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URI: Leuchtturm bekommt niederländische Ehrenwärter

Ein Leuchtturm auf dem Oberalppass soll die Quelle des Rheins bekannter machen. Dafür werden nun auch zwei Komiker eingespannt.
Elias Bricker
Der Leuchtturm auf dem Oberalppass ist ein beliebtes Fotosujet und weist auf die Rheinquelle hin. (Bild: PD)

Der Leuchtturm auf dem Oberalppass ist ein beliebtes Fotosujet und weist auf die Rheinquelle hin. (Bild: PD)

Der Leuchtturm steht völlig quer in der Landschaft. Denn der Oberalppass liegt auf 2046 Meter über Meer und somit weitab von einem Ozean. Doch obwohl der Turm hier oben keinem Schiff den Weg weisen muss, hat er eine Funktion: Er soll den Tourismus ankurbeln und die Region um die Rheinquelle bekannter machen. Denn der Fluss entspringt am Tomasee – wenige Kilometer von der Passhöhe entfernt. Der Leuchtturm ist wiederum nur eine Kopie. Das nur unwesentlich grössere Original stand einst in Rotterdam – und zwar genau dort, wo der Rhein in das Meer fliesst.

«Rhein hat grosses Potenzial»

Die Bündner Gemeinde Tujetsch und das Kreativbüro Steiner Sarnen Schweiz hatten den Turm vor sechs Jahren gebaut. Seither ist der Leuchtturm in der falschen Umgebung ein beliebtes Fotosujet. Bilder von ihm tauchen weltweit immer wieder in Medien auf. Seit 2015 gehört der Turm aber der Stiftung Leuchtturm Rheinquelle. «Der Turm ist etwas ganz Verrücktes», sagt Stiftungsrat Hanno Wyss. «Doch schliesslich soll man von der Region reden.» Für Wyss ist klar: «Die Rheinquelle hat ein grosses touristisches Potenzial.» Immerhin würden 50 Millionen Leute entlang des Stroms leben, doch viele wüssten nicht, wo der Fluss entspringe.

Duo erhielt königlichen Orden

Dies soll sich ändern: Die Turm-Stiftung will nun jedes Jahr Persönlichkeiten aus dem Einzugsgebiet des Rheins mit dem Titel «Leuchtturmwärter Rheinquelle» ehren. Die Ehre fällt in diesem Jahr Peter de Jong und Karel de Rooij zu – besser bekannt als Mini & Maxi. Heute Sonntag werden sie in ihr Amt eingeführt (siehe Box). «Die beiden sind für die Niederlande das, was für uns in der Schweiz Emil ist», sagt Wyss. In ihrer Heimat sind sie gefeierte Komiker. Seit Ende der Sechzigerjahre stehen der 69-jährige de Jong und der 70-jährige de Rooij zusammen auf der Bühne und begeistern mit ihren clownesken Nummern. 1988 waren die beiden auch auf Schweizer Tournee. Für ihr Schaffen hat das Duo auch schon unzählige Auszeichnungen erhalten – so etwa die Silberne Rose von Montreux oder einen der höchsten königlichen Orden der Niederlanden.

Deutsche und Holländer kommen

«Der Leuchtturm ist inzwischen ein Wahrzeichen unserer Region», sagt der Andermatter Tourismusdirektor Flurin Riedi. «Der Turm fällt auf, und man redet darüber.» Doch lockt der Turm nun wirklich auch mehr Touristen auf den Oberalppass? «Das kann man nicht so sagen», so Riedi. «Doch die Region wird seit einigen Jahren besser vermarktet, und es entstanden neue Angebote, die viele Gäste in die Region locken. Dabei spielt auch der Rhein eine Rolle.»

Denn unmittelbar neben dem Leuchtturm beginnt der 2012 eröffnete Vier-Quellen-Weg. Die fünfetappige Wanderroute verbindet die Quellen des Rheins, des Ticinos, der Rhone und der Reuss. Der Wanderweg durch das Wasserschloss Europas ist ein voller Erfolg. «Hat man auf der Oberalp früher nur wenige Wanderer angetroffen, marschieren heute pro Tag oftmals mehr als hundert Personen zur Rheinquelle», sagt Projektinitiant Paul Dubacher. «Die Wanderer kommen aus halb Europa.» Neben Schweizern seien inzwischen auch viele Deutsche und Holländer auf dem Weg unterwegs. «Sie wollen an die Rheinquelle», so Dubacher. «Der Leuchtturm ist deshalb ein optimales Startzeichen zum Vier-Quellen-Weg.»

Elias Bricker

Karel de Rooij (links) und Peter de Jong werden heute zu Leuchtturmwärtern gekürt – in den Niederlanden sind sie absolute Stars. (Bild: PD)

Karel de Rooij (links) und Peter de Jong werden heute zu Leuchtturmwärtern gekürt – in den Niederlanden sind sie absolute Stars. (Bild: PD)

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