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URI: Noch stellt Auto AG nicht auf Strom um

Während 50 Tagen wurde ein Elektrobus auf der neuen Linie getestet. Auf den Strombetrieb umzustellen, kommt frühestens in ein paar Jahren in Frage.
So wird der Elektrobus getankt. Von links: Jan Dunkelmann, Roland Gamma, Michael Roost und Roman Tichy. (Bild Florian Arnold)

So wird der Elektrobus getankt. Von links: Jan Dunkelmann, Roland Gamma, Michael Roost und Roman Tichy. (Bild Florian Arnold)

Florian Arnold

Seit Dezember gibt es im Busnetz der Auto AG Uri nicht nur eine neue Tangentiallinie zwischen Seedorf und Schattdorf. Auf dem Netz verkehrt auch ein neuer Bus: ein batteriebetriebenes Elektrofahrzeug. Dabei handelt es sich um einen Testbetrieb. «Es geht uns nicht darum, jetzt den Entscheid für die Beschaffung von Elektrobussen zu treffen», betonte Michael Roost, Geschäftsführer der Auto AG Uri, an einer Infoveranstaltung gestern Donnerstag. «Es geht viel mehr darum, Know-how aufzubauen.»

Nachhaltigkeit gehöre zu den erklärten Zielen des Unternehmens. Und so dürfe man das Thema nie aus den Augen verlieren, so Roost. Auch der Kanton und einige Sponsoren unterstützten das Testprojekt. Wie Thomas Aschwanden, Leiter des Amt für den öffentlichen Verkehr, erklärte, verpflichte sich der Kanton zum Umweltschutz und sei deshalb an ökologischen Lösungen interessiert.

Ein Prototyp aus Tschechien

50 Tage lang war der Elektrobus bisher in Uri unterwegs und hat knapp 10 000 Kilometer zurückgelegt, ohne fossilen Treibstoff verbraucht zu haben. Beim Testfahrzeug, das 15 Sitz- und 20 Stehplätze aufweist, handelt es sich um einen Prototypen des tschechischen Busbauers SOR. Über deren Schweizer Vertretung, die Firma bushandel.ch, konnte die Auto AG den Elektrobus für die Testphase anmieten. Geschäftsführer Roost zeigte sich sehr zufrieden über die Zusammenarbeit.

Nach gewissen Anfangsschwierigkeiten habe der Bus eine zufriedenstellende Verfügbarkeit aufgewiesen, fasste Roost zusammen. Als sehr positiv dürften die Emissionsfreiheit im Antriebsbereich, der leise Lauf und die stufenlose Beschleunigung gewertet werden.

Die Bilanz fällt allerdings nicht nur positiv aus. Eines der grössten Probleme von Elektrofahrzeugen ist nach wie vor die Reichweite. So genügte eine Ladung der Batterie nicht für einen ganzen Betriebstag. Die Batterie musste am Mittag für eine Stunde wieder nachgeladen werden. Die Hersteller rechnen zudem damit, dass die Batterie zirka alle vier bis sechs Jahre ersetzt werden müsste, was 90 000 Franken kosten dürfte.

Batterie ist zwei Tonnen schwer

Nicht zu vernachlässigen ist die enorme Stromleistung von 50 Kilowatt, die für eine Schnell-Ladung des Busses benötigt wird. Hätte mehr als ein Bus zur selben Zeit geladen werden müssen, wäre die Infrastruktur der Auto AG Uri an ihre Grenzen gestossen, hielt Max von Deschwanden, Verantwortlicher Technik bei der Auto AG Uri, fest. Ausserdem weist die Batterie mit rund zwei Tonnen ein extrem hohes Gewicht auf, was sich negativ auf die Ökobilanz auswirkt. Des Weiteren ist das getestete Fahrzeug statt mit einer Elektro- mit einer Dieselheizung ausgestattet. Elektrofahrzeuge sind in der Anschaffung zudem nach wie vor rund eineinhalb bis zweimal so teuer wie vergleichbare dieselbetriebene Fahrzeuge.

Trotz der negativen Aspekte dürfe doch Hoffnung in die neue Technologie gesteckt werden, sagte Niklas Joos vom Amt für Umweltschutz des Kantons. Wenn auch die Ökologie von treibstoffbetriebenen Fahrzeugen laufend verbessert werde, habe der Verkehr nach wie vor einen sehr grossen Einfluss auf die Schadstoffbelastung der Luft. Es sei deshalb ein wichtiger Schritt, auf Elektrofahrzeuge zu setzen.

Test in den 50er-Jahren

Wer glaubt, Elektrobusse seien in Uri eine absolute Neuheit, der irrt: In den 50er-Jahren wurde auf einem Rundkurs zwischen Altdorf und Schattdorf ein sogenannter Gyro-Bus getestet. Das Elektrofahrzeug mit Schwingradspeicher, das eine Reichweite von nur wenigen Kilometern aufwies, hätte die damalige Strassenbahn ersetzen sollen. An ausgewählten Haltestellen hätte der Bus nachgeladen werden sollen. Schliesslich entschied man sich allerdings dafür, drei Dieselbusse zu kaufen.

Vorderhand hat die Auto AG Uri nicht vor, auf das System der Elektrobusse umzusteigen. Mittelfristig könne man sich aber vorstellen, auf einzelnen Linien des Netzes auf die «ökologisch saubere» Lösung zu setzen, sagte Geschäftsführer Roost am Rande der Veranstaltung.

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