URI: Neue Schnitzeljagd in Erstfeld

Eine neue Schnitzeljagd soll Einwohner und Besucher von Erstfeld mehr über das Dorf erfahren lassen. Dafür verantwortlich ist ein Basler Atelier, in dem auch ein Urner arbeitet.

Matthias Stadler
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Jennifer Degen und Lukas Meili zeigen einen Posten ihrer konzipierten Schnitzeljagd. (Bild: Matthias Stadler (Erstfeld, 1. Juni 2017))

Jennifer Degen und Lukas Meili zeigen einen Posten ihrer konzipierten Schnitzeljagd. (Bild: Matthias Stadler (Erstfeld, 1. Juni 2017))

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Eigentlich ist ja zu hoffen, dass diese Fiktion nie Realität wird. Denn in der neuen Krimischnitzeljagd in Erstfeld hat sich ein Schelm einen Scherz erlaubt und über Nacht die Gasleitungen im Dorf aufgedreht (Ausgabe von gestern). Diese führen alle zum Bahnhof, wo nun höchste Gefahr droht. Falls die Teilnehmer des Spiels die Fragen an den acht Posten, die in Erstfeld verteilt sind, falsch beantworten, droht der Bahnhof zu explodieren. Die Schnitzeljagd heisst konsequenterweise auch «Erstfeld explosiv – eine Katastrophe bahnt sich an».

Konzipiert wurde das Spiel vom Basler Atelier Degen und Meili. Dahinter stecken die Baslerin Jennifer Degen und der Urner Lukas Meili. Sie zeigten sich an der gestrigen Eröffnung der Schnitzeljagd sehr zufrieden und auch zuversichtlich: «Wir wollten etwas Interaktives kreieren, das auch jederzeit gespielt werden kann», sagte Meili. Ob die Schnitzeljäger nun am Samstagnachmittag auf Jagd gehen oder am Dienstag um halb vier in der Nacht – alles ist möglich. «Wir wollten, dass man mit der Schnitzeljagd nicht nur das industrielle Erstfeld kennen lernt, sondern auch das landwirtschaftliche», ergänzte Degen.

Beiträge über Erstfelder Geschichte

Das Spiel funktioniert so: Gestartet wird beim Eingang zur Touristeninformation beim Bahnhof Erstfeld. Dort finden die Teilnehmer alle nötigen Informationen und einen Hinweis auf den ersten Posten. Die acht Posten sind an einem blauen Signet erkennbar. Darauf hat es jeweils auch einen QR-Code. Dieser muss mit einem Smartphone gescannt werden, wozu eine QR-App installiert sein muss. Mittels dieses Codes erhält man die Inhalte auf dem Handy angezeigt. Bei jedem Posten erscheint dann ein jeweils etwa zweiminütiger Beitrag, in dem ein Aspekt der Erstfelder Geschichte erzählt wird. Danach erscheint auf dem Smartphone eine Frage zur Geschichte Erstfelds. Innerhalb von dreissig Sekunden muss dann die richtige Antwort gegeben werden, um den richtigen Gashahn zuzudrehen. Ansonsten geht ein Teil des Bahnhofs in Rauch auf.

Wenn der Posten absolviert ist, gehts zum nächsten. Anhand eines Rätsels erhalten die Teilnehmer auf dem Smartphone ­einen Hinweis, wo im Dorf sich dieser befindet. Wer davon noch nicht genug hat, kann auch noch acht Zusatzposten absolvieren. Bei diesen wird herausgefunden, wer hinter der Bedrohung steckt.

Mit Material von der Neat-Eröffnung

Die Schnitzeljagd ist kostenlos. Dahinter steht die Gemeinde Erstfeld, die 23000 Franken aufwendete. Realisiert wurde das Spiel mit Material der Ausstellung zur Neat-Eröffnung vor einem Jahr. «Wir wollten etwas Nachhaltiges machen und das gesammelte Material wiederverwenden», sagte Gemeindepräsidentin Pia Tresch-Walker bei der Vorstellung. Und im Spiel kommen auch alteingesessene Erstfelder zu Wort, die viel über die Dorfgeschichte wissen.