URI: Landrat berät 115-Millionen-Kredit für das Kantonsspital

Der Neubau wird konkreter, aber auch teurer. Der Landrat befindet über einen Kredit von 115 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan, soll 2019 mit dem Bau begonnen werden, ehe 2024 das Projekt abgeschlossen werden könnte.

Florian Arnold
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Roger Nager (links), Barbara Bär und Fortunat von Planta begutachten das Modell des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri. (Bild: Florian Arnold/UZ , Altdorf, 16. Februar 2017)

Roger Nager (links), Barbara Bär und Fortunat von Planta begutachten das Modell des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri. (Bild: Florian Arnold/UZ , Altdorf, 16. Februar 2017)

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Die Pläne des Um- und Neubaus des Kantonsspitals Uri werden immer konkreter. Nun liegt der Kreditantrag für den Landrat vor. Das umfangreiche Dossier sowie die Pläne wurden den Parlamentariern gestern zugestellt. «Wir kommen nun in die entscheidende Phase», sagte Gesundheitsdirektorin Barbara Bär an der gestrigen Informationsveranstaltung gegenüber den Medien. Das Projekt befinde sich schon in einem sehr detaillierten Zustand.

Und so wird auch die Kostenschätzung immer genauer – jedoch steigt diese auch: Ging man beim entsprechenden Wettbewerb von Gesamtkosten von 108 Millionen Franken (Ungenauigkeit: 20 Prozent) aus, so sind es nun 115 Millionen plus/minus 15 Prozent. Nicht im Baukredit enthalten sind die Kosten von 9 Millionen für den Umbau des Gebäudes D sowie den Abriss der nicht mehr gebrauchten Gebäude. Die Gesundheitsdirektorin betonte, das Projekt sei für Uri finanziell tragbar. Die Abriss- und Unterhaltskosten seien Bestandteil der bisherigen Mieten gewesen und gelten somit als gebundene Ausgaben.

Das Spital wird künftig statt sechsstöckig nur noch vierstöckig sein. Dafür ist das Gebäude deutlich breiter, sodass sich an der Nutzungsfläche nichts Wesentliches verändert. Für das flachere Gebäude hätten mehrere Argumente gesprochen, erklärte Spitaldirektor Fortunat von Planta: «Es entspricht mehr unserer Art wie wir arbeiten.» Denn auf diese Weise könnten viel mehr Bereiche auf demselben Stock untergebracht werden. Für die Fachjury spielte aber auch die Ästhetik eine Rolle: Das Spital wird nicht mehr das höchste Gebäude des Altdorfer Dorfbilds sein, sondern die Kirche St. Martin.

Kurze Wege sollen Zeitersparnis bringen

Ein Ziel der Planer war es, die Abläufe im Spital zu optimieren. Dazu gehören kürzere Wege, wodurch nicht nur Mitarbeiter Zeit sparen, sondern die Patienten wesentlich weniger warten sollen. Im Erdgeschoss des Neubaus ist ein interdisziplinäres Ambulatorium geplant und im ersten Stock des bestehenden Neubaus die interdisziplinäre Diagnostik, in der die verschiedenen Fachärzte auf demselben Stock zusammenarbeiten können. Die Radiologie wird an einem Standort gebündelt – vorher war sie auf drei Gebäude verteilt. Die Notfallaufnahme befindet sich am südlichen Eingang des Gebäudes.

Im ersten Obergeschoss sind drei moderne Operationssäle und die Intensivstation und eine Tagesklinik mit acht Betten untergebracht. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass in Zukunft Operationen vermehrt ambulant durchgeführt werden. Weiters werden im ersten Stock eine Frauenklinik und die Gebärabteilung eingerichtet.

Die Vierbettzimmer gehören der Vergangenheit an. Im zweiten und dritten Obergeschoss befinden sich zwei Pflegestationen mit 80 Betten aufgeteilt auf Ein- und Zweibettzimmer. Diese werden neu allesamt mit WC und Duschen ausgestattet – eine dringend notwendige Massnahme, wie Spitaldirektor von Planta betonte. Denn ohne einen gewissen Standard könne man im Wettbewerb mit anderen Spitälern nicht mithalten. Zwischen halbprivat und allgemein Versicherten wird jedoch nicht über die Zimmerinfrastruktur unterschieden – dafür aber über den Hotellerie-Service oder die Arztwahl.

Ein Augenmerk wurde bei der Planung aber auch auf die Privatsphäre gelegt. So geschieht die Notfallaufnahme nicht mehr über den Haupteingang im Norden, sondern auf der Südseite mit einem separaten Eingang. Dialysepatienten werden im Haus D behandelt und betreten das Gebäude ebenfalls über einen separaten Eingang.

Neues Gebäude wird ökologischer

«Es ist kein Luxusprojekt», betonte Baudirektor Roger Nager. Der Bau zeichne sich durch eine schlichte Architektur aus. «Aber das neue Spital ist auf den Kanton Uri massgeschneidert.» Nach den Richtlinien des Kantons wird es im Minergie-P-Eco-Standard gebaut. Trotzdem wird es aber möglich sein, die Fenster in den Patientenzimmern zu öffnen.

«Wir können das neue Gebäude kaum erwarten», sagte Spitaldirektor von Planta. Denn letztlich soll es auch den Spitalbetrieb ankurbeln. Schätzungen zufolge werden sich mehr Patienten in Altdorf behandeln lassen. Deshalb sprechen sich von Planta und der Regierungsrat dafür aus, das Projekt als Ganzes zu betrachten. «Wenn man an einzelnen Punkten Reduktionen anbringt, wird das Spital dem Leistungsauftrag nicht mehr gerecht», machte Barbara Bär deutlich. «So laufen wir Gefahr, dass sich viele Patienten ausserkantonal behandeln lassen, wofür der Kanton ebenso zahlen muss.»

Der Ball liegt nun beim Landrat. Dieser wird die Kreditvorlage in der Session vom April behandeln. Mit der Zustimmung des Landrats wird es schliesslich zur Volksabstimmung kommen. Diese ist auf den 24. September angesetzt. Bei einem Ja soll Anfang 2019 mit Bauen begonnen werden. Der Neubau soll ab Ende 2022 zur Verfügung stehen, ehe das Projekt 2024 mit dem Abriss der Gebäude abgeschlossen sein soll.