URI: Luchs beschäftigt die Jäger weiterhin

Der Urner Jägerverein glaubt, dass mindestens zehn Luchse in Uri leben. Für die Jäger ist klar: Das Raubtier muss dringend reguliert werden.

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Präsident Bruno Planzer (Mitte) gratulierte André Planzer (links) und Sepp Lussmann zur Ehrenmitgliedschaft. (Bild: Georg Epp / PD)

Präsident Bruno Planzer (Mitte) gratulierte André Planzer (links) und Sepp Lussmann zur Ehrenmitgliedschaft. (Bild: Georg Epp / PD)

Eg. Über 200 Jäger und Gäste nahmen in Bristen an der 109. GV des Urner Jägervereins teil. Der Luchs beschäftigt die Jäger weiterhin. «Die Hauptthemen im Vorstand des Urner Jägervereins waren sicherlich unsere teilweise schlechten Gämsbestände, der unübersehbare Einfluss des Luchses westlich der Reuss und dazu das neu ins Leben gerufene Luchsmonitoring», sagte Präsident Bruno Planzer in seinem Jahresbericht. «Eventuell spielt in diesem Gebiet die Anwesenheit des Luchses doch eine grössere Rolle, als von einigen Wald-/Wildbiologen und Politikern zugegeben wird.» Vorstandsmitglied Res Gnos orientierte im Detail über die eingegangenen Luchs- und Wolfshinweise der Urner Jäger.

Seit August 2014 gab es total 38 Luchshinweise, neun Sichtbeobachtungen, neun Spuren/Fährten, zehn Fotofallenbilder und einen Todfund (junger Luchs). Damit bestätigt sich die Annahme, dass mehr oder weniger flächendeckend mindestens zehn Luchse in Uri anwesend sind. Sicherheitsdirektor Beat Arnold, der die Grussworte der Urner Regierung überbrachte, meinte dazu: «Weil man schon sehr lange auf das Luchskonzept Schweiz wartet, sind den Kantonen momentan die Hände gebunden. Die Jagdverwaltung wird mit dem Jägerverein das Luchsmonitoring optimieren, so dass die Urner Situation möglichst genau abgebildet werden kann.» In Jägerkreisen ist man sich einig: Es braucht dringend eine Möglichkeit, das Raubtier zu regulieren. Vom Arbeitstempo und vom Inhalt des Konzepts «Luchs Schweiz» zeigen sich die Urner Jäger eher wenig begeistert.

Nachwuchs rückt nach

Die Jahresberichte des Präsidenten, der Schiesskommission und der Hegekommission fanden Zustimmung. Mit dem Musikstück ««Letzter Gruss» gedachten die Versammelten den 13 verstorbenen Vereinsmitgliedern. Drei Neumitgliedern standen neun Austritte gegenüber, der Mitgliederbestand sank um 19 Jäger auf 690. Nachwuchssorgen kennt der Verein aber nicht, 14 Jungjäger werden im Frühling die Jagdprüfung absolvieren. Und für den neuen Jagdlehrgang haben sich 22 Anwärter gemeldet. Kassier André Planzer präsentierte kleine Vermögensvermehrungen in der Vereinsrechnung und in der Rechnung der Schiesskommission. Nur in der Jahresrechnung der Hegekommission musste ein kleiner Rückschlag verbucht werden. Als Gegenleistung wurden unter der Regie von Hegepräsident Peter Indergand 2100 Arbeitsstunden für Wald und Wildtiere geleistet.

Präsident Bruno Planzer wurde für zwei weitere Amtsjahre bestätigt. Das gilt auch für Vizepräsident Hanspeter Schuler, Aktuar Oliver Gisler und die Mitglieder Peter Indergand, Ramon Russi, Edy Epp, Philipp Lussmann und Res Gnos. Kassier André Planzer demissionierte. Neu im Vorstand Einsitz nimmt Daniel Indergand. Wechsel gab es auch in der Schiesskommission. Hier ersetzen Damian Baumann, Richard Dittli, Andreas Epp und Bernhard Gander die abtretenden Mitglieder Flavio Herger, Wisi Zurfluh, Josef Zgraggen und Peter Tresch. Präsident der Schiesskommission bleibt Max Baumann. Hegepräsident Peter Indergand und Mitglied Josef Lussmann haben in der Hegekommission ihr Amt niedergelegt. Neuer Präsident wird Urs Herger, Martin Loretz komplettiert neu die Hegekommission. Astrid und Theres Epp traten nach zwei Jahren als Wirtinnen in der Jagdschiessanlage Standel zurück. Neuer Standelwirt ist Ernst Zgraggen. Im Amt bestätigt wurde Fähnrich Robert Gamma, das Amt als Vizefähnrich bleibt vakant. Unverändert ist das Rechnungsrevisorenteam mit Alois Marty und Bruno Infanger.

Medienarbeit soll verstärkt werden

Die Grussworte des Dachverbandes Jagd Schweiz überbrachte Franco Scodeller. Seine Kernbotschaft lautete: «Jagd Schweiz setzt sich vehement und mit aller Kraft für die Erhaltung einer freien Volksjagd zu tragbaren Kosten ein. Jagdpolitische Einflussnahmen werden in Zukunft noch wichtiger, und die Medienarbeit muss hier noch verstärkt werden. Nur wenn Politik und Gesellschaft Jagd und Jäger kennen und sie positiv wahrnehmen, können regelmässige Angriffe der Jagdgegner erfolgreich abgewehrt werden.» Ein Antrag von Stefan Tresch wurde mit 95 zu 53 Stimmen abgelehnt. Tresch wollte, dass das Datum der Hirschnachjagd wieder im Voraus bekannt gegeben wird und nicht wie im vergangenen Jahr erst kurzfristig.

Mit grossem Dank und Applaus wurden Sepp Lussmann und André Planzer in die Reihen der Ehrenmitglieder aufgenommen. Lussmann hat 38 Jahre als Hegeobmann in der Gemeinde Silenen viel für Wild und Wald geleistet. Der abtretende Kassier André Planzer kann auf zehn Jahre Vorstandstätigkeit zurückblicken. Er hat viel dazu beigetragen, die finanzielle Situation im Urner Jägerverein zu stabilisieren.

Für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft erhielten 15 Jäger das Abzeichen. Es sind dies Oskar Bachmann, Matthias Baumann, Kurt Exer, Mario Garrisi, Roland Gemmet, Willy Gisler, Heinz Herger, Kurt Jauch, Bernhard Jauch, Hans Jauch, Rino Roten, Amade Roten, Rolf Schuler, Stefan Tresch und Reto Zanini. Als Dank für 45 Jahre Mitgliedschaft konnten neun Jäger zu Freimitgliedern ernannt werden, nämlich Max Baumann (bereits Ehrenmitglied), Josef Bissig, Martin Diehl, Albin Fedier, Josef Gisler, Max Gisler, Anton Kröpfli, Alois Müller, Hans Walker und Ambros Zurfluh.