URI: Kraftwerk Gurtnellen: Schwieriger Bau kommt voran

Das steile Gelände macht den Ausbau des Kraftwerks Gurtnellen-Wiler zu einer echten Herausforderung. Ab Herbst 2017 soll es 7000 Haushaltungen mit Strom versorgen.

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Der Einbau der Druckleitung im anspruchsvollen Gelände ist eine Herausforderung (Bild: PD)

Der Einbau der Druckleitung im anspruchsvollen Gelände ist eine Herausforderung (Bild: PD)

Es ist ein Kraftakt, der in Gurtnellen zurzeit geleistet wird. Denn der Ausbau des Kraftwerks Gurtnellen-Wiler erweist sich als technische und logistische Herausforderung. «Der Ausbau ist gut auf Kurs», teilt nun die Kraftwerk Gurtnellen AG mit.

Und das macht die Baustelle so speziell: Zwischen dem Kraftwerk in Gurtnellen-Wiler und der Wasserfassung Grueben in der Gorneralp liegen 600 Meter Höhenunterschied. Der Weg von Gurtnellen Dorf Richtung Gorneren ist steil und schmal. Genauso wie der zweite Weg ab Gurtnellen-Wiler durch den Stäubenwald. Eine Standseilbahn führte hier entlang der Druckleitung, vorbei an der malerischen Wallfahrtskapelle mitten im Wald. Und die Fortsetzung ab dem Ende der Seilbahn bis zur Wasserfassung ist fast so steil wie der untere Abschnitt. Die Wasserfassung Grueben liegt auf rund 1400 Meter über Meer.

Materialbahn ist technisches Kunststück

Die Arbeiten für den Ausbau des Kraftwerks verlaufen trotz der anspruchsvollen alpinen Umgebung planmässig. Für den Materialtransport wurde eine Materialseilbahn errichtet, ein technisches Kunststück. «Sämtliche an den Bauarbeiten beteiligte Arbeiter sind Könner und absolute Profis», erklärt Manfred Walker, Projektleiter Energie bei EWA. Er ist mit dem Projektfortschritt sehr zufrieden: «1060 Meter Druckleitung von der Wasserfassung bis zur Bergstation Standseilbahn sind eingebaut. Das sind rund 60 Prozent der gesamten Länge.» In einem nächsten Schritt wird die Druckleitung inklusive der Fixpunkte im untersten Abschnitt fertiggestellt.

Das alte Kraftwerk Gurtnellen wurde nach 116 Jahren Betrieb abgeschaltet. Das KW Gurtnellen soll nach dem Ausbau im Herbst 2017 wieder in Betrieb gehen. Es wird im Vollbetrieb 31,5 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, genug für rund 7000 Haushaltungen. «Es braucht heute Mut, in ein Wasserkraftwerk zu investieren», führt Werner Jauch aus, Verwaltungsratspräsident der KW Gurtnellen AG. «Wir haben die Rechnung gemacht und sind überzeugt, dass sich die Investition beim Kraftwerk Gurtnellen und auch bei unseren weiteren Kraftwerkprojekten in mehrfacher Hinsicht lohnt.» Die Investition in den Ausbau beträgt 25,5 Millionen Franken. Davon bleiben 19,5 Millionen oder 75 Prozent im Kanton Uri.

EWA und Korporation teilen sich Aktien

Weiter wird das Kraftwerk pro Jahr rund 480'000 Franken Wasserzinsen abwerfen. Bei der KW Gurtnellen AG sind die Korporation Uri mit 30 Prozent und EWA mit 70 Prozent am Aktienkapital beteiligt.

Insgesamt werden in die Kraftwerke Bristen, Gurtnellen und Schächen rund 62 Millionen Franken investiert. Das sichert die Stromversorgung des Kantons Uri aus nachhaltiger Produktion. Nicht zuletzt generieren die drei Werke gemeinsam auch Wasserzinsen im Umfang von fast einer Million Franken jährlich zu Gunsten von Kanton und Korporation.

red

Für den Ausbau des Wasserkraftwerks Gurtnellen wurde eine Materialseilbahn eingerichtet (Bild: PD)

Für den Ausbau des Wasserkraftwerks Gurtnellen wurde eine Materialseilbahn eingerichtet (Bild: PD)

Visualisierung der künftigen Wasserfassung in der Grueben auf rund 1400 Metern über Meer (Bild: PD)

Visualisierung der künftigen Wasserfassung in der Grueben auf rund 1400 Metern über Meer (Bild: PD)