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URI: Nostalgie pur: Sie haben den Dreh raus

Seit Samstag dreht sich in Seelisberg alles um Drehorgeln. Nicht nur die Musik stimmt frühere Zeiten an, auch die historischen Kleider erinnern daran. Was aber fehlt, ist der Nachwuchs.
Monika Van De Giessen
Drehorgelspieler bei der Schiffstation Treib: Ein solches Musikinstrument kostet bis zu 25 000 Franken. (Bild: Philipp Schmidli (Seelisberg, 22. Juli 2017))

Drehorgelspieler bei der Schiffstation Treib: Ein solches Musikinstrument kostet bis zu 25 000 Franken. (Bild: Philipp Schmidli (Seelisberg, 22. Juli 2017))

«Das Drehorgeltreffen soll ein wenig an jene Zeit erinnern, in der noch im Hotel Sonnenberg und im Hotel Bellevue auf Seelisberg ein Kurorchester die Gäste bei Tee und Kaffee unterhielt», sagt Christoph Näpflin, Betriebsleiter der Treib-Seelisberg-Bahn und Kurdirektor von Seelisberg Tourismus.

Das diesjährige Treffen steht ganz im Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums von Seelisberg Tourismus. Es sei nicht nur die Musik, die Einheimische und Gäste gleichermassen fasziniere, sondern auch die entsprechende Kleidung, die zum Dorf Seelisberg mit seiner Tourismusgeschichte passe, so Näpflin, der vor 20 Jahren das Drehorgelfestival erstmals organisierte.

Immer schön gleichmässig kurbeln

Unter den 22 Drehorgelspielern aus der Schweiz und aus Deutschland drehte Reinhard Horn (70) mit seiner Gattin Gerda (65) aus Wängi TG die Kurbel der mechanischen Drehorgel. Diese sind mit Stiftwalzen ausgestattet, sodass die Spieler durch das Ändern mit der Drehgeschwindigkeit Einfluss auf die Musikstücke nehmen können. Es brauche ein gutes Musikgehör, wenn man synchron spiele. «Immer schön gleichmässig kurbeln ist wichtig», so Horn. Eine Drehorgel sei ein hoch präzises Musikinstrument. Zudem brauche es ein technisches Gespür und Freude an der Mechanik.

Und wo bleibt der Nachwuchs? Unter den 22 Drehorgelspielern vermisste man die Jugendlichen. Dazu Horn: «Es ist halt nicht unbedingt die Musik für Junge.» Zudem sei das Drehorgelspielen ein ziemlich teures Hobby. Eine Drehorgel koste bis zu 25'000 Franken. Nostalgisch sind nicht nur die Drehorgeln und das Outfit der Musikerinnen und Musiker, sondern auch das Repertoire. Ohrwürmer wie «Atemlos», «Mit 66 Jahren», «Yellow Submarine», «Ewigi Liebi» bis hin zu «Bonanza» waren zu hören.

Aufgefallen wegen seiner speziellen Orgel ist Max Heller (77) aus Wetzikon ZH. Seine Drehorgel stammt aus dem Jahr 1884 und wurde in New York gebaut. Erstanden hat er sie an einer Auktion. Diese Drehorgel, die für religiöse Zwecke gebaut wurde, habe keine Pfeifen, sondern 20 Zungenstimmen wie bei einem Harmonium. Unter den vielen Besuchern sind auch Robert Zgraggen und Heidy Kappeler aus Altdorf. Sie bedauern, dass die Drehorgeltreffen in Altdorf «gestorben» sind. «Mir gefallen vor allen die alten Schlager», sagt Heidy Kappeler, hebt ihre Arme in die Höhe und klatscht zu den Klängen des «Kufsteiner-Lieds».

Monika van de Giessen

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Hinweis

Heute finden eine Orgelmesse, Pfarrkirche Seelisberg, um 10.30 Uhr und das Drehorgelfinale auf dem Bahnhofplatz um 16 Uhr statt.

www. Mehr Bilder finden Sie unter: luzernerzeitung.ch/bilder

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