URI: Lehrplan 21: Landrat hält an Einführung fest

Der neue Deutschschweizer Lehrplan 21 soll im Kanton Uri wie von der Regierung geplant im Sommer 2017 eingeführt werden. Der Vorschlag der SVP, die Einführung um drei Jahre zu verschieben, fand am Mittwoch im Parlament keinen Anklang.

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Der Kanton Uri will den Lehrplan 21 auf das Schuljahr 2017 / 2018 einführen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Der Kanton Uri will den Lehrplan 21 auf das Schuljahr 2017 / 2018 einführen (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Mit der Einführung des Lehrplan 21 soll nicht "aufs Gaspedal" gedrückt werden, sagte Landrätin Petra Simmen (SVP) bei der Vorstellung ihrer Parlamentarischen Empfehlung. Sie forderte die Regierung dazu auf, die Entscheide anderer Kantone abzuwarten und die Einführung des Lehrplans auf das Schuljahr 2020/21 zu verschieben.

Unterstützung fand Simmens Forderung bei der FDP-Fraktion. Noch seien im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Lehrplans zu viele Fragezeichen vorhanden, sagte Landrat Toni Ammann. Auch aus finanzpolitischer Sicht sei der Kanton Uri gut beraten, mit der Realisierung des Projekts zuzuwarten.

Mehrheit der Lehrpersonen unterstützt Fahrplan

Die Bedenken der Bürgerlichen fanden im Landrat aber keine Mehrheit. Simmens Forderung wurde vom Landrat mit 35 Nein- zu 23 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung abgewiesen. Dies zur Zufriedenheit von Regierungsrat Beat Jörg (CVP). Der Bildungsdirektor verteidigte die Notwendigkeit der Einführung im Schuljahr 2017/18.

Der Zeitplan sei mit den übrigen Zentralschweizer Kantonen abgesprochen, sagte Jörg. Ausserdem werde der Fahrplan sowohl vom Urner Erziehungsrat als auch von einer grossen Mehrheit der Urner Lehrpersonen unterstützt. Beim neuen Lehrplan handle es sich um einen Kompass und nicht um ein Gesetzbuch, sagte der Bildungsdirektor.

Mit dem Lehrplan 21 erhalten die Volksschulen der Deutschschweiz erstmals vereinheitlichte Lernziele. Auch die Kantone Ob- und Nidwalden wollen den neuen Deutschschweizer Lehrplan im Sommer 2017 einführen. Sie streben mit Uri eine entsprechende Zusammenarbeit an. Die Kantone begründen den Schulterschluss damit, dass dieser bei der Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer und im Hinblick auf die Berufsbildung Vorteile bringe.

Auch der Kanton Luzern wird den Lehrplan 21 auf das Schuljahr 2017/18 einführen. Der Schwyzer Erziehungsrat sprach sich ebenfalls für eine Einführung im Sommer 2017 aus. Allerdings wurde in Schwyz eine kantonale Volksinitiative eingereicht, die die Einführung des neuen Lehrplans verhindern will.

Hauswirtschaftsunterricht: Mehr Praxis gefordert

Anlass für Diskussionen gab auch der im Lehrplan 21 neu konzipierte Fachbereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH). CVP-Landrätin Bernadette Arnold kritisierte, dieser sei im Gegensatz zum heutigen Unterricht zu theorielastig. Sie forderte die Regierung in einer parlamentarischen Empfehlung auf, das Fach so zu gestalten, dass der praktische Hauswirtschaftsunterricht im bisherigen Rahmen stattfinden kann.

Sowohl im Landrat als auch bei der Regierung fand Arnolds Forderung breite Zustimmung. Der Vorstoss wurde mit 55 gegen 1 Stimmen und 2 Enthaltungen überwiesen. (sda)