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URI: Landrat erkennt Handlungsbedarf für Werkhof im «Galgenwäldli»

Der Werkhof im «Galgenwäldli» soll nicht saniert werden. Der Landrat hat stattdessen einen Kredit von 935'000 Franken für die Projektierung eines Ersatzneubaus in Schattdorf gutgeheissen.
Der Werkhof im Galgenwäldli ist in die Jahre gekommen. (Bild: Angel Sanchez (Schattdorf, 14. März 2018))

Der Werkhof im Galgenwäldli ist in die Jahre gekommen. (Bild: Angel Sanchez (Schattdorf, 14. März 2018))

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

«Veraltet», «gefährlich», «unhaltbar», «katastrophal», «miserabel», «lebensgefährlich»: Bei der Beschreibung des aktuellen Zustands des Stützpunkts Galgenwäldli des Betriebs Kantonsstrassen der Baudirektion Uri in Bürglen übertrafen sich die Landräte am Mittwoch – zumindest, was die Wahl der Adjektive anging. Es war aber auch von «grossem Handlungsbedarf hinsichtlich Betriebsbedürfnissen, Arbeitssicherheit und baulichem Zustand» die Rede. Einig war man sich auch, dass ein Ersatzneubau an einem andern Ort das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweise.

Die Zustimmung zum beantragten Betrag von 935'000 Franken für die Projektierung eines Ersatzneubaus fiel mit 51 zu 3 Stimmen (3 Enthaltungen) denn auch äusserst deutlich aus. Der Beschluss untersteht noch dem fakultativen Referendum. Zu stehen kommen soll der neue Stützpunkt auf einer Parzelle der Dätwyler Immobilien AG in der Industriezone Rossgiessen in Schattdorf, zwischen den Dätwyler-Fabrikationsgebäuden und dem Einkaufscenter Tellpark. Benötigt werden rund 5000 Quadratmeter Land – gleich viel also wie am heutigen Standort Galgenwäldli. Gemäss aktuellem Planungsstand wird der Ersatzneubau netto rund 8,8 Millionen Franken kosten.

Standortevaluation gibt zu reden

Auch wenn das deutliche Ja auf ein unbestrittenes Geschäft schliessen lässt: Dem Entscheid ging eine rund einstündige Debatte voraus, in deren Verlauf mehrere kritische Fragen aufgeworfen wurden – in erster Linie zum Standort. Pascal Blöchlinger (SVP, Altdorf) stellte sogar einen Antrag auf Rückweisung mit Direktiven. Konkret sollten die Vor- und Nachteile der evaluierten Standorte und deren Gewichtung sowie allfällige Synergien dieser Standorte mit bestehenden oder zukünftigen Infrastrukturen des Kantons oder Dritter aufgezeigt werden. Auch sei darzulegen, ob die evaluierten Standorte Ausbaupotenzial für weitere Abteilungen des Kantons (zum Beispiel Chemiewehr) hätten.

Baudirektor Roger Nager wies daraufhin, dass man 17 Standorte zwischen Flüelen und Erstfeld evaluiert habe. Fünf davon hätten die Mindestanforderungen an Zonenkonformität, Grösse der Parzelle sowie Lage in unmittelbarer Nähe zu einer Kantonsstrasse erfüllt. In einem nächsten Schritt seien diese fünf Standorte mit Blick auf Verkaufsinteresse, Synergien und Risiken sowie Grundstückskosten überprüft worden. Auch habe man die Standorte einer Nutzwertanalyse unterzogen.

Sämtliche betrieblichen Anforderungen erfüllt

«Der Standort Rossgiessen schnitt in der Bewertung am besten ab», betonte der Baudirektor. «Dort können sämtliche betrieblichen Anforderungen erfüllt werden. Der Standort liegt zentral im Talboden und ist gut erschlossen. Die Einsatzwege sind – namentlich für den Winterdienst – kurz und somit optimal», hielt Nager fest. «Durch den Ersatzneubau könnten die betrieblichen Abläufe optimiert werden.» Der zuständige Direktionsvorsteher wies zudem daraufhin, dass eine Gesamtlösung (mit Unterbringung von Chemie- und Schadenwehr) rund 12 Millionen Franken teurer zu stehen käme. Blöchlingers Rückweisungsantrag wurde schliesslich mit 49 zu 5 Stimmen (4 Enthaltungen) abgelehnt.

Kritisiert wurde im Rat aber auch, dass die Regierung mit dem «Galgenwäldli» zu lange zugewartet habe, wohl auch, um die West-Ost-Verbindung (WOV) zu sichern. Zudem fehle die notwendige Koordination mit Verkehrsprojekten in Schattdorf und Arbeiten im Zusammenhang mit dem Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Schattdorf. Nager konterte, dass der Handlungsbedarf längstens bekannt gewesen, das Projekt aber immer wieder verschoben worden sei, weil man andere Prioritäten habe setzen müssen. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schattdorf, etwa im Zusammenhang mit dem Knoten Rossgiessen und mit den Arbeiten am Knoten Kastelen oder dem ESP, seien am Laufen.

Nach dem Ja des Landrats werden nun die Landerwerbsverhandlungen mit der Dätwyler Immobilien AG und die Projektierungsarbeiten weitergeführt. Der Zeitplan sieht folgende Meilensteine vor: Landratsbeschluss zum Baukredit (Spätherbst 2019), Volksabstimmung zum Baukredit (Frühling 2020), Baubeginn (Herbst 2020) und Bezug des Neubaus (Winter 2021/22).

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