Barengo aus Altdorf und Claudia Arnold aus Bürglen.

Ab Mitte März läuft die Vernehmlassung

Präsident Rolf Infanger orientierte zudem darüber, dass der Engere Rat sich Gedanken über die Zukunft des Bürgernutzens mache. Die Korporation bezahlt diesen jeweils aus dem Finanzgewinn an die im Korporationsgebiet lebenden Bürger aus. In den vergangenen Jahren erhielten die Urner pro Jahr in der Regel einen Fünfliber, den sie persönlich abholen müssen. «Wir überlegen uns, ob es nicht eine zeitgemässere Variante des Bürgernutzens gäbe, etwa in Form einer Bürgeraktion», sagte Infanger. «Denkbar sind etwa Vergünstigungen bei Seilbahnen, Museen oder Theater.» Der 2016 eingeführte Ausweis für Korporationsbürger macht dies möglich.

Der Engere Rat führt nun ab Mitte März eine Vernehmlassung bei den Bürgergemeinden durch. Denn diese erhalten heute zweckgebunden für den Wald das übrig gebliebene Geld, das die Bürger nicht abholen. Die Vernehmlassungsunterlagen werden zudem in rund zwei Wochen für Interessierte auf der Website der Korporation aufgeschaltet. Fällt die Vernehmlassung positiv aus, wird die Korporationsgemeinde frühestens 2019 auf dem Lehnplatz in Altdorf über die Änderung befinden können.

Der Korporationsrat sprach zudem gestern einstimmig einen Projektbeitrag in der Höhe von 153 000 Franken an die Sanierung der Luftseilbahn Intschi-Arnisee. Denn 2020 läuft die eidgenössische Konzession für die Bahn ab. Um eine neue Betriebsbewilligung zu erhalten, sind grosse Investitionen notwendig. Die Steuerung sowie der Antrieb müssen ersetzt werden. Die Kabinen werden erneuert und auf den aktuellsten technischen Stand gebracht. Die Tal- und die Bergstation werden den heutigen Brandschutzvorschriften angepasst. Weiter müssen die Stützen sowie deren Verankerungen erneuert werden. Insgesamt rechnet die Luftseilbahngenossenschaft Intschi-Arnisee mit Gesamtkosten von 1,91 Millionen Franken. Der Kanton hat seinerseits ein zinsloses rückzahlbares Darlehen von 830000 Franken (NRP) sowie einen À-fonds-perdu-Beitrag von 195000 Franken in Aussicht gestellt. Die Finanzierung des Projekts soll zudem über Mittel der Genossenschaft (250000 Franken) sowie über Sponsoren, Gönner und Hypotheken finanziert werden.

Die Sanierung soll zwischen März und Mai stattfinden. Der bisher letzte umfassende Umbau der Bahn war in den Jahren 1978 und 1979 erfolgt. Die Seilbahn erschliesst nicht nur den bei Touristen beliebten Arnisee, sondern auch die Alpen Arni und Leitschachalp sowie vier Landwirtschaftsbetriebe, von denen zwei das ganze Jahr bewohnt sind.

Nun wird vollzogen, was in der Praxis gelebt wird

Weiter beschloss der Korporationsrat gestern auf Wunsch der betroffenen Älpler einstimmig, das Alpgebiet Nideralp-Oberalp bei Unterschächen in zwei Alpen aufzuteilen. In der Praxis ändert sich damit aber nicht viel. Denn faktisch haben die vier Älpler der Oberalp und die zwei Älpler der Nideralp bereits seit mehreren Generationen nichts mehr miteinander zu tun – ausser auf dem Papier. So wählten sie bis anhin noch einen gemeinsamen Stafelvogt, hatten eine gemeinsame Stafelordnung und erstellten jeweils eine gemeinsame Schwendgeldrechnung. Nun werden die beiden Oberstafel unabhängiger.

Der Korporationsrat musste sich gleich noch in einem zweiten Geschäft mit der Nideralp befassen. Er sprach sich für eine Allmendvergabung von rund 210 Quadratmetern aus. Denn Älpler Klaus Zurfluh plant, sein baufälliges Alpgebäude mit Stall und Wohnbereich neu zu bauen.

Der neugewählte Allmendaufseher Lukas Wyrsch (links) und der Abtretende, Beat Infanger (rechts). (Bild: Elias Bricker)

Der neugewählte Allmendaufseher Lukas Wyrsch (links) und der Abtretende, Beat Infanger (rechts). (Bild: Elias Bricker)

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